eine Toilette
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So sauber sind die Toiletten auf dem Friedhof nicht, die immer wieder von Vandalen verdreckt werden.

Ärger um verdreckte Toiletten

Stilles, schmutziges Örtchen

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Unappetitliche Themen kamen jetzt im Unterhachinger Gemeinderat auf den Tisch. Und das gleich zweimal: Jeweils um Toilettenfragen drehten sich sie Wortbeiträge von Richard Raiser (CSU) und Gertraud Schubert (FW).

Unterhaching – Mit WC-Problem Nummer eins hatte Richard Raiser schon in den Sommerferien zu tun in seiner Funktion als Dritter Bürgermeister. Damals erreichten ihn Beschwerden von Friedhofsbesuchern und per E-Mail auch ein Foto dazu: Die WC-Anlage auf dem Friedhof, nahe der Aussegnungshalle, war gesperrt. Und zwar „aufgrund von Vandalismus und extremer Verschmutzung“, wie es auf einem Zettel hieß. Versehen mit einer Telefonnummer, die „bei Bedarf“ kontaktiert werden könne. Richard Raiser intervenierte damals, ließ die Toiletten wieder in einen nutzbaren Zustand bringen. Eine Weile ging das gut – aber jetzt wieder: Toiletten verschmutzt und gesperrt.

„Alle leiden, weil ein Saubär alles versaut“

Dass sich das Toilettenproblem wiederholt habe, sei ihm neu, versicherte Thomas Portenlänger von der Verwaltung. Er werde sich darum kümmern lassen, und auch Rathaus-Sprecher Simon Hötzl sagte auf Nachfrage des Münchner Merkur: „Es darf nicht sein, dass alle leiden, weil ein Saubär alles versaut.“ Denn wenn das „dringende Bedürfnis“ entsteht, ist die Hotline in der Praxis nicht schnell genug – für die Erleichterung wird sich im Friedhof ein diskret gelegenes Gebüsch gesucht. Was nicht im Sinn der Sache ist. „Wir müssen eine niederschwellige Lösung finden, statt die Toiletten zuzusperren“, so Raiser.

Lkw-Fahrer nutzen Gebüsch als Klo

Ebenfalls um menschliche Hinterlassenschaften geht es bei WC-Problem Nummer zwei, auf das Gertraud Schubert (FW) im aufmerksam machte. Im Zuge der Corona-Pandemie habe sie viel Zeit zu Spaziergängen gehabt, unter anderem im Landschaftspark. Dort wollte sie den „Finkbeiner Wald“ inspizieren, eine Baumpflanz-Aktion des Öko-Akivisten Felix Finkbeiner, der mit seiner Organisation „Plant for the Planet“ im Oktober 2009 im Ostzipfel des Landschaftsparks knapp 40 Bäume gepflanzt hatte.

Die Bäume gedeihen, wie Gertraud Schubert bei ihrem Spaziergang feststellte – aber der „Dünger“ passe nicht dazu. Denn: Die angrenzende Sackgasse werde von Fernfahrern als Parkplatz genutzt. Und als Toilette. „Um sich zu erleichtern, müssen sich die Lkw-Fahrer ins Gebüsch schlagen“, berichtet Gertraud Schubert. Oft täten sie „es“ sogar viel früher. So oder so, das Ökoprojekt verkommt zum Fernfahrer-Klo. Deshalb bittet die Gemeinderätin der Freien Wähler darum, hier ein öffentliches WC zu errichten.

Eine Frage der Zuständigkeit

Stefan Lauszat, Chef der Bauverwaltung in Unterhaching, kennt die gar nicht mehr so stille Örtlichkeit. Das Problem: Der „Finkbeiner Wald“ gehört zu Unterhaching, die angrenzende Fernfahrer-Sackgasse zu Ottobrunn. Um die WC-Frage zu lösen, habe man Kontakt mit der Nachbarkommune aufgenommen.

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