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Der Spielplatz am Rodelberg ist aktuell gesperrt. Hundebesitzer würden sich laut Augenzeugen aber darüber hinwegsetzen und die Anlage als Hundeklo missbrauchen. 

Freizeitanlage „Am Rodelberg“

Coronavirus: Ärger um Hundehaufen auf gesperrten Spielplätzen

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Während der Corona-Ausgangsbeschränkung bis zum 19. April sind Spielplätze eigentlich gesperrt und tabu. In Unterhaching funktioniert dies anscheinend aber nicht – Hundebesitzer sorgen für Unmut.

Unterhaching – Sarah W. hat die Nase voll, der Unterhachingerin stinkt es buchstäblich. Sie ärgert sich über Hundebesitzer – die würden in der Coronakrise gesperrte Spielplätze als Toilette für ihre Vierbeiner missbrauchen.

Konkret geht es um die Freizeitanlage „Am Rodelberg“, die im Osten von Unterhaching direkt an den Landschaftspark angrenzt. Dort gibt es Spazierwege, einen Bolzplatz – und einen derzeit mit rot-weißem Band offiziell gesperrten Spielplatz.

Anwohnerin: „Hundehalter missachten Verbotsschilder“

„Trotzdem häufen sich leider die Begegnungen mit Hundehaltern, die trotz der Corona-Sperre die aufgestellten Verbotsschilder missachten und den Spielplatz sowie das Fußballfeld als Hundeklo sowie als Auslaufmöglichkeit für ihre Tiere benutzen“, klagt die Anwohnerin. Ihr Eindruck: „Die Leute sind zu bequem, zur Hundemeile im Landschaftspark zu gehen.“

Schlimmer noch: Laut Sarah W. werde Hundebesitzern von den Security-Mitarbeitern, die im Auftrag der Gemeinde im Landschaftspark patrouillieren, der Rodelberg ausdrücklich empfohlen. „Dort können die Hunde problemlos herumtollen und auch Haufen machen“, sei ihr gesagt worden, so die Unterhachingerin. Sie zweifelt an der Qualität der Security-Mitarbeiter in einer Zeit, in der anderswo in Deutschland „rigorose Strafen verhängt“ würden wie bei Vergehen am Rodelberg.

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Die Unterhachingerin richtet nun einen Appell an die Verantwortlichen im Rathaus: „Mit dem Aufstellen von Schildern ist es offenbar nicht getan. Und wenn wir Kritik üben, werden wir von Hundebesitzern auch noch beschimpft. Setzen Sie diesem Gebaren ein Ende!“

Gemeinde will der Sache nachgehen

Im Rathaus sagte Pressesprecher Simon Hötzl, vom Münchner Merkur mit den Vorfällen konfrontiert, er wisse davon nichts; er werde der Sache aber nachgehen.

Wenige Tage zuvor hatte zufälligerweise der kommunale Ferienausschuss, der während der Coronakrise den Gemeinderat ersetzt, einen Bericht von Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) zur „Bewachung des Landschaftsparks“ präsentiert bekommen. Panzer beantwortete damit eine Anfrage der Grünen, die heuer im Februar moniert hatten, im Landschaftspark würden illegale Autorennen stattfinden und kommerzielle Kurse im Kite-Surfing angeboten.

Schwerpunkt der Security sind Verstöße durch Hundebesitzer

Laut Panzer hat der Bewachungsdienst Ehrl, der auch für 2020 wieder beauftragt wurde, im vergangenen Jahr 489 Streifengänge oder -fahrten durchgeführt. Hinweise auf illegale Autorennen hätten sich laut Wachdienst nicht ergeben, und bei den Kite-Surfern habe es sich lediglich um Privatpersonen gehandelt. Neben Vandalismus habe der Schwerpunkt der Security, wie schon seit Jahren, den Verstößen durch Hundebesitzern gegolten, insbesondere in puncto Anleinpflicht jenseits der Hundemeile. Schon seit dem 1. März sind die Patrouillen wieder unterwegs. Möglicherweise werden sie ihre Runden nun auch zum Rodelberg ausdehnen.

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