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Die Polizei steht vor dem Haus, kurz nach dem Mord an Gabriele L. Das Bild stammt aus der Ausgabe des Münchner Merkur vom 19. Juni 1986.

Ungeklärte Mordfälle im Landkreis

Der Mörder klingelte an der Tür

Unterhaching - Warum musste Gabriele L. sterben? Bis heute steht die Polizei im Fall der im Jahr 1986 ermordeten Unterhachingerin vor einem Rätsel. Mit mehreren Messerstichen wurde die damals 35-Jährige in ihrer Wohnung grausam umgebracht. Das Makabere: Ihre Freundin wurde am Telefon Zeugin des Verbrechens.

Hausfrau Gabriele L. ist an jenem Dienstagvormittag des 18. Juni 1986 alleine in ihrem Haus an der Kuckuckstraße. Die drei minderjährigen Kinder – ein Mädchen und zwei Buben – sind in der Schule. Ihr Ehemann arbeitet in einem Münchner Architekturbüro. Die 35-Jährige telefoniert gerade mit ihrer Freundin aus München, als es plötzlich an der Tür klingelt. Besuch hat Gabriele L. nicht erwartet. Sie legt den Hörer neben das Telefon und bittet ihrer Freundin, zu warten: „Ich bin gleich wieder da.“ Doch Gabriele kommt nicht wieder. Stattdessen hört die Freundin aus der Ferne, wie die 35-Jährige verzweifelt ruft: „Bitte nicht.“ Und dann noch einmal „Bitte nicht.“

 Es waren die letzten Worte der Unterhachingerin. Dann nähern sich Schritte, jemand legt den Hörer auf. Es ist L.’s Mörder. Die Freundin verständigt die Polizei. Nur wenige Minuten später treffen die Beamten am Haus der Familie ein. Blutüberströmt finden sie Gabriele L. im Schlafzimmer auf dem Ehebett. Sie ist tot. Mit einem Messer hatte ihr Mörder mehrmals in Brust und Hals gestochen, schließlich hatte er ihr die Kehle durchgeschnitten. Anfangs hatten die Ermittler noch Hoffnung, dem Täter schnell auf die Spur zu kommen. Denn er hatte Fingerabdrücke auf dem Telefonhörer hinterlassen. Doch die Ermittlungen gerieten ins Stocken, weil es keinen Hinweis gab, der zu einem Tatverdächtigen hätte führen können. Niemand hatte etwas gehört oder gesehen – weder Nachbarn noch Passanten. Auch das Tatmesser wurde nie gefunden. Außerdem gab es kein Motiv, warum Gabriele L. sterben musste. Feinde oder Streitigkeiten habe sie mit niemandem gehabt, hieß es damals im Bericht des Münchner Merkur. 

Zu Beginn der Ermittlungen schloss die Polizei einen Raubmord noch aus. Offen liegende Schecks und Geldbeutel lagen unversehrt in der Wohnung. Auch war augenscheinlich nichts durchwühlt worden. Dann hatte man kurz darauf fahrende Händler im Verdacht, das Verbrechen begangen zu haben. Doch obwohl mehr als 100 Hinweise bei der Polizei eingingen, gab es keine Information, die die Ermittler, entscheidend voranbrachten. Auch eine Belohnung von 5000 D-Mark und später sogar von 30 000 D-Mark von privater Seite änderten nichts daran. Der Fall musste zu den Akten gelegt werden. Trotz regelmäßiger Überprüfung aller verwertbarer Spuren in den Aservaten bleibt der Fall Gabriele L. bis heute ungelöst.

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