Rund zehn Prozent der impffähigen Bürger haben eine Erstimpfung bekommen. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Impfungen um über 6100.  (Symbolbild)
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Rund zehn Prozent der impffähigen Bürger haben eine Erstimpfung bekommen. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Impfungen um über 6100.  (Symbolbild)

32 Einrichtungen von Virus betroffen

Dritte Welle trifft den Landkreis - Bürokratie in Arztpraxen: „Der Staat muss die Krücke beseitigen“

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Die Belegung in Krankenhäusern ist leicht steigend. Schulen und Kitas melden immer mehr Ausbrüche. Die vorhergesagte dritte Coronavirus-Welle ist da.

Landkreis – Mehr Ansteckungen und eine leicht steigende Tendenz von Krankenhaus-Patienten mit Covid-19: Die dritte Coronavirus-Welle im Landkreis München hat begonnen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass viele Menschen geimpft werden. Nur, der Ausbau der Impfzentren wurde gestoppt, gleichzeitig gibt es viele Unstimmigkeiten in den Hausarztpraxen. Dort sollen künftig Ärzte einen Großteil der Vakzine verimpfen. Mit dem bürokratischen Aufwand aber sind Impfungen derzeit nur schleppend möglich.

Infektionsgeschehen: fast alle Corona-Fälle gehen auf Ansteckungen mit britischer Mutation zurück

Fast alle neuen Corona-Fälle gehen auf Ansteckungen mit der britischen Virus-Mutation zurück. Landrat Christoph Göbel (CSU) ging in einem virtuellen Pressegespräch gestern davon aus, dass der Inzidenzwert weiter steigt. Das liege auch an der steigenden Zahl an Testungen.

Die Zahl der Einrichtungen mit Coronavirus-Fällen hat sich im Vergleich zur Vorwoche verdoppelt. 18 Kindertageseinrichtungen und 14 Schulen sind nun von Ansteckungen betroffen. 37 Menschen wurden positiv getestet, 470 Personen befinden sich in Quarantäne. Einzelne Kitas wurden komplett zugesperrt. Positiv dagegen: Aktuell gibt es keine infizierten Bewohner von Pflege- und Senioreneinrichtungen. Nur zehn Mitarbeiter sind mit dem Virus infiziert.

Lage in Kliniken hat sich geändert

„Im stationären Bereich ist der Abwärtstrend seit zwei Tagen gestoppt“, sagte Göbel. Bei der Belegung der Krankenhausbetten gebe es eine leicht steigende Tendenz. In absoluten Zahlen sei die Lage nicht „dramatisch“, sagte der Landrat, es gibt aber keine Entwarnung. Für ihn heißt das: „Wir müssen mit den Impfungen vorankommen.“

Rund zehn Prozent der impffähigen Bürger haben Erstimpfung bekommen

Rund zehn Prozent der impffähigen Bürger haben eine Erstimpfung bekommen. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Impfungen um über 6100.

Für Personal an Schulen und Kitas werden derzeit keine neuen Impftermine vereinbart. Grund dafür ist das Vakzin von AstraZeneca, das nun auch vulnerablen Menschen aus der Priorisierungsgruppe 1 gespritzt wird.

Impfungen in Praxen: „Der Staat muss die Krücke beseitigen“

Am Mittwoch hat das Landratsamt alle Ausbaupläne für die vier Impfzentren gestoppt. Der Entscheidung war ein plötzlicher Strategiewechsel der Gesundheitsminister vorausgegangen. Ein Großteil der Vakzine soll künftig in den 140 Hausarztpraxen im Landkreis verimpft werden. Nur, die Praxen sind noch nicht vorbereitet: Erst in dieser Woche gehen sechs Pilot-Arztpraxen in Betrieb, kommende Woche sollen zehn weitere folgen. Für Ende März sind aber bereits tausende Impfstoff-Lieferung pro Tag angekündigt.

Ärzte müssten nun eingebunden werden, „sonst werden wir mehr Impfdosen als Kapazitäten haben“, sagte der Landrat. Die Kreisverwaltung wolle „alles dafür tun“, damit dieser Fall nicht eintrifft. Dafür müssten bürokratische Hindernisse für Hausärzte abgebaut werden. Die Impf-Dokumentation über die landesweite Software „BayIMCO“ verursache zudem viel Aufwand. Mit einer großen Anzahl an Impfungen sei diese Bürokratie nicht kompatibel. „Der Staat muss die Krücke beseitigen“, fordert Göbel.

Termin-Shopping ab Samstag

Zum dritten Mal in Folge hat die Sieben-Tage-Inzidenz den Schwellenwert von 50 überschritten. Das heißt, dass ab kommendem Samstag, 13. März, wieder strengere Auflagen gelten. Der Besuch von Geschäften ist ab Samstag nur noch mit vorheriger Terminvereinbarung („click&meet“) möglich. Pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche darf dann eine Person für einen fest begrenzten Zeitraum einen Laden besuchen.

Die Kontaktdaten müssen zudem hinterlegt werden. Zusätzlich bleibt die Abholung vorbestellter Waren in Ladengeschäften weiter möglich. Auch Museen, Ausstellungen, zoologische und botanische Gärten, Gedenkstätten und vergleichbare Kulturstätten bleiben für Besucher geöffnet – allerdings ebenfalls nur nach vorheriger Terminbuchung.

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