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Unangenehme Abbiege-Situation , wenn Autofahrer vom Bozaunweg in die Ottobrunner Straße einfahren wollen: Das Problem ließe sich lösen, indem man den Kreisverkehr (auf dem Foto im Hintergrund rechts) zur Grünau hin öffnen würde. 

Kreisverkehr an der Ottobrunner Straße

Durchstich könnte der Durchbruch sein

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Der Charme eines Kreisverkehrs liegt darin, dass er den Verkehrsfluss unkompliziert in alle Richtungen verteilt. Sofern es genug Anschlüsse gibt – vier Äste sind üblich. Aber nicht überall. In Unterhaching böte sich jetzt die Gelegenheit zur Optimierung. Nach über 50 Jahren.

Unterhaching– Aus den 1960er Jahren existiert für den Kreisverkehr in der Ottobrunner Straße, damals eine Kreuzung in spe, ein heute noch gültiger Bebauungsplan. Die Idee: eine zentrale Erschließung der Wohngebiets Grünau über die Von-Stauffenberg-Straße. Dazu müsste der heutige Kreisverkehr nach Norden hin geöffnet und mit einem 50 Meter langen Durchstich bestückt werden. Jahrzehntelang war das wegen Wohnbebauung nicht möglich, jetzt aber sind die drei maroden Häuser im Bozaunweg abgerissen worden.

Eine Chance also, den Kreisverkehr im Sinne des Bebauungsplans zu optimieren? Schluss mit der umständlichen Abbiege-Situation über den Bozaunweg? Genau diese Anregung kommt von Dr. Gero Winkelmann, Bereitschaftsarzt in Unterhaching. Für Notdiensteinsätze benutze er diese Stelle täglich mehrmals. Sein Eindruck: „Der Kreisel funktioniert nur teilweise.“ Weil eben der vierte Ast nach Norden fehlt.

Per Schreiben an die Gemeinde Unterhaching hat Winkelmann beantragt, die Kreisel-Öffnung nach Norden zu prüfen. Zwei positive Aspekte sieht er darin: „Erstens die Verbesserung des Verkehrsflusses vom und zum Ortsteil Grünau; zweitens die Vermeidung der kritischen Situationen beim Abbiegen.“ Winkelmanns Wunsch wäre, „die günstige Situation zu nutzen und den Platz nicht mehr zu verbauen“. In der Tat liegt die Fläche, die für einen Durchstich zur Von-Stauffenberg-Straße in Betracht käme, momentan brach. Und: Das Grundstück gehört der Gemeinde.

Rathaus-Sprecher Simon Hötzl teilt auf Nachfrage des Münchner Merkurmit, dass es aktuell „keine konkreten Planungen“ gebe für die Nutzung des Grundstücks und man „grundsätzlich nichts ausschließt“. Also auch nicht den Durchstich, wie im Bebauungsplan vorgesehen: „Ja, diese Möglichkeit bestünde“, sagt Hötzl und räumt ein: „Die aktuelle Einmündungs-Situation ist nicht optimal.“

Das sieht die Polizei genauso. „Ein Unfallschwerpunkt ist diese Einmündung nicht, aber gerade das Herausfahren auf die Ottobrunner Straße ist zu bestimmten Zeiten eine echte Herausforderung“, sagt Stefan Schraut, Leiter der Polizeiinspektion Unterhaching. „Insofern wäre die Einrichtung des vierten Astes – und gleichzeitig die Schließung der jetzigen Einmündung des Bozaunwegs in die Ottobrunner Straße – eine tatsächliche Erleichterung in der Verkehrsabwicklung. Wir würden diese Maßnahme sehr begrüßen.“

In puncto Platzbedarf und Bodenversiegelung wäre es ein Puzzlespiel in Form einer Verschiebung: Die jetzige Einmündung würde entfallen – der Platz könnte neu genutzt werden – und einfach direkt zum Kreisverkehr wandern. Für Anwohner ein Segen, glaubt Winkelmann: „Viele würden sich über weniger Unfallgefahr und Stress im Straßenverkehr hier freuen.“

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