Die Auslastung der Krankenhäuser bereitet Landrat Christoph Göbel Sorge.
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Die Auslastung der Krankenhäuser bereitet Landrat Christoph Göbel Sorge.

Coronavirus

Landrat sieht Pandemie-Entwicklung mit Sorge: „Wichtigste Maßnahme bleibt die Impfung“

  • Marc Schreib
    VonMarc Schreib
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Kurz vor Schulanfang kann Landrat Christoph Göbel beim Jour Fixe im Landratsamt leider keine sonderlich aufmunternden Botschaften verkünden. Er sieht die Infektionslage mit Sorge. Nicht wegen der Inzidenz, sondern mit Blick auf die Hospitalisierungsquote.

Landkreis - Wie ein Mantra klingt es aus dem Landratsamt. Nur durch möglichst viele Impfungen lässt sich im Herbst und im Winter Schlimmeres verhindern. Beispielsweise durch die Sonderimpfaktion „Back to School“ am Montag, 13. September, dem letzten Ferientag. Landrat Christoph Göbel: „Wir hoffen, dass wir eine große Zahl an Schülern erreichen.“

Knapp 200 Luftreiniger für Schulen angeschafft

Wie Göbel erklärte, gibt es ab nächster Woche unabhängig von der Inzidenz einen Präsenzunterricht. Alle Schüler müssen mindestens eine OP-Maske tragen, auch am Platz. Außer in der Grundschule, wo die Stoffmaske erlaubt ist. Das Lüften bleibt die Grundlage. Zu den bereits angeschafften 118 Luftreinigern werden im Herbst noch 94 weitere für die kreiseigenen Realschulen und Gymnasien kommen. Auch CO2-Ampeln helfen spielen eine Rolle in den Klassenräumen, damit die Schüler konzentriert arbeiten können. Die Tests müssen sein, in den Grundschulen werden sie aber laut Göbel zweimal die Woche schülerfreundlich aussehen. In den weiterführenden Schulen wird strenger vorgegangen, dreimal die Woche mit den üblichen Schnelltests.

Nach fünf Tagen raus aus der Quarantäne

Das Spannendste ist für den Landrat die Frage nach der Quarantäne-Regeln. Wenn eine Infektion im Klassenzimmer auftritt, entscheiden die Gesundheitsämter vor Ort mit „Augenmaß und Sachverstand“ über die Maßnahmen, wobei nach wie vor die Regeln des RKI gelten. Andere Vorgaben gibt es nicht. Die Quarantäne kann in diesem Schuljahr durch eine Freitestung bereits nach fünf Tagen aufgehoben werden – nicht wie bislang nach zehn Tagen. Gesundheitsamtsleiter Gerhard Schmid hält diese Regelung für sehr hilfreich und ergänzte: „Wir werden noch stärker die Aspekte wie beispielsweise Bildungsgerechtigkeit betrachten.“

Infizierte in Kitas und Pflegeeinrichtungen

Noch sind die Schulen geschlossen, die Infektionen spielen sich woanders ab: In acht Kitas sind laut Landratsamt insgesamt 14 Personen infiziert. Auch in Pflegeeinrichtungen sind Infizierte zu vermelden: acht Mitarbeiter und zwei Bewohner. Daher ist man jetzt dabei, Auffrischungsimpfungen vorzunehmen, um die vulnerable Bevölkerung zu schützen.

Fast ausschließlich Delta-Mutationsfälle

In den vergangenen sieben Tagen hat sich eine stattliche Zahl an 286 Neuinfektionen ereignet. Landrat Göbel: „In der alten Lehre nach dem Robert-Koch-Institut bedeutet das eine Inzidenz von 81,2.“ Die Zahl bewegt sich nach oben, wobei es sich praktisch ausschließlich um Mutationsfälle der Delta-Variante handelt. Auf den Intensivbetten in den Kliniken liegen bayernweit 207 Covid-Patienten, was einem Drittel des Kontingents ausmacht, bevor die Ampel auf Rot schaltet. Das wäre bei 600 Patienten der Fall. Insgesamt liegen 308 Patienten mit Covid im Krankenhaus, ab 1200 Kranken schaltet die Ampel auf Gelb.

Neun Landkreis-Bürger im Krankenhaus

Aus dem Landkreis München befinden sich neun Menschen derzeit mit Covid-Symptomen im Krankenhaus. Im Moment geht Göbel auch für den Landkreis davon aus, dass sich die Lage verschlechtert. Zumal im Krankenhaus schnell die Notwendigkeit der Intensivversorgung erkannt werde. Die weit überwiegende Mehrheit ist nicht geimpft. Sollte die Ampel auf Rot springen, ist Wechselunterricht an den Schulen nicht ausgeschlossen. Was genau in einem solchen Fall geschieht, dazu hat sich die Staatsregierung noch nicht explizit geäußert. Göbel: „Ich sehe die Entwicklung mit einem unguten Bauchgefühl. Das Wichtigste ist und bleibt Impfen.“

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