Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen

Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen
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Zum richtigen Zeitpunkt in den Rückspiegel geschaut: Srboljub Bajic. 

Er stieg einfach aus und kümmerte sich

Busfahrer hilft Verunglücktem: „Das ist für mich selbstverständlich“

Ein älterer Herr steigt in München aus dem Bus und stürzt nach wenigen Metern. Busfahrer Srboljub Bajic (34) aus Unterhaching hält an, springt aus dem Bus und kümmert sich um den Verunglückten. Wir sprachen mit dem Retter über Hilfe, die nicht mehr selbstverständlich ist.

Herr Bajic, was genau ist an diesem Tag vorgefallen?

Srboljub Bajic: Der Mann ist aus dem Bus ausgestiegen und los gelaufen. Ich wollte schon fahren, als ich ihn auf einmal nicht mehr im Rückspiegel gesehen habe. Da habe ich sofort wieder angehalten und bin aus dem Bus gerannt. Da lag er dann auf dem Boden.

Wie haben Sie reagiert?

Srboljub Bajic: Ich habe zunächst geschaut, ob er sich am Kopf verletzt hat. Das war zum Glück nicht der Fall. Ich habe ihm, zusammen mit einem Fahrgast, aufgeholfen und dann haben wir ihn zusammen nach Hause gebracht.

Wie lange hat das gedauert?

Srboljub Bajic: Etwa zwölf Minuten. Im Bus haben wir eine Anzeige, die uns die Verspätung anzeigt. Daher weiß ich das ziemlich genau.

Wie haben die Fahrgäste reagiert, war vielleicht sogar einer sauer?

Srboljub Bajic: Keiner hat sich beschwert. Die Leute haben ja gesehen, was passiert ist. Eine Frau hat mir sogar gesagt, dass sie total begeistert ist, dass ich dem Mann helfe. Dabei ist das für mich selbstverständlich.

Haben sich später zugestiegene Fahrgäste mokkiert?

Srboljub Bajic: Nein, an diesem Tag nicht. Es gibt immer wieder Leute, die sich bei Verspätungen beschweren. Aber wenn sie eine Geschichte wie diese hören, haben sie sehr viel Verständnis.

Warum haben Sie eigentlich den älteren Herrn im Rückspiegel beobachtet?

Srboljub Bajic: Ich bin seit vergangenem August Busfahrer und fahre meistens die gleiche Linie, die 220. Ich habe auch immer Bonbons für die Kinder dabei. Mit der Zeit kennt man einige Fahrgäste und ich wusste, dass er nicht mehr so gut zu Fuß ist. Deshalb schaue ich lieber einmal mehr in den Rückspiegel.

Gab es Ärger, weil Sie durch den Vorfall eine größere Verspätung hatten?

Srboljub Bajic: Nein, gar nicht. Es ist doch klar, dass man in einer solchen Situation hilft. Das sieht mein Chef genauso.

Das Gespräch führte Sebastian Schuch.

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