Voll digitalisiert: Stephanie Schambeck klärt Ulrich Justen in Aschheim über den elektronischen Impfpass auf.
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Voll digitalisiert: Stephanie Schambeck klärt Ulrich Justen in Aschheim über den elektronischen Impfpass auf.

Kritik: „Das ist nicht ok“

Digitaler Impfpass: Andrang auf Apotheken

  • Max Wochinger
    VonMax Wochinger
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Seit Montag gibt es den elektronischen Nachweis auch in Apotheken. Der Andrang in den Apotheken ist groß.

Landkreis – Ausweis und Impfpass vorgelegt sowie zwei Datenschutzverordnungen unterschrieben – schon kümmert sich Stephanie Schambeck um die QR-Codes für das digitale Impfzertifikat. Die Angestellte der Sonnen-Apotheke in Aschheim hatte zum Start der Impfnachweis-Ausgabe gestern viele Kunden zu bedienen. Auch in anderen Apotheken im Landkreis wurden elektronische Pässe ausgestellt.

Ulrich Justen aus Ottendichl ist einer von 70 Kunden, der sich bis zum Nachmittag ein elektronisches Impfzertifikat in der Apotheke besorgt hat. „Ich will nicht ständig den antiquierten, gelben Ausweis mitschleppen“, sagt er. Vor drei Wochen bekam Justen die zweite Impfung, jetzt will er den Nachweis darüber in seiner Corona-Warn-App haben.

Seit Montag erhalten Geimpfte das digitale Impfzertifikat

Seit Montag erhalten Geimpfte das digitale Impfzertifikat in den Apotheken – zusätzlich zu den Impfzentren. Der elektronische Nachweis ist eine Ergänzung zum Impfpass. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Es wurden einheitliche Standards für ein Zertifikat entwickelt – Landrat Christoph Göbel (CSU) forderte diese bereits im April. Jetzt können Geimpfte sich mit dem Nachweis den Zugang etwa zu Veranstaltungen erleichtern.

Dass in der Aschheimer Apotheke das Digitalisieren der Papierpässe reibungslos funktionierte, ist auch der Vorarbeit von Inhaberin Ines Esser geschuldet. Erst Freitagabend habe die Apothekerin erfahren, wie das Prozedere am Montag ablaufen sollte. „Das ist nicht ok“, sagt sie. „Ob sich der ganze Aufwand lohnt, werden wir erst im Nachhinein sehen.“ Auch seien nicht alle Details geklärt, etwa wie Apotheken Genesenzertifikate in das System einspeisen. „Diese Option gibt es im Programm nicht.“

„Die Nachfrage ist sehr groß“

Trotzdem, in den meisten Fällen gehe das Ausstellen der elektronischen Pässe schnell, sagt Apothekerin Iris Imhoff von der Katharinen-Apotheke in Unterhaching. „Am Morgen gab es noch Software-Schwierigkeiten“, sagt sie. Bis 14 Uhr holten sich aber über 60 Kunden den Nachweis ab. In der Spitzweg-Apotheke in Garching hat Inhaberin Carina Tremmel den Andrang auf zwei Tage kanalisiert – dienstags und donnerstags. „Die Nachfrage ist sehr groß“, sagt sie.

Der Andrang war so groß, dass die Internetseite „mein-apothekenmanager.de“ gestern Vormittag zeitweise nicht erreichbar war. Der deutsche Apothekerverband hat die Homepage eingerichtet, damit Kunden nach Apotheken suchen können, die Impfzertifikate anbieten.

Stephanie Schambeck von der Aschheimer Apotheke, eigentlich pharmazeutische Angestellte, wurde indes zur IT-Beraterin. Ein älter Kunde bekam extra für den digitalen Pass ein Smartphone geschenkt, erzählt sie. Mit ihm musste sie die App einrichten. „Wir lassen die Leute nicht hängen“, sagt Schambeck.

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