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Angespannte Personalsituation: Zum Start ins neue Schuljahr fehlen im Landkreis jede Menge Lehrer

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Von: Max Wochinger

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Leere Schulräume
Zum Start ins neue Schuljahr kämpft der Landkreis München mit einem massiven Lehrermangel. (Symbolfoto) © Hans Punz / dpa

Zum Start ins neue Schuljahr kämpft der Landkreis München mit einem massiven Lehrermangel.

Landkreis – Die Schüler in Bayern genießen den Anfang der Sommerferien. An den Schulstart Mitte September verschwenden sie keine Gedanken. Von Entspannung kann aber bei Rektoren der Grund- und Mittelschulen sowie beim Schulamt im Landkreis München keine Rede sein: Sie müssen Lehrkräfte für den Herbst besorgen.

Kultusministerium stellt finanzielle Mittel zur Verfügung

Die Personalsituation im Landkreis München ist angespannt, teilt das Schulamt auf Nachfrage mit. Eine genaue Einschätzung könne es nicht geben, weil die Zuteilung der Lehrkräfte von der Regierung noch nicht erfolgt sei. Das Kultusministerium habe finanzielle Mittel zur Einstellung von zusätzlichem Personal bereitgestellt – etwa zur Unterstützung von geflohenen Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine. „Das Schulamt ist derzeit intensiv und auch bereits erfolgreich auf der Suche nach geeignetem Personal für diese Unterstützungsangebote“, so die Behörde.

Die Erich Kästner Grund- und Mittelschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ist selbst auf die Suche nach diesem externen Personal gegangen – und war erfolgreich. „Im nächsten Schuljahr sind fast 100 Stunden für externes Personal eingeplant“, sagt Schulleiter Torsten Bergmühl.

Vor allem Hilfslehrer gesucht

Diese Hilfslehrer sollen für die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund eingesetzt werden; für gewöhnlich machen das interne Lehrkräfte von der Grund- und Mittelschule. Die würden aber im kommenden Schuljahr für Klassenleitungen und den Kernunterricht gebraucht, so Bergmühl.

Der Lehrermangel ist in Deutschland schon seit vielen Jahren ein Problem, nun spitzt sich die Lage weiter zu, weil schwangere Lehrerinnen nicht beschäftigt werden dürfen – wegen des Coronavirus.

Stammlehrkräfte fehlen

An seiner Schule ist voraussichtlich genügend internes Lehrpersonal vorhanden. „Zu Klassenzusammenlegungen wird es bei uns nicht kommen“, so Rektor Bergmühl. Bei anderen Schulen im Landkreis gebe es womöglich hochproblematische Situationen. „Im Landkreis werden wir wohl nicht ausreichend Stammlehrkräfte haben.“

Grundsätzlich werden Lehrkräfte für Realschulen und Gymnasien zentral vom Kultusministerium zugeteilt. Bei Grund- und Mittelschulen ist das anders, so Bergmühl. Lehrkräfte können demnach auch vom Kultusministerium versetzt werden. Aber zuständig dafür sind die Bezirksregierungen und Schulämter. Schulleiter können das Problem auch in die eigenen Hände nehmen: Sie können externes Personal einstellen.

Kritik an schlechter Bezahlung

Kritisiert wird, dass diese externen Aushilfslehrer schlecht bezahlt würden und die bürokratischen Hürden für eine Anstellungen hoch seien. Das sagte etwa eine betroffene Hilfslehrerin dem Münchner Merkur. Sie will anonym bleiben.

In Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird indes eine gebürtige Frau aus der Ukraine beschäftigt, die Deutsch und Englisch in Odessa studiert hat, später zudem Wirtschaft. Unter dem externen Personal ist auch eine geflüchtete Konrektorin aus der Ukraine, ein Soziologe und eine studierte Musikerin. „Sie haben alle schulpraktische Erfahrungen“, sagt Bergmühl, „und bringen ihre eigene Sicht der Dinge mit.“ Damit habe er gute Erfahrungen gemacht.

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