+
Wolfgang Panzer (l.) und Armin Konetschny wollen Unterhachings Bürgermeister werden.

Stichwahl am Sonntag in Unterhaching

Corona-Krise könnte Vorteil für Amtsinhaber sein

  • Martin Becker
    VonMartin Becker
    schließen

Eins steht fest: Feiern wird Armin Konetschny an diesem Sonntag auf jeden Fall. Die Frage ist: einfach oder doppelt? Am Termin seines 57. Geburtstags kann der Unterhachinger Bürgermeisterkandidat der Grünen nicht rütteln. Ob es in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Wolfgang Panzer (52) von der SPD eventuell einen zusätzlichen Grund zum Feiern gibt, darüber entscheiden rund 19 700 Wähler.

Unterhaching - Mit der Winzigkeit von drei Stimmen Vorsprung gegenüber CSU-Kandidatin Renate Fichtinger hatte Armin Konetschny überhaupt erst die Stichwahl erreicht – Wolfgang Panzer indes verbuchte mit 48,03 Prozent der Stimmen mehr Wähler hinter sich als die beiden Haupt-Widersacher zusammen. Ein klarer Bonus also in der Stichwahl gegen Armin Konetschny (21,07 Prozent)?

Nein, ein Selbstläufer wird die Stichwahl keinesfalls für Wolfgang Panzer, immerhin seit 2008 im Amt. „Ich glaube, dass Unterhaching in dieser Zeit eine Entwicklung genommen hat, die sich sehen lassen kann“, sagt der Sozialdemokrat. Er verweist unter anderem auf die große Finanzkrise 2008/09 oder den Um- und Neubau von Schulen: „Es galt, einige Herausforderungen zu meistern – ich denke, das ist mir gut gelungen.“ Darauf, dass die Wähler diese vergangenen zwölf Jahre honorieren, setzt Panzer.

Für Spannung sorgt aber, dass Panzers SPD bei der Gemeinderatswahl nur dritte Kraft wurde hinter Grünen und CSU. Die Christsozialen betonen „die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit und in Zukunft“ mit der Fraktion der Grünen, allerdings sei dies „keine direkte Wahlempfehlung“ für die Bürgermeister-Stichwahl, betont der CSU-Fraktionsvorsitzende Richard Raiser.

Ähnliche vage positioniert sich die FDP, deren Fraktionschef Bernard Maidment für sich und den mit 9,86 Prozent Stimmanteilen viertplatzierten Bürgermeisterkandidaten Peter Hupfauer sagt: „Als liberale Partei lassen wir unsere Wähler selber entscheiden. Peter Hupfauer und ich unterstützen aber Herrn Panzer.“

Die Tendenz, während der Coronakrise auf Routiniertheit zu setzen, klingt bei den Freien Wählern deutlich an. Deren Spitzenkandidatin Julia Mittermeier sagt bei der Frage nach der Wahlpräferenz: „Natürlich Wolfgang Panzer! In diesen Zeiten wird der Haushalt eine enorme Herausforderung – wir brauchen eine sichere Hand; jemanden, der das Rathaus verwalten kann.“

Für diese Herausforderung fühlt sich Armin Konetschny dennoch gewappnet. „Ja, Corona ist eine Riesenkrise, aber es geht um die Zukunft, um die nächsten sechs Jahre“, sagt der Herausforderer der Grünen. „Wie sieht das gesellschaftliche Miteinander nach der Krise aus? Die Zukunft zu gestalten, das wird Kreativität bedeuten statt in den alten Trott zu verfallen.“ Es kämen „kolossale Veränderungen“ auf die Menschen zu, aber darin lägen auch „riesige Chancen“. Konetschny glaubt: „Perspektivisch bin ich der Richtige.“

Bewährtes oder Neues? Um diese Glaubensfrage geht es bei der Stichwahl in Unterhaching.

Auch interessant

Kommentare