Homeschooling und Betreuung der Kinder, nebenher noch der Job: Für Eltern ist die derzeitige Situation eine Doppelbelastung. Die müsse laut SPD auch gewürdigt werden.
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Homeschooling und Betreuung der Kinder, nebenher noch der Job: Für Eltern ist die derzeitige Situation eine Doppelbelastung. Die müsse laut SPD auch gewürdigt werden.

Sozialdemokraten im Landkreis setzten sich für finanziellen Ausgleich ein

Betreuung daheim: Eltern sollen entlastet werden

  • vonAndreas Sachse
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Eltern, die ihre Kinder selbst daheim betreuen, sollten finanziell entschädigt werden. Das fordern SPD-Politiker im Landkreis um Landtagsabgeordnete Natascha Kohnen, Vize-Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche, Bundestagsabgeordnete Bela Bach und die sozialdemokratischen Bürgermeister.

Landkreis - „Wer auf Notbetreuung in der Kita verzichtet, sollte dafür nicht noch bezahlen müssen“, sagte Kreisvorsitzender Florian Schardt. Er könnte sich eine Pauschale vorstellen oder auch eine Rückerstattung der Kita-Gebühren für Eltern, die die Notbetreuung nicht in Anspruch nehmen. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr haben die Träger der jeweiligen Einrichtungen Geld vom Freistaat bekommen, um Eltern die Gebühren zu erlassen. Doch nicht überall hat das kostendeckend ausgereicht. Viele Kommunen haben die restlichen Kosten übernommen, um Eltern zu entlasten. Allerdings hat nicht jede Kommune diese finanziellen Möglichkeiten, gibt Schardt zu bedenken. Es müsste eine für alle gerechte Lösung gefunden werden.

Eltern, die auf Notbetreuung verzichten, kommen zu kurz

Das Instrument der „Notbetreuung“ ermöglicht es Eltern, ihre Kinder im Notfall – wenn sich keine andere Möglichkeit bietet –, einer Kita anzuvertrauen. Einem beachtlichen Teil der Eltern gelingt der Spagat zwischen Job, Homeoffice, Corona-Sonderurlaub und anderweitige, in der Regel mit finanziellen Einbußen verbundenen aufwendigen Arrangements. Gerade Eltern, die auf Notbetreuung verzichten, den Nachwuchs selbst betreuen, kommen nach Ansicht der Sozialdemokraten im Landkreis zu kurz. In einer gemeinsamen Stellungnahme werben sie für eine „unbürokratische Lösung

Jedes fünfte Kind in der Notbetreuung

Nach Informationen aus dem Sozialministerium nutzt jedes fünfte Kita-Kind die angebotene Notbetreuung in Kindergarten & Co. Es gibt regionale Unterschiede. In ländlichen Regionen steigt der Anteil der Familien, die ihre Kinder selbst daheim betreuen. Um diese Eltern geht es den Sozialdemokraten: Wer auf Notbetreuung verzichtet, dadurch Kapazitäten in den Kitas schonen hilft, sollte nach Ansicht von Schardt belohnt werden: „Eltern, die, wie angehalten, keine Notbetreuung in Anspruch nehmen, sollten dafür nicht noch zahlen müssen! Das widerspricht gesundem Rechtsempfinden.“

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