Die E-Mobilität schreibt in Unterhaching mit dem neuen Ladepark von EnBW Geschichte.
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Die E-Mobilität schreibt in Unterhaching mit dem neuen Ladepark von EnBW Geschichte.

Verkehrsministerin lobt EnBW-Projekt

Eine Leistung wie ein halbes Windkraftrad - Neuer Stromladepark im Gewerbegebiet eröffnet

  • Marc Schreib
    VonMarc Schreib
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Unterhaching wird um 20 neue Ladestationen für E-Autos bereichert. In nur 20 Minuten kann ein Tank aufgefüllt werden. Beim Pressetermin war unter anderem Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.

Unterhaching – Kurz vor Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung in München (IAA) kommt die Inbetriebnahme des neuen EnBW-Stromladeparks im Unterhachinger Gewerbegebiet zu einem günstigen Zeitpunkt. Bei der Eröffnung sprach Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) vom modernen Mobilitätsgedanken, der sich hier an 20 Hochgeschwindigkeits-Ladesäulen „im schönsten Stimmkreis Bayerns“ verwirkliche.

Für einen kleinen Ökoabdruck

Das Auto selbst sei nur ein Bestandteil im Mobilitätsmix. Neben der Ministerin waren gestern auch Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer, Landtagsabgeordnete Natascha Kohnen, die stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche (alle SPD) sowie Bundestagesabgeordneter Florian Hahn (CSU) vor Ort. Kalender haben dynamische Prozesse. Deshalb musste Ministerpräsident Markus Söder kurzfristig absagen, wie sich Kerstin Schreyer ausdrückte. Aber sie vertrat den Landesherrn umso lieber, als es sich bei Unterhaching um ihre Heimatgemeinde handelt. Die Mobilität sei, so die Ministerin, durch Corona stark verändert worden. Auf diese neue Lebenswirklichkeit müsse man sich jetzt einstellen und eine intelligente Verknüpfung zwischen öffentlichem Personennahverkehr, Fahrrad und Auto schaffen. Um den geringen ökologischen Fußabdruck hinzubekommen, seien Projekte wie der Unterhachinger Ladepark mit Photovoltaik auf dem Dach zentral wichtig, um in Zukunft genügend Stromtankstellen bereitzustellen. Im Moment gibt es 7000 Ladesäulen in Bayern.

Im Moment ein Investitionsgeschäft

Der Standort Unterhaching ist für EnBW im Moment ein Investitionsgeschäft. Auf den Gewinn muss man noch etwas warten. Im Münchner Süden zwischen der A 995 und der A8 gelegen, bildet der Ladepark aus Sicht des Stromkonzerns eine günstige Anlaufstelle für Reisende: Etwa 50 000 Menschen passieren diesen Abschnitt jeden Tag. Davon verspricht man sich bei EnBW auf lange Sicht eine günstige Wettbewerbsposition. Colette Rückert von EnBW verwies auf über 600 Standorte, an denen ihr Unternehmen im Bundesgebiet Schnell-Ladestationen betreibt. Unterhaching sei eine weitere „Perle auf der dicht geknüpften Kette des Ladenetzes“. Sowohl für Durchreisende, aber auch Ortsansässige biete er eine komfortable Tankmöglichkeit. Bei einer Leistung von 300 kW können E-Autos in fünf Minuten mit bis zu 100 Kilometern Reichweite beladen werden. Via App lässt sich die Ladung ganz einfach vorbereiten. Aber es steckt auch viel dahinter: Die Stromleistung der gesamten Station entspricht etwa der Leistung eines halben Windkraftrades. Der Ladevorgang eines VW ID3 würde im Falle einer Spontan-Ladung etwas über 30 Euro kosten. Dabei werden die Fahrzeuge zu hundert Prozent mit Ökostrom aus Wasserkraftwerken versorgt. Die Photovoltaikanlage wiederum deckt den Energiebedarf der Station jenseits der Ladevorgänge.

Gemeinde freut sich

Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer findet die Station vor Ort hilfreich. Sie unterstütze die gemeindlichen Anstrengungen: „Wir haben ohnehin das größte Ladenetz im Landkreis und bekommen jetzt noch einmal einen gehörigen Schub.“ In Unterhaching existieren bereits elf Ladesäulen mit 22 Ladepunkten, ergänzt durch Stationen vor Discountern und jetzt eben auch durch die die EnBW-Station.

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