Ein Tupfer für den Abstrich.
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Die Angestellten in den Pflegeheimen werden regelmäßig getestet.

Zwei Impfzentren sind am 15. Dezember betriebsbereit, drei weitere sollen folgen

Landrat Göbel: Tests verringern Ausbreitung in Heimen

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Trotz zweier neuer Toter steigt die Zahl der Todesfälle in Pflegeheimen nicht mehr so rasant. Für Landrat Christoph Göbel liegt das auch an den regelmäßigen Tests in den Einrichtungen.

Landkreis – Die Zahl der Corona-Todesfälle ist von Mittwoch auf Donnerstag um sechs weitere Verstorbene auf 121 gestiegen. Zwei der sechs Personen waren Bewohner in verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Es handelt sich um fünf Männer und eine Frau zwischen Mitte 70 und Anfang 90. Fünf der Personen verstarben im Krankenhaus.

Selten lasse sich nachverfolgen, wie das Virus in die Heime gelangte, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) gestern beim Pressegespräch. „Wahrscheinlich haben die Einträge eher mit den Mitarbeitern zu tun, die täglich ein- und ausgehen und Infektionen hineintragen, weniger mit den Bewohnern.“ Göbel versprach, der Landkreis werde die ständigen PCR-Reihentests und Schnelltests bei den Angestellten fortsetzen. „Die Zahl der Todesfälle steigt nicht so schnell wie im Frühjahr“, stellte Göbel fest, „vermutlich, weil wir die Infektionen frühzeitig bei den Mitarbeitern festgestellt haben.“

Infektionen gehen zurück: „Man weiß nur nie, ob das nur Glück ist“

Insgesamt sind die Fallzahlen im Landkreis stabil mit leicht sinkender Tendenz. Göbel ist zurückhaltend optimistisch: „Es ist positiv. Man weiß nur nie, ob das nur Glück ist.“ In 34 Schulen gibt es aktuell Corona-Ausbrüche (in der Vorwoche waren es 42), auch 21 Kindertageseinrichtungen sind betroffen (Vorwoche: 24). Sechs Pflegeheime kämpfen aktuell gegen Infektionen (Vorwoche: sieben), für diese sechs Häuser gelten Besuchsverbote. 31 Mitarbeiter aus elf Pflegeheimen sind aktuell positiv getestet (Vorwoche: 38 Mitarbeiter aus elf Häusern).

Die beiden Arbeiterwohnheime in Ismaning und Unterhaching stehen weiter unter Quarantäne: Im „Hostello“ am Lenzenfleck in Ismaning sind 26 Bewohner infiziert, 42 sind Kontaktpersonen ersten Grades. In der Arbeiterunterkunft „Otto 26“ in Unterhaching waren 24 Bewohner positiv, 75 sind Kontaktperson ersten Grades. Die Bewohner werden von ihren Arbeitgebern versorgt.

Zwei Impfzentren bald betriebsbereit

Erfreulich ist, dass der Aufbau der drei Impfzentren zügig vorangeht. Inzwischen kann der Landrat „mit Sicherheit“ sagen, dass das Impfzentrum in Haar an der Wasserburger Straße 43 bis 47 in der ehemaligen BND-Schule zum 15. Dezember betriebsbereit ist. „Das Gleiche gilt für Unterschleißheim“, sagte Göbel. Hier wird das Impfzentrum auf dem Volksfestplatz in Containerbauweise errichtet. Der Landkreis habe für beide Zentren schon einen Dienstleister gefunden, die Vertragsabschlüsse stünden bevor.

In Oberhaching hofft man, dass zügig ein Mietvertrag für eine bestehende Unterkunft geschlossen werden kann. Der Landkreis sucht zusätzlich im Würmtal und im nordöstlichen Landkreis Standorte für zwei weitere Impfzentren, die aber erst in einer zweiten Ausbaustufe fertig werden.

Göblel: „War klar, das Auflagen in Ferien gelten werden“

Wer sich zuerst impfen lassen soll, wie und wo man einen Termin bekommt, „dazu können wir noch nichts seriös sagen.“ Göbel hofft, bald mehr zu wissen. Bei der Organisation der Impfzentren arbeitet Jörg Spennemann als neuer Leiter des Geschäftsbereichs „Infrastruktur und Gesundheit“ eng mit dem Landrat zusammen. Der promovierte Jurist folgt auf Sabine Bauer und war vor Jahren schon im Landratsamt tätig, damals als Abteilungsleiter für Umwelt- und Verkehr.

Dass die geltenden Corona-Auflagen bis 10. Januar verlängert werden, kommt für Göbel nicht überraschend. „Das war mir immer klar, dass die Auflagen einschließlich der Weihnachtsferien gelten werden“, sagte Göbel. Gespannt sei er nur, welches weitere Vorgehen am 4. Januar entschieden werde.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Landkreis München informieren wir in unserem News-Ticker.

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