Heiß begehrt: Die Nachfrage nach Corona-Selbsttests ist groß – die Verfügbarkeit jedoch noch begrenzt. SymbolbilD: Scheurer/DPA
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Heiß begehrt: Die Nachfrage nach Corona-Selbsttests ist groß – die Verfügbarkeit jedoch noch begrenzt. (Symbolbild)

Coronavirus im Landkreis München

Weil Freistaat-Lieferung nicht reicht: Bürgermeister ordern Selbsttests für Schulen

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Selbsttests, die der Freistaat liefert, reichen nicht. Daher gehen der Landkreis und die Kommunen nun in Vorleistung und besorgen die Tests für die Schulen in Eigenregie.

Landkreis – Seit Montag füllen sich die Schulen. Aber die angekündigten Selbsttests sind nicht in ausreichender Menge geliefert worden. Der Landkreis geht in Vorleistung. Der Kreisausschuss hat einstimmig beschlossen, dass der Landkreis für die Schulen Selbsttests beschafft, die die Kommunen bestellen. Nach den Osterferien werden dann hoffentlich die Lieferungen des Freistaats ausreichen.

Es war eine große Ansage, die Bayerns Gesundheitsminister Ende Februar machte: Ab März sollten sich Bayerns Lehrer zweimal pro Woche und Schüler ab 15 Jahren einmal pro Woche kostenlos selbst testen können. Die Selbsttests sollten die Kitas und Schulen vom Freistaat zur Verfügung gestellt bekommen.

Selbsttest liefert Momentaufnahme

Die Realität sieht anders aus: Seit Montag kehren die Schüler zurück. Aber Selbsttests gibt es nicht. Mehrmals hat das Landratsamt im Gesundheitsministerium nachgefragt. Doch die Lieferungen verzögern sich. Am Freitag wurde zwar die erste Selbsttest-Lieferung zugestellt, sie ist allerdings deutlich geringer ausgefallen, als erwartet.

„Wir stellen fest, dass es durch die Virusvarianten zu deutlich höheren Ausbrüchen kommt“, eröffnete Landrat Christoph Göbel (CSU) die Diskussion im Kreisausschuss: „Die Frage ist, ob wir zuschauen, oder ob wir die Situation abpuffern.“ Der Selbsttest liefere eine Momentaufnahme, „die ein Tag später falsch sein kann.“ Es sei eine Abwägungsfrage. Er selbst hält es für sinnvoll, so viel wie möglich zu testen.

„Wenn wir die Kurve brechen...“

„Wenn wir die Kurve brechen wollen, ist es wichtig, eng zu testen“, ist auch CSU-Fraktionschef Stefan Schelle überzeugt. Für den Zweckverband Gymnasium Oberhaching hat er bereits 2000 Selbsttests bestellt. Auch Göbel befürwortet die Bestellung durch die Kommunen, „das geht schneller.“

Das Landratsamt hat schon abgefragt, wie viele Schüler die Grund- und Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien, Förderschulen und Fach- und Berufsoberschulen, Berufsintegrationsklassen und Berufsschule München-Land besuchen: 38 639.

Kosten: 7500 bis 9000 Euro pro Woche

Die Preise für einen Selbsttest liegen bei großen Bestellmengen zwischen 5 und 6 Euro. Bei einer Testung aller Schüler im Landkreis einmal pro Woche fallen wöchentlich 194 000 bis 232 000 Euro an. Die Kreisverwaltung bestellt für ihre Mitarbeiter und Besucher bis Ende des Jahres je nach Pandemieentwicklung bis zu 60 000 Selbsttests. Die Kosten liegen bei 7500 bis 9000 Euro pro Woche.

Auf Antrag der Kreis-SPD sucht die Landratsamtsverwaltung auch praktikable Systeme für den Einsatz elektronischer Daten: Apps wie „Darf ich rein“, die zum Beispiel Besucher in Restaurants erfassen, könnten dem Gesundheitsamt helfen, weil man sie im Kontaktpersonenmanagement einsetzen könnte. Zugleich soll das System mit dem elektronischen Impfpass verknüpfbar sein.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Landkreis München informieren wir in unserem News-Ticker.

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