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Was will der Grundstückseigentümer mit den Plätzen anfangen? Die Gemeinde limitiert die Möglichkeiten.

Baupolitik in Unterhaching

Sport gewinnt gegen Bodenspekulation

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Möglicherweise wäre das ja lukrativer für den Grundstückseigentümer: Wenn Golf- statt Tennisbälle fliegen würden. Eine „Golf Range“ auf dem derzeitigen Areal des Tennisclubs Unterhaching an der Ottobrunner Straße?

Unterhaching– Fakt ist: Dem Verein ist, nach 49 Jahren, der Pachtvertrag zum 30. September 2018 gekündigt worden (wir berichteten). Möglicherweise steht dahinter der Gedanke des privaten Grundstückseigentümers, das 22 000 Quadratmeter große Gebiet durch eine anderweitige Nutzung „zu vergolden“, wie mehrere Kommunalpolitiker mutmaßen. Um derlei Bodenspekulation vorzubeugen, stellt die Gemeinde jetzt entsprechende Weichen.

Mit zwei Instrumentarien soll eine Lenkung der Grundstücksnutzung erfolgen. Erstens: In einem Bebauungsplan wird das auf fünf Flurnummern bestehende Areal, das seit 1969 der Tennisclub mit seinen aktuell rund 370 Mitgliedern gepachtet hat, als „Sportfläche“ ausgewiesen. Zweitens erlässt die Gemeinde eine Vorkaufsrechtssatzung und hätte, wenn „das Wohl der Allgemeinheit dies rechtfertigt“, den ersten Zugriff bei einem etwaigen Grundstücksverkauf. Beide Beschlüsse fasste der Bauausschuss einstimmig.

Vorangegangen war allerdings eine Debatte darüber, ob der Begriff „Sportflächen“ ausreicht – mehrere Kommunalpolitiker hielten ihn für zu vage. „Wir sollten ein klares Statement setzen und ,Tennis‘ konkret benennen. ,Sportflächen‘ erscheint mir zu allgemein“, sagte Florian Riegel (parteilos). „Ich sehe das genauso“, schloss sich Bernard Maidment (FDP) an. „Wir wollen dort beispielsweise keine Fußballplätze haben.“

Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) wiederum argumentierte: „Der Bedarf an Sportflächen besteht insgesamt, die Interessen des Tennisclubs werden durch die Formulierung nicht gemindert, sondern sie bedeutet eine Rückenstärkung für den Verein. Dessen Ziele erreichen wir auch mit einem offenen Beschluss.“

Der Leiter der Bauabteilung, Stefan Lauszat, präzisierte „das kleine Dilemma“, in dem die Gemeinde stecke: „Wenn wir über die Vorkaufsrechtssatzung einen Verkauf des Areals verhindern und einen Zugriff ausüben wollen, müssen wir Bedarf dahingehend anmelden, dass wir dort städtebaulich etwas entwickeln wollen. Dazu wäre die Fokussierung allein auf Tennis etwas zu dünn.“

Was heißt das nun konkret? Sollte der Grundstückseigentümer sich nicht mit dem Tennisclub einigen, kann er dann eine „Golf Range“ bauen? „Als Gemeinde betreiben wir keine Verhinderungspolitik, sondern wollen städtebauliche Entwicklung steuern“, erläutert Rathaus-Sprecher Simon Hötzl auf Nachfrage des

Münchner Merkur. Die Vorkaufsrechtssatzung sei „planungsrechtlich das schärfste Schwert – und eins, das wir nur selten ziehen“. Es gelte, nicht nur die Interessen des Tennisclubs zu berücksichtigen, sondern auch die des Eigentümers.

Eine denkbare Lösung, da es bei Sportflächen bleiben muss: Ab Oktober 2018 wird ein Pachtvertrag mit neuen Konditionen aufgesetzt – davon könnten alle profitieren.

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