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Alles Gute zum 50-jährigen Bestehen der Polizeiinspektion Unterhaching: Darüber freuen sich (v.l.) Robert Kopp (Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd), Landrat Christoph Göbel, Unterhachings Polizeichef Stefan Schraut, der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä sowie die Bürgermeister Wolfgang Panzer (Unterhaching), Ullrich Sander (Taufkirchen) und Barbara Bogner (Sauerlach).

Blaulicht-Torte zum 50. Geburtstag

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Was wohl unter der Abdeckung stecken mag? Christoph Göbel machte es spannend. Wie es sich zu einem runden Geburtstag gehört, hatte auch der Landrat ein Geschenk mitgebracht. Eins zum Reinbeißen! „Lassen Sie es sich schmecken“, sagte Göbel beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Polizeiinspektion Unterhaching.

Unterhaching – Mit „es“ meinte Landrat Göbel ein essbares Polizeiauto, das der Landrat von der Bäckerei Sickinger aus Lochham detailgetreu hatte backen lassen. Dass die Blaulicht-Torte es kalorienmäßig in sich hat, sei ja kein Problem, sagte Göbel augenzwinkernd in Anspielung auf die neuen, dunkelblauen Polizeiuniformen: „Die stehen Ihnen gut – und da ist jetzt wieder ein bisschen Platz drin.“

Es ging launig zu beim Festakt im Kubiz, wo Stefan Schraut, seit neuneinhalb Jahren Leiter der PI 31, zwischen musikalischen Einlagen der Polizei-Band „Schandiblech“ rund 120 geladene Gäste begrüßte. Darunter prominente Kollegen die den Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä sowie Robert Kopp, den Leiter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Der 58 Jahre alte Unterhachinger hat eine ganz besondere Beziehung zur PI 31, wie Schraut erläuterte: „Robert Kopp hat 1975 als Praktikant hier in Unterhaching angefangen und erstmals Polizeiluft geschnuppert.“

Eine der Kernbotschaften des Abends: Es geht nur gemeinsam. Schraut bezog dies nicht nur auf sein 45-köpfiges Team in Unterhaching, sondern über die Polizeibeamten hinaus auf die Feuerwehren mit 135 Quadratkilometer großem Einsatzgebiet (außer Unterhaching gehören auch Taufkirchen, Oberhaching und Sauerlach dazu), die Rettungsdienste, die Bauhöfe, die auf pragmatische Zusammenarbeit bedachten Rathäuser, die ehrenamtlichen Helfer der Sicherheitswacht, die Kollegen umliegender Inspektionen und auch aus der österreichischen Partnerstadt Bischofshofen. „Ohne Sie alle“, betonte Schraut, „geht es nicht.“ Der 54-Jährige beschwor „das Gefühl im Saal, dass wir nur gemeinsam eine wichtige Aufgabe bewältigen können.“ Nämlich, für Sicherheit zu sorgen und im Notfall kompetent zur Stelle zu sein.

Auch Huberts Andrä hob diese Wir-Mentalität hervor. „Bewahren Sie sich das Gefühl der gemeinsamen Verantwortung: anzupacken, wo andere nur gescheit daherreden“, sagte der Münchner Polizeipräsident und zitierte den Schauspieler Ewald Balser; „Die Welt lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht.“

Wie sehr die Herausforderungen gewachsen sind, zeigte der Blick zurück auf die Geschichte der Polizeiinspektion Unterhaching, „die auf den Tag genau vor 50 Jahren“, wie Schraut vorrechnete, in Betrieb ging. Bis 1967 war Unterhaching von der PI Grünwald mitbetreut worden, doch als der Ort durch die Neubaugebiete in der Grünau und im Fasanenpark rasant von 6000 auf 16 000 Einwohner wuchs, erforderte dies eine eigene Inspektion. Die befand sich als „Landespolizeistation Unterhaching“ 17 Jahre lang in einer Drei-Zimmer-Wohnung mitsamt Einbauküche in der Fasanenstraße 70, ehe die Beamten umzogen ins ehemalige Rathaus in der Ottobrunner Straße. Auch heute noch sitzt die Polizeiinspektion in diesem Gebäude das eine vielschichtige Vergangenheit hat: Vor der Nutzung als Rathaus (1962 bis 1983) diente es als Heim für schwer erziehbare Kinder (1927 bis 1961). „Dieser Geist ist heute noch manchmal zu spüren“, sagte Schraut schmunzelnd.

Im Kubiz wurde gefeiert.

Aber im Ernst: Die Polizeiarbeit ist im Lauf der fünf Jahrzehnte schwieriger geworden. Hubertus Andrä sprach von „neuen Kriminalitätsphänomenen“ mit dem „falschen Beamten“, Christoph Göbel verwies auf das immense Wirtschafts- und Einwohnerwachstum: „Die Region hat eine unglaubliche Entwicklung genommen – darin besteht für die Polizei die besondere Herausforderung.“ Zugleich sei das Gebiet der PI 31 „eine der sichersten Regionen Bayerns“, so Göbel, was Andrä anhand konkreter Zahlen bestätigte. Die sogenannte Häufigkeitszahl listet Straftaten pro 100 000 Einwohner auf, im Bereich der PI Unterhaching waren es im vergangenen Jahr 3366. „Dieser Wert liegt unter dem Landkreis-Durchschnitt, ist nur halb so hoch wie in München“, sagte Andrä. „Von solchen Zahlen träumen andere Regionen Deutschlands.“

Bis 1984 war die PI Unterhaching in einer Drei-Zimmer-Wohnung untergebracht.

Am Rande ließ der Münchner Polizeipräsident sogar eine Neuigkeit durchklingen, die fast alle im Kubiz-Festsaal erstmals hörten. Hubertus Andrä lobte nämlich die Treue von PI-Chef Stefan Schraut zu Unterhaching: „Auch die Möglichkeit, befördert zu werden und noch mal einen Karrieresprung zu machen, ließ Sie nicht woandershin wechseln.“ Da horchten viele auf – später, nach dem offiziellen Teil, sagte Stefan Schraut auf Nachfrage des Münchner Merkur: „Ja, in den vergangenen zwei, drei Jahren kamen Anfragen, ob ich höhere Aufgaben im Präsidium übernehmen möchte. Doch ich verzichte gern, denn als Leiter der PI in Unterhaching habe ich doch das schönste Amt in einer tollen Dienststelle. Arbeitszufriedenheit ist für mich das A und O, insofern passt alles.“ Also kein Sprung mehr auf der Karriereleiter? „Nein, irgendwann ist die Jagd zu Ende.“

Stefan Schraut bleibt Unterhachinger Polizeichef – und damit „diese Erfolgsgeschichte“, wie Bürgermeister Wolfgang Panzer es formulierte, so weitergeht, überreichte das Gemeindeoberhaupt symbolisch „den Schirm der Gemeinde für den Schirm aus Sicherheit“ als Geschenk. Auf mindestens ebenso gute, weitere 50 Jahre.

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