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Bewährungsstrafe für Mutter nach fünfmonatiger Haft

Beim Bettenklau muss die Tochter mithelfen

Gezielt und gut vorbereitet hat eine 37-jährige Hausfrau aus München gemeinsam mit ihrer Tochter (13) und weiteren Mittätern ein Bettengeschäft in Unterhaching bestohlen. Die zuständige Strafrichterin am Amtsgericht München verurteilte die Hausfrau wegen gemeinschaftlich begangenen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die nach fünfmonatiger Untersuchungshaft unter Auflage von 240 Stunden unbezahlter gemeinnütziger Arbeit zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Unterhaching – Im Januar dieses Jahres klaute die Verurteilte zusammen mit ihrer Tochter, einer männlichen Person (vielleicht ihrem 17-jährigen Sohn) und einem weiteren erwachsenen Mittäter in einem Bettenladen in Unterhaching vier Daunen-Bettdecken im Gesamtwert von 1116 Euro.

Während die Verurteilte im Geschäft das Verkaufspersonal ablenkte, trugen die Tochter und der junge Mann die vier Bettdecken in Taschen verpackt auf den Parkplatz vors Geschäft. Dort wartete der erwachsene Mittäter abfahrbereit mit geöffnetem Kofferraum. Nachdem sie die Decken im Kofferraum verstaut hatten, wollten die drei mit dem Pkw flüchten. Die Flucht wurde jedoch von einem Mitarbeiter des Bettenhauses vereitelt, der sich dem Wagen in den Weg stellte.

Zwei Männer flüchtig

Die Tochter stieg daraufhin aus und öffnete den Kofferraum. Sie übergab dem Mitarbeiter die Decken. Inzwischen flüchteten die beiden Männer. Mutter und Tochter gelang es nicht, zu Fuß zu fliehen. Die eintreffende Polizei hielt sie am Tatort fest.

Während die Mutter in Untersuchungshaft kam, wurde die Tochter in eine Betreuungseinrichtung für Minderjährige gebracht. Etwa sechs Wochen später stimmte die Mutter vor dem Familiengericht dem vorläufigen Entzug von Teilen der elterlichen Sorge zu. Die Tochter durfte in die Familienwohnung zurückkehren, in der auch die Oma lebt. Die Rückübertragung der vollen elterlichen Sorge steht unter anderem unter der Bedingung, für einen kontinuierlichen Schulbesuch der Tochter zu sorgen. Die Verurteilte räumte die Tat ein und erklärte: „Es tut mir leid, was passiert ist. Ich habe daraus gelernt. Ich war fünf Monate in Haft und werde mir eine Arbeit suchen.“

Starke Auswirkung auf Leben der Tochter

Die Richterin wertete es positiv, dass die Mutter sich bei den Beteiligten und bei dem Gericht entschuldigte. Auch fiel zu ihren Gunsten ins Gewicht, dass das Verfahren starke Auswirkungen auf das Leben der Tochter hatte. Gegen die Angeklagte spricht das hohe Maß an krimineller Energie, die in der Tat zum Ausdruck kam. Es handelte sich um ein gezieltes Vorgehen, bei der die Beteiligten sich die Arbeit teilten und einen Trickdiebstahl ausführten. Besonders problematisch: Die Angeklagte hatte in die Tat ihre strafunmündige Tochter mit eingebunden.

Die Angeklagte war bereits zweimal wegen Diebstahls verurteilt worden. Beide Taten liegen in jüngerer Vergangenheit, sodass von einer hohen Rückfallgefahr auszugehen sei. Nur unter Berücksichtigung des offensichtlich nachhaltigen Eindrucks der erlittenen Untersuchungshaft sah es das Gericht als vertretbar an, die verhängte einjährige Freiheitsstrafe zur Bewährung auszusetzen.  mm

Lesen Sie auch: Familienbande bei Diebstahl festgenommen - eine Person flüchtig

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