Anwohner der Von-Stauffenberg-Straße

Die Angst vor einem Durchstich

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Unter der Überschrift „Durchstich könnte der Durchbruch sein“ hatte der Münchner Merkur im März über eine mögliche Änderung der Verkehrsführung im Unterhachinger Osten berichten. Einen Vorgeschmack darauf hat die Umleitungsphase während der wochenlangen Baustelle in der Ottobrunner Straße gegeben. Diese Erfahrungen reichen den Anwohnern in der Grünau voll und ganz: Vorsorglich protestieren sie schon jetzt gegen einen Durchstich zwischen Von-Stauffenberg-Straße und Kreisverkehr.

Unterhaching – Schon im April hatte Rudolf Keßler mit einem Leserbrief aus unseren Artikel reagiert und einen Durchstich als „nicht notwendig“ erachtet. Jetzt hat der Anwohner den „lieben Nachbarinnen und Nachbarn“ einen Wurfpostzettel in die Briefkästen gesteckt mit der Kernfrage: „Unsere Von-Stauffenberg-Straße als Durchgangsstraße?“ Für die Betroffenen wäre das ein Unding.

Auch wenn das Abbiegen von der Ottobrunner Straße via Bozaunweg Richtung Grünau (und umgekehrt) seit zig Jahren etwas umständlich ist, nutzen viele Autofahrer diese Route. Würde diese durch eine Öffnung des Kreisverkehrs nach Norden noch bequemer, befürchtet Keßler einen Verkehrskollaps in der Von-Stauffenberg-Straße.

Die mehrwöchige Baustellenphase habe dies gezeigt. Die offizielle Umleitung war über Oberweg und Hauptstraße ausgeschildert, „aber alls, die die ,Abkürzung‘ kennen, nutzen den schnelleren Weg“, schreibt Keßler in seinem Wurfzettel. Es habe „nahezu nicht abreißenden Verkehr in beide Richtungen und entsprechenden Dauerlärm“ gegeben.

Die Angst vor einem Durchstich, vor der Öffnung des Kreisverkehrs: Sie ist da seit dem Abriss von drei maroden Häusern zwischen Kreisel und Bozaunweg. Jetzt wäre also Platz für eine neue Verkehrsführung – und obendrein ist diese in einem Bebauungsplan aus den 1960er Jahren sogar explizit vorgesehen. „Ich werde die Gemeinde anschreiben und darum bitten, eine Änderung der Verkehrsführung konkret auszuschließen“, heißt es in Keßlers Wurfzettel. Es gelte, den Charakter der Von-Stauffenberg-Straße als Erschließungsstraße zu erhalten und sie nicht dem Durchgangsverkehr zu opfern. Keßler bittet die Anwohner, „in ähnlicher Weise an die Gemeinde heranzutreten“ und „persönlich zu intervenieren“.

Auch im Internet regt sich Widerstand, wie ein aktueller Kommentar auf Merkur.de zum Artikel vom 29. März zeigt. Ein User bezeichnet einen etwaigen Durchstich als „Schrott-Idee“ und verweist darauf, dass sich im „Geschwindigkeitswahn“ kaum jemand ans Tempolimit von 30 km/h halte – auch Lkw und MVG-Busse würden „hemmungslos durchrasen“.

Eine Nachfrage des Münchner Merkur im Rathaus ergab, dass die Furcht vor einem Durchstich mittelfristig unbegründet ist. „Da wird jahrelang nichts passieren“, sagt Gemeinde-Sprecher Simon Hötzl. Grund sei das permanente Ringen um Standorte für die soziale Infrastruktur: „Wir müssen erstmal eine ganze Latte priorisierter Bauvorhaben abarbeiten. Ganz ehrlich, unsere Kapazitäten sind auf Jahre hinweg gebunden.“

Was nun also mit dem Gemeinde-Grundstück am Bozaunweg passiert? Erstmal gar nichts, sicherheitshalber ist das Gelände eingezäunt. „Es gibt keine konkreten Planungen – insbesondere keine für einen Durchstich“, sagt Hötzl. Und war die Raser angeht: „Es gilt Tempo 30 – daran hat sich jeder zu halten.“

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