Monika Rauch (53): Vor sechs Wochen erhielt sie die erschütternde Diagnose.
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Monika Rauch (53): Vor sechs Wochen erhielt sie die erschütternde Diagnose.

Stammzellspender gesucht

Schockdiagnose Blutkrebs: Moni aus Unterhaching sucht Lebensretter

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Vor sechs Wochen erhielt Monika Rauch (53) aus Unterhaching die erschütternde Diagnose: Blutkrebs. Um zu überleben braucht sie einen Stammzellspender.

Unterhaching - Es sind nur drei Wattestäbchen, die Hoffnung geben. Hoffnung darauf, einen Stammzellenspender für einen Blutkrebspatienten zu finden. Auch Monika Rauch (53) aus Unterhaching wartet auf diese Chance. Sie entdeckte ihren Krebs selbst. Eine kleine, schmerzende Rötung in der Kniekehle, die erst als eine Venenentzündung diagnostiziert wurde, zwei Tage später ordnete ein weiterer Arzt ein Blutbild an, das die wahre Erkrankung ans Licht brachte: Blutkrebs.

Diagnose Blutkrebs: „Wir fielen in ein tiefes Loch“

Eine Diagnose, die ihr Leben von einer Sekunde auf die andere ändert. Bei Monika Rauch war es vor rund sechs Wochen ein Telefonanruf, nachmittags, mitten in einem Kundengespräch. Sie habe Akute Lymphatische Leukämie, kurz ALL, solle sofort in die Klinik kommen. Seitdem ist nichts mehr wie früher. Um zu überleben, braucht die 53-Jährige eine Stammzellenspende. „Ein Schock für uns, wir fielen in ein tiefes Loch“, sagt Ehemann Thomas Schweppe. Seitdem folgten eine Tabletten-Chemotherapie sowie eine sechswöchige Induktionstherapie.

Kampf gegen Blutkrebs in Unterhaching: In der Klinik bleiben nur Telefon und Internet

Monika Rauch liegt derzeit im Augsburger Uniklinikum, ihr Sprachrohr nach draußen ist ihr Ehemann. Den hat sie nur zwei Mal kurz im Freien gesehen, „ich habe ihr den Koffer vorbeigebracht“, drei Tage durfte sie zwischendurch zuhause verbringen. Ihr geschwächtes Immunsystem lässt Besuche sowieso nur bedingt zu, coronabedingte Zugangsbeschränkungen im Klinikum verschärfen die Situation. Bleiben das Telefon und auch das Internet. „Wir telefonieren sehr viel, haben mit Bekannten und Freunden auch gleich ein Teams-Gruppe erstellt. Wir frühstücken etwa gemeinsam oder verabreden uns zum Reden“, sagt Schweppe. Das hält die Psyche seiner Frau aufrecht, denn aufzugeben ist für das Paar keine Alternative.

Ein paar Stunden am Tag arbeitet Rauch auch in der eigenen Firma, mehr sei nicht drin, denn die Krankheit zehrt, Rauch hat bereits stark an Gewicht verloren, „Freunde schicken Pakete mit Kalorienbomben“, erzählt Schweppe. Aber seine Frau „igelt sich nicht ein, das ist wichtig in dem riesengroßen Gefühlschaos aus Angst, Ungewissheit, Wut, Trauer, Verzweiflung und Hoffnung“.

Blutkrebs: Hohe Übereinstimmung der Stammzellen wichtig

Genauso wichtig ist es jedoch, schnellstmöglich einen Stammzellenspender zu finden, damit Monika Rauch den Kampf gegen den Blutkrebs gewinnen kann. Denn sie hat „nicht nur“ Blutkrebs, sondern auch noch eine spezielle Form, für die eine relative hohe Rückfallquote besteht. Ihre Schwester Brigitte ist zu 50 Prozent als Spenderin tauglich, „da ist uns schon mal ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt Schweppe, denn damit sind die schwesterlichen Stammzellen die letzte Option, falls nicht ein besser geeigneter Spender gefunden wird. Besser geeignet heißt, das Risiko der Abstoßung der gespendeten Stammzellen zu minimieren. Dazu braucht es eine höhe Übereinstimmung der Gewebemerkmale. Spätestens im August soll Rauch die Zellen bekommen. Nächste Woche kommt sie erst einmal für drei Wochen nach Hause um durchzuschnaufen und sich zu erholen.

Kampf gegen Leukämie: Unter #teammoni registrieren

Unterdessen läuft die Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), bei #teammoni haben sich bereits 98 Spenderwillige registrieren lassen. Große öffentlichkeitswirksame Aufrufe sind derzeit nicht möglich, alles läuft über das Internet, die Testungen erfolgen zuhause. Wer helfen will, bekommt ein Spenderset nach Hause geschickt, macht den Wangenabstrich, der dann Aufschluss darüber gibt, ob die Gewebemerkmale zu denen von Monika oder einem anderen Patienten, der ebenfalls auf eine Stammzellenspende wartet, passen. Jede Registrierung ist die Chance auf ein zweites Leben für Blutkrebspatienen weltweit. Auch Monika Rauch hofft auf diese Chance „Wir bangen, es ist jeden Tag eine emotionale Achterbahnfahrt für uns beide“, sagt ihr Ehemann. Eine Registrierung und Typisierung ist unter https://www.dkms.de/moni möglich.

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