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Es ist die erste Schule im Landkreis München, die geschlossen werden muss: Das Lise-Meitner-Gymnasium muss desinfiziert werden.

Mehrere Fälle im Landkreis

Coronavirus: So geht es der infizierten Schülerin - Großveranstaltungen in Unterhaching abgesagt

  • Marc Schreib
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Der Coronavirus ist in der Gemeinde Unterhaching angekommen. Eine Schülerin des Lise-Meitner-Gymnasiums ist infiziert. Die Schule bleibt bis zum Wochenende geschlossen.

Unterhaching– Der Coronavirus ist in der Gemeinde Unterhaching angekommen. Wie das Landratsamt München mitteilt, ist eine Schülerin des Lise-Meitner-Gymnasiums, die im Landkreis Miesbach wohnt, Trägerin des Erregers. Die Schule bleibt bis zum Wochenende geschlossen.

Auch die Sportarena bleibt bis vorerst Sonntag, 8. März, wegen eines bestätigten Coronafalles zu genauso wie die Hachinga Halle. Wie der TSV berichtet, hatte sich die betroffene Schülerin in der Dreifachhalle, Gerätehalle und in der Umkleide der Sportarena aufgehalten. Es ist der inzwischen vierte bekannte Fall im Landkreis München

Coronavirus: Familie war während der Ferien in Norditalien - Kontaktpersonen werden getestet

Das betroffene Kind hatte sich während der Faschingsferien in Norditalien aufgehalten – allerdings nicht in einem vomCoronavirus betroffenen Risikogebiet, wie das Landratsamt mitteilt. Ein Mitglied der Reisegruppe zeigte nach der Rückkehr aus dem Urlaub leichte Krankheitssymptome und kontaktierte den Arzt. Ein Test bestätigte den Verdacht der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Infolgedessen wurden auch die übrigen Mitglieder der Reisegruppe getestet. Der Gesundheitszustand des Kindes ist aktuell gut. Laut der neuen Direktorin desLise-Meitner-Gymnasiums, Michaela Trinder, wurden die Kontaktpersonen vom Gesundheitsamt benachrichtigt. „Man weiß, mit wem das Kind enger zu tun hatte. Alle sollten im Laufe des Donnerstag getestet werden.“ Die Ergebnisse werden demnach voraussichtlich am Freitag vorliegen. „Dann entscheiden wir weiter.“

Direktorin Trinder ist im Dauertelefondienst. Sie ist erst seit Kurzem im Amt und hatte gehofft, dass es nicht so los geht. „Aber damit musste man rechnen.“ Sie hat seit Donnerstagnacht Kontakt mit dem Gesundheitsamt, dem Krisenstab der Schule und allen anderen Beteiligten.

Eltern unterstützen sich gegenseitig

Hannes Recker sitzt im Elternbeirat. Die Nachricht von der Schulschließung wurde, wie er weiß, über den E-Mail-Verteiler frühzeitig an alle Schüler aller Klassen geleitet: Die Schule hat einen Notdienst vorbereitet mit betreuenden Lehrern. Eltern haben sich unterdessen zusammengeschlossen und Verbünde gebildet, sodass nicht alle Eltern von der Arbeit zu Hause bleiben müssen. Es kamen laut Schulleitung am Morgen zwei, drei Schüler. Diese wurden im Freien abgefangen. Wenn mehr gekommen wären, hätte es draußen ein Programm gegeben.

Der Unterhachinger Familienvater hat eine Tochter in der achten Klasse. Der Kindergarten, in dem das Geschwisterkind untergebracht ist, sagte auch noch ab. Also hat sich der berufstätige Vater dazu entschlossen, mit dem Laptop im Home-Office zu arbeiten. Hannes Recker ist übrigens positiv überrascht. In dem WhatsApp-Gruppen sind die Reaktionen der Eltern bislang sehr ruhig und besonnen. „Alle haben den Ball flach gehalten und eingesehen, bis zum Wochenende abzuwarten und dann weiterzuschauen.“

Viele besorgte Bürger rufen im Rathaus an

Die Gemeinde Unterhaching hat auf ihrem Gebiet vorgesorgt. Sie hat im Zweckverband des Lise-Meitner-Gymnasiums die Geschäftsführung, wie Rathaus-Sprecher Simon Hötzl erklärt. Das Rathaus sei in alle Maßnahmen mit einbezogen, die Durchführung übernehme die Gemeinde – wie etwa die Desinfektion und Reinigung der Schule. Man geht nach den Anweisungen des Gesundheitsamtes vor, sprich Hausmeister und Verwaltungspersonal oder Fremdfirmen müssen an die Front. Im Rathaus gehen gerade viele Anrufe besorgter Bürger ein. Hötzl: „Wir wissen, dass der Grad zwischen Panikmache und begründeten Vorsichtsmaßnahmen sehr, sehr schmal ist.“

Veranstaltungen wegen Coronavirus abgesagt

In Unterhaching werden Veranstaltungen abgesagt wie der Wochenmarkt, der Flohmarkt in der Hachinga Halle, der Hobbykünstlermarkt im Kubiz Kubiz-Veranstaltungen und Basare. Die kulturellen Ereignisse im Kubiz werden bis einschließlich Dienstag abgesagt oder verschoben. Der Hort im Kubiz und das Haus selbst bleiben allerdings geöffnet. Unter anderem wird der Sommerbasar der Nachbarschaftshilfe abgesagt. Er sollte in der Zeit vom 9. bis 11. März in der Hachinga Halle stattfinden. Ein Nachholtermin steht nicht fest.

Noch vor einem Monat hätte sich weder Rathaussprecher Hötzl noch die Gemeinde Unterhaching vorstellen können, was sich da entwickelt. Ihn persönlich hat der Anruf um 23 Uhr erreicht: „Ich wusste dann, dass die Nacht relativ kurz und der Tag intensiv wird.“

„Wenn man im Nebel fliegt, muss man schauen, wie es weiter geht“

Während in Unterhaching Großveranstaltungen abgesagt werden, ist das in Garching noch nicht nötig, da es hier keinen Fall von Corona gibt. Aber am Werner-Heisenberg-Gymnasium beobachtet Direktor Armin Eifertinger die Entwicklung im Landkreis genau. Man muss gelassen sein und gleichzeitig der Sache ins Auge sehen. „Wir bereiten vor, was möglich ist.“ Dabei sei die Schulleitung angewiesen auf das Gesundheitsamt und darauf, was es vorschlägt. Auch für die weitere Vermittlung des Schulstoffes gibt es kein Patentrezept: „Wenn man im Nebel fliegt, muss man schauen, wie es weiter geht.“ In Ausnahmesituationen müsse es spezielle Lösungen geben. Großes Thema sei das Abitur. Da sei eine zentrale Lösung nötig. 

Konsequenzen wegen Corona gab es in Garching bereits in anderer Form: Monatelang hatten sich Schüler auf den Austausch mit der französischen Städten gefreut. Dieser fiel wegen der Ausbreitung des Coronavirus flach. Direktor Eifertinger sagt: „Es ging von den französischen Schulen aus, nicht von uns.“ Dort habe es eine zentrale Weisung gegeben, dass Fahrten aus und nach Frankreich nicht mehr durchgeführt werden dürfen. Die Schüler seien traurig gewesen. „Sie waren mit den Partnern schon im Brief- und E-Mail-Kontakt“, sagt der Direktor. „Aber es soll nachgeholt werden. Vielleicht ist ein privater Austausch in den Ferien möglich.

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