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Sorge vor dem Blackout: Landratsamt München rät Bürgern zu Vorbereitungen

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Von: Max Wochinger

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Eine Überlastung des Stromnetzes im Landkreis ist denkbar. Sagen zumindest die Stadtwerke München. Die Kreisverwaltung prüft das Szenario eines Stromausfalls.

Landkreis – Der Herbst steht vor der Tür und der Winter naht. Mit den tiefen Temperaturen kommen die Sorgen vor frostigen Wohnzimmern und stillgelegten Industriemaschinen – die Angst vor leeren Gastanks geht um in Deutschland. Viele Bürger haben deshalb auf Elektroheizungen umgestellt.

Nun aber warnen Experten: Das Stromnetz könnte im Winter an seine Grenzen geraten. Das Landratsamt in München prüft wie andere Kreisverwaltungen, was im Falle eines Strom-Blackouts zu tun ist.

Blackout-Gefahr im Landkreis München: Firma für Analyse beauftragt

Bereits vor einem Jahr hat das Landratsamt damit begonnen, sich mit einem möglichen Stromausfall auseinanderzusetzen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage mit. Es sei eine Firma beauftragt worden, die in einer „kommunalen Impact Analyse“ Probleme eines Stromausfalls herausarbeitet und bewertet; auch konkrete Handlungsempfehlungen sollen abgeleitet werden. Dabei wurde mit ausgewählten Gemeinden, Behörden und Netzbetreibern zusammengearbeitet.

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Anlass für die Analyse war nicht die Energiekrise 2022, sondern ein Stromausfall in Berlin 2019. Am 19. Februar gingen damals im Stadtteil Köpenick die Lichter aus – für über 30 Stunden. Rund 30.000 Haushalte waren ohne Strom. Das soll nicht wieder passieren, nicht in Berlin und nicht in Brunnthal.

Vorsorge bei einem Blackout: Analyse soll auf Ernstfall vorbereiten

Die Analyse soll auf den Ernstfall vorbereiten, das Ergebnis werde derzeit ausgewertet. Erste Lösungen aus dem Papier verrät das Landratsamt nicht. „Zunächst werden die Ergebnisse den Beteiligten und Gemeinden vorgestellt, damit diese sich ‚bestmöglich‘ auf einen Stromausfall vorbereiten können“, so die Sprecherin.

Die Kreisverwaltung verfüge bereits über einen Katastrophenschutzplan für einen Stromausfall. In diese Planung würden die Erkenntnisse aus der „Impact Analyse“ eingearbeitet – und auf die aktuelle Energiekrise, allen voran der Gasmangel, angepasst. Wichtig sei, betont die Behörde, dass im Ernstfall „vorübergehend eine autarke Notfallversorgung“ sichergestellt sei.

Wann diese Notfallversorgung einsatzbereit ist und mit welchen Energieträgern sie funktioniert, darüber schweigt das Landratsamt. Auch die Bekanntgabe von Details aus der Katastrophenschutzplanung verweigert es; es handle sich „um interne Unterlagen“, so die Sprecherin. In ein paar Monaten könnten die Lichter erlöschen, das Landratsamt aber lässt ihr Bürger im Umgang damit bisher im Dunkeln.

Es warnt vor „erheblichen Einschränkungen für das öffentliche und private Leben“ bei einem lang anhaltenden und flächendeckenden Stromausfall. „Diese Einschränkungen können nicht nur Planungen und Vorsorge durch die öffentliche Hand kompensiert werden.“

Tipps bei einem Blackout: Taschenlampen griffbereit

Probleme bekommen dann zum Beispiel Haushalte mit elektrischen Boilern. Sie hätten im Ernstfall kein warmes Wasser mehr. Private Haushalte seien deshalb dazu aufgerufen, selbst für den Fall eines länger andauernden Stromausfalls vorzusorgen. Und wie? Die Kreisverwaltung verweist auf die Broschüre „Für den Notfall vorgesorgt“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Demnach sollen Kerzen und Taschenlampen mit Batterien griffbereit liegen. „Kleinere Mahlzeiten können Sie auf einem Campingkocher zubereiten“, so der Ratgeber. Und Ofenbesitzer sollten für den Ernstfall einen Vorrat an Kohle oder Holz im Haus haben. Für Eigentümer oder Mieter mit Nachtspeicherofen bleibt nur der Griff zur Jacke. Eine Lösung für einen „länger andauernden Stromausfall“ ist das nicht.

Stadtwerke: Großflächiger Stromausfall denkbar

Eine Überlastung des Stromnetzes im Winter ist denkbar. Das teilen die Stadtwerke München (SWM) mit. Die SWM haben ein eigenes Stromnetz in Ottobrunn, betreiben dazu die Netze in Garching, Aschheim, Kirchheim und Feldkirchen. Gefahr gehe fürs Versorgungsnetz von elektrischen Heizungen aus, so eine Sprecherin der SWM. Eine Vielzahl von Radiatoren und Heizlüftern könnten das Netz überlasten und in der Folge zu lokalen Stromausfällen führen. Auch im Landkreis Ebersberg macht man sich Sorgen über einen Blackout und gibt Tipps.

„Im schlimmsten Fall wären sogar länger anhaltende Stromausfälle möglich, wenn die Geräte bei einem auftretenden Stromausfall eingeschaltet und eingesteckt blieben“, so die Sprecherin. Bei jedem Versuch, den Netzbereich wieder in Betrieb zu nehmen, gebe es demnach wieder eine Überlastungssituation und die Netzsicherung würde abschalten. Die SWM rät deshalb ab von Elektroheizungen – günstig ist das Heizen mit den gestiegenen Strompreisen ohnehin nicht.

Auch spannend: Die Ochsenbraterei gehört zur Wiesn wie die Bavaria und der Olympia-Loop. Das Fleisch dafür kommt vom Gut Karlshof bei Ismaning.

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