Nur auf ein Viertel des Vorjahres schätzt Sporthaus-Chef Hans Forster aus Unterhaching den Umsatz, den er mit dem Abolservice “Click & Collect“ machen wird.
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Nur auf ein Viertel des Vorjahres schätzt Sporthaus-Chef Hans Forster aus Unterhaching den Umsatz, den er mit dem Abolservice “Click & Collect“ machen wird.

„Click & Collect“ im Landkreis

Abholservice im Einzelhandel: „Besser als nichts“

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Die Bundesregierung hat den Lockdown bis Ende Januar verlängert. Mit dem „Click & Collect“-Prinzip können Einzelhändler trotzdem Waren aus dem Laden verkaufen. Die Unternehmer im Landkreis sind erleichtert. Aber: Viel Umsatz machen sie durch den Abholservice nicht.

Landkreis – Im Internet bestellen, an die Ladentür klopfen, gekaufte Produkte vor die Tür stellen lassen, Waren mitnehmen: So funktioniert der Abholservice bei Sport Forster in Unterhaching und Grünwald. Seit Montag dürfen bayerische Einzelhändler Waren aus dem Laden verkaufen. Das Prinzip heißt „Click & Collect“. Der Abholservice braucht mehr Zeit, zudem setze er weniger Geld um, sagt Inhaber Hans Forster. „Aber, es ist besser als nichts.“

Nur ein Viertel des bisherigen Umsatzes

15 zahlende Kunden zählte Forster bis Montagnachmittag. Schlitten, Langlaufski und Handschuhe verkaufte er vorgestern etwa. „Meine Kunden sind sehr aufgeschlossen gegenüber Click & Collect“, sagt er. Den Umsatz schätzt der Sporthaus-Chef trotzdem auf ein Viertel des Vorjahres. „Zu dieser Jahreszeit mache ich normal viel Umsatz“, sagt Forster. Der Corona-Winter ist nicht normal.

Hans Forster kann nur telefonisch seine Kunden beraten, Anproben im Laden sind nicht möglich. Das hemmt das Geschäft. Hinzu kommt, dass Skilifte in Bayern geschlossen sind, Österreich ist für bayerische Skifahrer tabu. Eine Hoffnung bleibt dem Unternehmer: der Verkauf von Tourenski.

Wer wie Hans Forster Waren aus dem Laden heraus verkauft, muss sich an gewisse Regeln halten: Personal und Kunden müssen auf dem Verkaufsgelände und Parkplatz FFP2-Masken tragen. Ansammlungen von Kunden sollen durch „gestaffelte Zeitfenster“ vermieden werden, so die aktuelle Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. „Click & Collect“ gilt dabei nicht für alle Bereiche. Bibliotheken dürfen weiterhin keinen Abholservice anbieten. Lieferdienste sind jedoch erlaubt.

So läuft das Abholsystem bei Ikea in Brunnthal

Kunden von IKEA in Brunnthal müssen sich strikt an Zeitfenster halten. Spontane Einkäufe sind nicht möglich. Um Warenausgaben zeitlich abzustimmen, müssen Kunden im Onlineshop bestellen. Telefonische Aufträge nimmt das Einrichtungshaus nicht entgegen. So soll es zu keiner Überfüllung auf dem Parkplatz kommen.

Dort nämlich übergeben Beschäftigte bestellte Waren an Kunden – direkt an das eigene Auto geliefert. Dieser Service ist nicht kostenlos, zehn Euro pro Einkauf sind hier fällig. In manchen Fällen werden Waren auch an eine Rampe zur Abholung gestellt. Abgewickelt wird die Übergabe über ein Handy: IKEA-Kunden müssen eine Mobilnummer angeben. Ein Mitarbeiter ruft dann an, sobald die bestellten Waren an der Rampe abgeholt werden können oder vor das Auto gestellt werden.

„Wir sind sehr froh über diese Möglichkeit“, sagt IKEA-Sprecherin Simone Settergren gegenüber dem Münchner Merkur. Der Abholservice sei während des ersten Lockdowns gut angenommen worden. Dass der Einzelhandel nun den Abholservice nutzen darf, sei außerdem fair. Internetriesen wie Amazon dürften schließlich auch Waren verkaufen.

Unterschleißheimer Juwelier: „Nur ein Lebenszeichen, dass wir noch da sind“

Weit weniger Menschen haben den Abholservice von Frank Boretzky genutzt. Rund zehn Kunden waren am Montag in seinem Juweliergeschäft in Unterschleißheim. Der Großteil davon habe ohnehin nur reparierte Stücke abgeholt. „Mit dem Abholservice können wir nur ein Lebenszeichen geben, dass wir noch da sind“, sagt Boretzky. Ein bis zwei Prozent vom Normalumsatz, mehr verspricht sich der Unternehmer nicht von „Click & Collect“.

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