Erster Schultag in Bayern
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Voller Präsenzunterricht - das ist weiter das Ziel, auch im Landkreis München

Landkreis hält an seinem Kurs fest – „So weit möglich ohne Wechselunterricht“

Landrat Göbel: Weiterhin normaler Betrieb in Schulen und Kitas

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Trotz hoher Infektionszahlen hält der Landkreis an seinem Kurst fest: Der Betrieb in Schulen und Kitas soll normal weitergehen. Der Landrat will „so weit möglich ohne Wechselunterricht“ auskommen.

Landkreis – Auch den Alltag in den Familien so weit wie möglich aufrecht zu erhalten, ist Anliegen der Politik. Deshalb sollen Schulen und Kindertagesstätten weiterhin offen bleiben – „und das so weit möglich ohne Distanz- oder Wechselunterricht“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) bei einem Pressegespräch am Freitag. Gänzlich vermeiden lässt es sich dennoch nicht, wie derzeit in Unterhaching zu beobachten ist. Am Lise-Meitner-Gymnasium waren zuletzt schon zehn Klassen in Quarantäne – 400 Jungen und Mädchen, ein Drittel aller Schüler. Daher entschied man, dass das Gymnasium bis inklusive Mittwoch kommender Woche geschlossen bleibt. Dann nämlich läuft die zweiwöchige Quarantänefrist bei vielen Schülern ab.

An allen anderen Schulen beginnt am Montag wie geplant nach den Herbstferien wieder der Unterricht – auch wenn „das Infektionsgeschehen an Schulen und Kitas mittlerweile hoch ist“, wie Göbel berichtet. 31 Schulen und 20 Kindertageseinrichtungen sind betroffen. 1800 Schüler befinden sich derzeit in Quarantäne.

Infos, wie man mit Maskenpflicht „pragmatisch und kindgerecht umgehen“ kann

Neu ist: Nach der aktualisierten Infektionsschutzverordnung des Freistaats gilt ab sofort Maskenpflicht für alle Schüler an allen Schulen, auch an den Grundschulen. Ausnahmen, wie es sie in München oder im Landkreis Ebersberg gab, sind nicht mehr zulässig, es sei denn, sie sind medizinisch begründet. Die Maskenpflicht gilt auch, wenn der Inzidenzwert sinken sollte. Wie Göbel ankündigte, gehen noch vor Schulbeginn Informationen an die Eltern und Hinweise an die Schulen raus, wie sie mit der Maskenpflicht möglichst pragmatisch und kindgerecht umgehen können.

Bei der oft von Eltern kritisierten Dauer von 14 Tagen bei einer angeordneten Quarantäne soll es laut Göbel bleiben. „Wir kennen Fälle, in denen bei Kontaktpersonen erst nach zehn Tagen plötzlich Symptome auftraten und deren Test dann auch positiv war.“ Allerdings könnte künftig bei Infektionsfällen nicht mehr die ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden, sondern nur noch die Personen, die noch mindestens zwei Tage vorher mehr als 15 Minuten engen Kontakt hatten zu einem Schüler, der positiv getestet wurde.

Landkreis investiert in weitere Sicherheitsmaßnahmen

Unterdessen investiert der Landkreis in weitere Sicherheitsmaßnahmen: Die Lüftungsgeräte für seine Schulen sind laut Göbel mittlerweile bestellt. In den kommenden zwei bis drei Wochen sollen sie eingebaut werden. Zudem gebe nun eine Empfehlung vom Bundesumweltamt, welche technischen Voraussetzungen eine sogenannte CO2-Ampel erfüllen sollte. „Zeigt sie Gelb, ist das ein sicherer Indikator dafür, dass nun gelüftet werden muss“, so Göbel.

Auch einen aktuellen Lagebericht über die Belegung der Krankenhausbetten im Regierungsbezirk Oberbayern gab Göbel. Derzeit sind 114 Intensivbetten belegt. Den Höchststand verzeichneten die Kliniken im April dieses Jahres mit 341 belegten Intensivbetten. Von den Normalbetten für Covid19-Patienten lag der Höchststand der Bettenbelegung im April bei 1215, mittlerweile sind 528 belegt. Große Hoffnung setzt Göbel nach wie vor in Schnelltests. Der Landkreis hat 30 000 Stück bestellt. Vom Freistaat hat der Landkreis am Freitag schon 5400 bekommen. Diese sind vorrangig für das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vorgesehen.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Landkreis München informieren wir in unserem News-Ticker.

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