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Unbekannte haben erst vor wenigen Wochen die Wände der Geschäftsstelle der AfD Bayern beschmiert. 

Demonstrationszug während Wahlversammlung

AfD empört über angekündigte Programm-Verbrennung

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Unterhaching – Mit Empörung hat der Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) auf die Ankündigung der politischen Gruppierung „Die PARTEI“ reagiert, während der Wahlversammlung für den AfD-Bundestagskandidaten in Unterhaching womöglich ein AfD-Wahlprogramm zu verbrennen.

„Ich weiß überhaupt nicht, wie man nur auf so einen Gedanken kommen kann?“, fragt sich der Kreisvorsitzende Gerold Otten. Der 61-Jährige, der sich bei der Versammlung der AfD am Samstag, 28. Januar, um 14.30 Uhr in der Pschorr-Klause zum Bundestagskandidaten für den Wahlkreis München-Land wählen lassen will, verweist auf die Symbolik einer derartigen Aktion. „Vor dem Hintergrund unserer Geschichte, in der es schon 1933 zu Bücherverbrennungen kam, ist dies eigentlich ein Skandal.“ Zumal das AfD-Progamm in einem demokratischen Verfahren entstanden sei, wie er betont.

Wie berichtet, hat „Die PARTEI“ am 28. Januar unter dem Motto „Ja zur Bundestagswahl – Nein zur AfD“ zu einem Demonstrationszug durch Unterhaching aufgerufen. Die Teilnehmer treffen sich um 14 Uhr am S-Bahnhof Unterhaching und wollen dann unter anderem durch die Fasanenstraße ziehen. Dort ist nicht nur die AfD-Geschäftsstelle Bayern zu finden, sondern auch die Gaststätte „Pschorr-Klause“, in der die Alternative für Deutschland ihre Wahlversammlung abhalten wird. Der Unterhachinger Ortsvorsitzende der politischen Satire-Bewegung „Die Partei“, Tom Gutbrod, hat angekündigt, während der Demo eine Rede zur AfD zu halten und womöglich auch deren Parteiprogramm zu verbrennen.

Otten bezeichnet die Spaßpolitiker von „Die PARTEI“ als keine ernst zu nehmende Gruppierung, befürchtet aber, dass gewaltbereite Gegner seiner Partei sich unter die Demonstranten mischen und versuchen könnten, die AfD-Veranstaltung zu stören. In der Vergangenheit seien Parteimitglieder immer wieder Opfer von Übergriffen geworden und Eigentum der AfD mutwillig beschädigt worden. So würden ständig Plakate für AfD-Veranstaltungen abgerissen werden, sagt Otten und erinnert daran, dass erst vor einigen Wochen Unbekannte die Wände der Geschäftsstelle an der Fasanenstraße beschmiert haben.

Auch Wirte, die in ihren Gaststätten Veranstaltungen seiner Partei zulassen, seien immer wieder Anfeindungen ausgesetzt und wären auch bereits Opfer von Vandalismus geworden. Ottens Fazit: „Ich bin entsetzt, wie die Sitten in unserem Land verkommen sind.“

Als demokratische Partei, die fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehe, müsse es möglich sein, in Ruhe arbeiten zu können. Deshalb hat der AfD-Kreisvorsitzende auch Kontakt mit der Polizei aufgenommen und nimmt die Behörden in die Pflicht. „Es muss gewährleistet sein, dass unsere Mitglieder keine Sorge vor Übergriffen haben müssen, wenn sie zur Wahlveranstaltung kommen, und diese ohne Störung abgehalten werden kann.“

Aufgrund des angekündigten Demonstrationszuges die Veranstaltung zu verschieben oder an einem anderen Ort stattfinden zu lassen, war für Otten kein Thema. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, stellt er klar. Auch seitens der Parteimitglieder gebe es keine Vorbehalte, die Wahlversammlung wie geplant durchzuführen. Er sei von vielen Mitgliedern bestärkt worden und habe viele positive Rückmeldungen erhalten.

Es ist auch mittlerweile ziemlich unwahrscheinlich, dass Gutbrod im Freien das AfD-Wahlprogramm in Flammen aufgehen lässt, während die AfD-Anhänger in der Pschorr-Klause Otten oder einen anderen Bewerber als Bundestagskandidaten aufstellen. Denn wie Landratsamt-Sprecherin Christine Spiegel auf Nachfrage erklärt, sei der beantragte Demonstrationszug zwar geprüft worden und könne stattfinden. Es sei den Teilnehmern aus Sicherheits- und Brandschutzgründen aber weder erlaubt, Gegenstände jeglicher Art zu verbrennen, noch pyrotechnisches Material mit sich zu führen.

Die AfD hat offenbar eine ausgefeilte Strategie für die Bundestagswahl: Enthüllt dieses vertrauliches Papier die Wahlstrategie der AfD?

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