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Das Hotel „Holiday Inn“ in Unterhaching bekommt neue Nachbarn: In den weitläufigen Büropark an der Inselkammerstraße ziehen die Bayerische Hausbau GmbH sowie rund 50 weitere Firmen ein.  

Unterhachinger Ensemble aufgekauft

Büropark: Nato raus, Bayerische Hausbau kommt

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Der Büropark hat einen neuen Besitzer - und bekommt neue Mieter. Eine Nato-Geheimgesellschaft ist ausgezogen, die Bayerische Hausbau GmbH verlegt ihren Hauptsitz  dorthin.

Unterhaching – Diskretion spielte jahrelang eine gewisse Rolle. Immerhin ging es um Entwicklung, Beschaffung und den Betrieb der Waffensysteme Tornado und Eurofighter: Die Nefma, eine etwas geheimnisvolle Gesellschaft der Nato, werkelte mehr oder weniger im Verborgenen, um von Unterhaching aus das transatlantische Bündnis zu unterstützen. Das Bedürfnis nach Geheimhaltung erklärt, warum das Areal an der Inselkammerstraße, vis-a-vis vom Hotel Holiday Inn, wie im Dornröschenschlaf wirkte. Aus diesem wird es nun erwachen, denn die Nato ist mittlerweile ausgezogen – und ein neuer Investor hat dort große Pläne.

Die Everest Management GmbH aus Frankfurt am Main, eine Gesellschaft für Immobilieninvestments, hat den Büropark für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag aufgekauft – inklusive der Hotelflächen. Im Unterhachinger Bauausschuss haben Rechtsanwältin Kerstin von Staat und Architektin Barbara Thölking Details für das Projekt unter dem Arbeitstitel „Sonnenhöfe“ vorgestellt. Der aus den 1990er Jahren stammende Büropark mit einer Gesamtfläche von 46 000 Quadratmetern, davon 10 000 Quadratmeter zusammenhänge Freifläche, soll nun modernen Bedürfnissen angepasst werden. Dazu zählt primär, die Büroeinheiten kleiner und variabler zuzuschneiden sowie einen gewissen Investitionsstau zu beheben; Kerstin von Staat nennt es „Revitalisierung“.

Was die Neuvermietung angeht, vermeldete die Rechtsanwältin einen großen Namen: „Die Bayerische Hausbau GmbH wird den Löwenanteil anmieten und mit ihrer Verwaltung nach Unterhaching ziehen.“ Bislang hat die Immobiliengesellschaft der Schörghuber Unternehmensgruppe mit rund 200 Mitarbeitern ihren Hauptsitz im Münchner Stadtteil Denning.

Außer der Bayerischen Hausbau GmbH werden ungefähr 50 weitere Mieter in die „Sonnenhöfe“ einziehen. Dass dafür im Inneren der einzelnen Gebäudeteile Umbauten nötig sind (an den Außenfassaden dagegen ändert sich nichts): kein Thema, klare Zustimmung der Kommunalpolitiker.

Aber: Anders als die auf Geheimhaltung bedachte Nato-Gesellschaft ist den künftigen Mietern sowie den verbleibenden Firmen natürlich daran gelegen, auf sich aufmerksam zu machen. Werbemäßig also ein Kontrastprogramm zur bisherigen gezielten Nicht-Ausschilderung. Pylone auf Grünflächen, Info-Stelen, Fahnen, Fassadenwerbung: Manches sorgt „für Bauchgrummeln“, wie Bauamtsleiter Stefan Lauszat zugab.

Anders als die Bauabteilung warb Rathaus-Kollege Simon Hötzl in seiner Funktion als kommunaler Wirtschaftsförderer dafür, bei der Genehmigung von Werbeanlagen großzügig zu sein: „Dem hochqualitativen Angebot des Büroparks sollte sich der äußere Auftritt mit entsprechender Vermarktung anpassen. Wir können doch stolz auf diese Namen sein – sie tun Unterhaching gut“, verwies Hötzl auf den Image-Effekt.

Die Kommunalpolitiker vertraten unterschiedliche Ansichten zum Thema Werbung. Eine Sorge: Es könne ein Präzedenzfall geschaffen werden und all die anderen Unternehmen am Grünwalder Weg würden entsprechend nachrüsten wollen. Freilich hinkt der Vergleich. „Fast alle Betriebe im Gewerbegebiet sind gut sichtbar – die ,Sonnenhöfe‘ aber liegen relativ versteckt“, argumentierte Julia Mittermeier (CSU). Lauszat entgegnete, man wecke Begehrlichkeiten anderswo in Unterhaching, beispielsweise in der Münchner Straße.

Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) bemühte schließlich, wenngleich in anderem Kontext, eine Lieblingsvokabel von Bayerns CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer: „Wo ist die Obergrenze?“, fragte Panzer und meinte damit, bei Info-Stelen maximal fünf Top-Firmen zuzulassen, zwei Pylone aufgrund der „Sondersituation“ (kaum auffindbare Büros) zu erlauben – und sich all dies gut bezahlen zu lassen.

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