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Nach Durchstich sieht es nicht aus in der grünen Mitte auf der Stumpfwiese. 

An der Stumpfwiese

Anwohner fürchten: Gemeinde stoppt Durchstich-Pläne

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Anwohner der Walter-Paetzmann-Straße fürchten die Rückkehr des Schleichverkehrs.  Denn nichts deutet auf den geplanten Durchstich an der Stumpfwiese hin, der den Verkehr abhalten sollte

Unterhaching – Das Großprojekt für sozialgeförderte Wohnungen im Südosten der Unterhachinger Stumpfwiese erfordert seit einem Jahr eine geänderte Verkehrsführung. Die spannende Frage war: Würde die neue Einbahnstraßen-Regelung in der Walter-Paetzmann-Straße den vom Schleichverkehr geplagten Anwohnern endlich mehr Ruhe bescheren? Eine eindeutige Antwort gibt’s nicht.

214 Unterschriften aus 93 Haushalten hat der Anwohner Johann Schildmann 2015 gesammelt und der Gemeinde übergeben – mit einer klaren Intention: Der ursprünglich geplante und zwischenzeitlich in Frage gestellte Durchbruch in der „grünen Mitte“ zwischen Witney- und Ludwig-Specht-Straße müsse kommen, um die Bewohner der Walter-Paetzmann-Straße zu entlasten. Diese ist vor einem Jahr zwangsläufig – wegen der Großbaustelle – zur Einbahnstraße geworden.

Weniger Verkehr, mehr Regelverstöße

„Das Verkehrsaufkommen ist seitdem spürbar geringer geworden“, sagt Schildmann. Ein Erfolg, gar ein Durchbruch? Überhaupt nicht, meint der Unterhachinger. In einem Schreiben an die Gemeinde hat Schildmann das Für und Wider zusammengefasst: „Das Verkehrsaufkommen ist spürbar geringer geworden, jedoch nach wie vor stark beeinflusst vom (vor allem ortsfremden?) Berufsverkehr, insbesondere am Morgen. Außerdem wird die Einbahnstraßenregelung jeden Tag mehrfach missachtet, und es wird vielfach viel zu schnell gefahren. Die Polizeipräsenz dagegen ist nahezu nicht gegeben.“

Über Pressesprecher Simon Hötzl hat Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) ausrichten lassen, dass er sich „für die Beobachtungen hinsichtlich der aktuellen Situation“ bedanke und freue, „dass die Verkehrsbelastung durchaus wahrnehmbar abgenommen hat“. Man werde „weitere geeignete Maßnahmen ergreifen, um den ortsfremden Verkehrs nochmals zu reduzieren“.

Sorge: Durchstich kommt nicht

Eine Aussage, die Schildmann als lapidares Lippenbekenntnis wertet. Denn seine größte Sorge und die der Anwohner bleibt: Dass der ursprünglich vorgesehene Durchstich in der „grünen Mitte“ zwischen Witney- und Ludwig-Specht-Straße im stillen Kämmerlein gestoppt wird – zu Lasten aller Bewohner der Walter-Paetzmann-Straße, die ab 2020, nach Aufhebung der Einbahnstraßenregelung, wieder mit 100 statt 50 Prozent Schleichverkehr zu rechnen hätten.

Hötzl versichert, dass nach Auflösung der Großbaustelle – es handelt sich um das aktuell größte soziale Wohnbauprojekt im gesamten Landkreis – die Verkehrssituation neu bewertet werde. An Schildmanns Adresse schreibt er: „Wir dürfen Ihnen auch versichern, dass – entgegen Ihrer Annahme – keine baulichen Maßnahmen angestoßen wurden, die eine Entscheidung über die Öffnung der ,grünen Mitte‘ vorwegnehmen.“

Klammheimlich Fakten geschaffen?

Eine Aussage, an der Schildmann zweifelt. „Der aktuelle optische Eindruck ist ein anderer“, sagt der Anwohner gegenüber dem Münchner Merkur. Randsteine seien schon verlegt und ein Teilbereich zum Ansähen von Rasen planiert worden. „Alles deutet darauf hin, dass hier klammheimlich Fakten geschaffen werden sollen.“ Was Schildmann als Frechheit empfinden würde: „Wir haben dann hier den ganzen Dreck und die anderen jenseits der ,grünen Mitte‘ ihre Ruhe – das wäre hochgradig unsozial.“

Über die verkehrspolitische Entscheidung ab 2020 hinaus würde sich Schildmann über mehr Polizeipräsenz freuen, weil die seit einem Jahr geltende Einbahnstraßen-Regelung in der Walter-Paetzmann-Straße regelmäßig missachtet werde, was gegenüber unserer Zeitung weitere Unterhachinger bestätigt haben. „Paketdienste ignorieren die Regelung permanent“, moniert Schildmann.

Aber auch Anwohner tun so, als sei alles wie vor dem Mai 2017: „Ich habe eine Autofahrerin angesprochen, und die sagte mir glatt: ,Ich wohne doch hier‘. Ich auch“, empört sich Schildmann. „Solche Leute müssten eigentlich ihren Führerschein abgeben.“

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