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Mit Flugblättern wirbt Catia Hilgart vor der Bürgerversammlung für einen Lärmschutzwall.   

An der A 995

Flugblatt-Aktion gegen Autobahnlärm

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Catia Hilgert macht nochmal mobil: Sie verteilte 1250 Flugblätter, um für einen Lärmschutzwall an der A 995 zu kämpfen. Ihre Angst: Die Gemeinde verpasst eine große Chance.

Unterhaching – Bei der Unterhachinger Bürgerversammlung am  Donnerstag (19.30 Uhr, Kubiz) wird sich wohl wieder einmal alles um Verkehrsfragen drehen. Eins der aktuellsten Themen ist der Lärmschutz gegen den Autobahnkrach von der A 995. Catia Hilgart, Vorkämpferin für Lärmschutzwand- und -wall, mobilisiert mit einer neuen Flugblatt-Aktion fleißig die Bürger.

Zweite Stammstrecke bietet Lösung

„Der Lärmschutz an der A 995 rückt näher!“ Unter diesem Titel hat die Unterhachingerin 1250 Flugblätter verteilt und schon über 130 Rückmeldungen erhalten. Hilgart, die sich inzwischen politisch bei der CSU engagiert, wirbt für einen Erdwall mit Aushubmaterial vom Bau der zweiten S-Bahnstammstrecke in München. „Möglicherweise eine interessante und sehr kostengünstige Lösung für uns“, glaubt die lärmgeplagte Anwohnerin aus der Jägerstraße.

Am Montag hat sich Catia Hilgart in Begleitung weiterer Bürger zu einem Informationsaustausch mit Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) getroffen. So richtig zufrieden wirkte die 54-Jährige nach dem Treffen nicht. „Herr Panzer sieht nicht, dass er eine Holschuld hat. Es besteht die Sorge, dass die Gemeinde gar nicht realisiert, welch wirtschaftlich große Chance sie möglicherweise verpasst.“

Gemeinde muss aktiv werden

In der April-Gemeinderatssitzung war das Lärmschutzgutachten vorgestellt worden inklusive Lärmschutzwall als taugliche Lösung. Ab September, so Hilgart, stehe das Aushubmaterial vom Ausbau der zweiten Münchner S-Bahnstammstrecke zur Verfügung. „Als Nachbar müsste die Gemeinde Unterhaching sich endlich um dieses Erdmaterial bewerben und ein Geschäftsmodell erstellen“, fordert Hilgart.

Tempo 80 in beide Richtungen: großer Wunsch, aber ohne große Chancen.

Die von Panzer gebetsmühlenartig favorisierte – rechtlich aber kaum durchsetzbare – Tempolimit-Variante mit der „Aktion 80/80“ könne „nur eine Ergänzung sein, aber keine Problemlösung“, meint Hilgart – und mit ihr inzwischen über 700 Unterhachinger Bürger, die an der ersten Unterschriftensammlung teilgenommen hatten.

Viele offene Fragen

Einen Lichtblick sieht Catia Hilgart indes schon: Nach dem Gespräch am Montag im Rathaus wurden endlich die Bemühungen beim nun für den Lärmschutz zuständigen Verkehrsministerium intensiviert. Für den 19. Juni ist nun ein Termin bei Staatssekretär Josef Zellmeier fixiert, an dem Panzer und Hilgart teilnehmen werden. 

Zu klären gilt es allerlei: Wie steht es um die Kooperationsbereitschaft von Bund und Land, denen überwiegend das Areal entlang der A 995 gehört? Wie könnte die Zufahrt für eine Anlieferung des Erdaushubs erfolgen, ohne den Baumbestand zu sehr zu beeinträchtigen? Und, eine Idee von Hilgart angesichts des Insektensterbens: Ließe sich der Lärmschutzwall auf der Ostseite, also Richtung Unterhaching, bienenfreundlich bepflanzen? Erste Antworten liefert Panzer vielleicht schon bei der Bürgerversammlung.

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