Grundschüler auf dem Nachhauseweg: Gibt es hier eine Gefahr, sich mit dem Virus zu infizieren?
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Schüler auf dem Nachhauseweg: In vier Schulen im Landkreis gibt es Corona-Fälle.

Einrichtungen öffneten trotz Kritik

Corona im Landkreis München: Ausbrüche in Grundschulen und Kitas - Gruppen und Klassen in Quarantäne

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Nach Unterrichts- und Betreuungsstart am Montag: Das Coronavirus hat zwölf Einrichtungen erfasst. Die Infektionszahlen im Landkreis München steigen wieder.

Landkreis – Die Infektionszahlen im Landkreis München steigen wieder. Heute wurden innerhalb von 24 Stunden 29 weitere Corona-Fälle gemeldet. Grund für den unerfreulichen Trend sind laut Landratsamt auch Grundschulen und Kitas. Die Einrichtungen hatten trotz Kritik am Montag wieder aufgemacht. Die Neuigkeiten zur Pandemie im Einzelnen.

Aktuell sind landkreisweit 216 Menschen mit dem Virus infiziert. Seit 1. Februar gibt es 95 Infektionen mit der „britischen“ Virus-Mutante. Bei 21 Fällen besteht zudem ein „dringender Verdacht“, teilte das Landratsamt bei einem Online-Pressetermin mit. Andere Mutationen wurden im Landkreis bisher nicht festgestellt.

Virus in mehreren Grundschulen und Kitas aufgetaucht

Einige Rektoren hatten es erwartet, sie haben leider Recht bekommen: Das Virus ist in mehreren Grundschulen und Kitas aufgetaucht. Betroffen sind Grundschulen in Haar, Ismaning, Kirchheim und Putzbrunn. In Pullach, Ottobrunn und Ismaning haben Kitas Fälle gemeldet.

Quarantäne an Kindertageseinrichtungen im Landkreis München

  • Haar: 1 Einrichtung betroffen; Quarantäne bis einschl. 26.02.2021
  • Ismaning: 1 Einrichtung betroffen; Quarantäne bis einschl. 01.03.2021
  • Ottobrunn: 2 Einrichtungen betroffen; Quarantäne bis einschl. 05./08.03.2021
  • Pullach: 1 Einrichtung betroffen; Quarantäne bis einschl. 02.03.2021
  • Putzbrunn: 1 Einrichtung betroffen; Quarantäne bis einschl. 26.02.2021
  • Sauerlach: 1 Einrichtung betroffen; Quarantäne bis einschl. 02.03.2021
  • Unterföhring: 1 Einrichtung betroffen; Quarantäne bis einschl. 05./08.03.2021

Zwölf Mitarbeiter in den Einrichtungen wurden positiv getestet, bei 15 Kindern fiel das Ergebnis ebenfalls positiv aus. Einzelne Betreuungsgruppen und Klassen befinden sich nun in Quarantäne, insgesamt sind es 170 Menschen. Auch in Pflegeheimen haben sich mehrere Menschen infiziert: sieben Bewohner in zwei Einrichtungen sowie fünf Mitarbeiter in vier Heimen. Noch vor einer Woche waren alle Heimbewohner coronafrei.

Impf-Fortschritt: 26 856 Impfungen

Insgesamt gab es bisher 26 856 Impfungen im Landkreis. Somit wurden seit Donnerstag vergangener Woche 5769 weiteren Menschen eine Doses verabreicht. 9461 Personen genießen den vollständigen Impfschutz.

Nach den zahlreichen Impfungen der Vorwochen wurden in Alten- und Pflegeheimen diese Woche nur 39 Bewohner und Mitarbeiter geimpft. In Behinderteneinrichtungen und Heimen für betreutes Wohnen wurde niemand geimpft.

Deutlich zugenommen hat die Zahl der geimpften Bürger außerhalb der Pflegeheime. 7973 Menschen wurden geimpft, 3800 mehr als noch vor einer Woche. Mehr als verdoppelt hat sich auch die Zahl des geimpften Personals in Arztpraxen: 830 Personen wurden bisher geimpft.

Impfstoff-Lieferungen: tausende Dosen kommen in den Landkreis

Der Landkreis bekommt diese Woche knapp 4000 Impfdosen von Biontech/Pfizer. Zudem erwartet er 2700 Dosen von AstraZeneca und 700 von Moderna. Kommende Woche sollen zudem insgesamt 5600 Impfdosen in den Landkreis geliefert werden. Impfberechtigte Bürger lehnen dabei weiter das Vakzin von AstraZeneca ab. Rund 14 Prozent der Impfberechtigten wollen den Impfstoff nicht, teilte das Landratsamt mit.

Fallzahlen nach Alter

  • 0 bis 4 Jahre: 254
  • 5 bis 14 Jahre: 825
  • 15 bis 34 Jahre: 3.251
  • 35 bis 59 Jahre: 4.284
  • 60 bis 79 Jahre: 1.401
  • 80 Jahre und älter: 1.048

Warnung vor Kriminellen: Enkeltricks in der Corona-Pandemie

Auf das Virus getestet wird in den Testzentren, in Pflegeeinrichtungen und an Schulen. Künftig könnte auch dezentral in den Gemeinden getestet werden: Im Zuge der ab März stattfindenden Impftage in den Kommunen (wir berichteten heute in der gedruckten Ausgabe des Münchner Merkur), überlegt die Kreisverwaltung, dort Menschen zu testen. „Das Testen wird eine stark steigende Rolle bekommen“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU). Lockerungen würden kommen, allerdings seien Öffnungen an Tests gekoppelt.

Göbel warnt indes vor Kriminellen in der Corona-Pandemie: Sie würden mit sogenannten Enkeltricks ältere Bürger um Kontodaten und PIN-Nummern fragen.

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