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Sonnenschein ausgenutzt: Die Feuerwehr Sauerlach befreite das Dach der Schule und der Mehrzweckhalle.

122 Kräfte im Kreis Bad Tölz-Wolfratsahusen

Landkreis-Feuerwehren helfen in Katastrophengebiet

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122 Feuerwehrleute aus dem Landkreis München waren den ganzen Samstag im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im Einsatz und haben im Katastrophengebiet geholfen, Schnee von Dächern zu schaufeln. Auch im Landkreis München waren die Kräfte im Dauereinsatz.

Landkreis – Am Freitagabend gegen 18 Uhr kam die Anforderung: Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen braucht Unterstützung. Ab da begannen die Vorbereitungen bei der Kreisbrandinspektion und bei 15 Landkreisfeuerwehren. Am Samstag ging es in aller Herrgottsfrüh’ aus dem Haus, denn um 8 Uhr war Treffpunkt in Taufkirchen. „Die mit weiteren Anfahrten sind bestimmt schon um 6.30 Uhr los gefahren. Wir wussten ja nicht, wie die Straßenverhältnisse sind“, erklärt Kreisbrandinspektor Erwin Ettl. Unter der Leitung des Ottobrunners machten sich 122 Einsatzkräfte aus Aschheim, Badersfeld, Dornach, Feldkirchen, Garching, Gräfelfing, Heimstetten, Hochbrück, Ismaning, Kirchheim, Oberschleißheim, Planegg, Riedmoos, Unterföhring und Unterschleißheim um kurz vor 9 Uhr auf den Weg nach Geretsried.

Im Nachbarlandkreis angekommen, teilten sich die Einsatzkräfte auf. Zwei Kontigente fuhren nach Wolfratshausen, um das Dach einer Schule vom Schnee zu befreien, drei Kontigente blieben in Geretsried. „Dort haben wir sieben Gebäude – Schulen oder Bauhof – geräumt“, sagt Ettl, der in Geretsried im Einsatz war. „Die Sicherung auf den Dächern hat die Bergwacht übernommen und einen super Job gemacht.“ Einen super Job bescheinigt der Kreisbrandinspektor auch seinen Einsatzkräften. Schließlich lag allein in Geretsried doppelt so viel Schnee wie beispielsweise in Ottobrunn – und die Ehrenamtlichen waren schon in den vergangenen Tagen im Dauereinsatz. „Sie waren trotzdem hochmotiviert und haben das toll gemacht.“

Gegen 18 Uhr war für die 122 Feuerwehrleute der Einsatz im Nachbarlandkreis beendet – auf 110 von ihnen wartete allerdings noch Arbeit in Sauerlach. Auch dort ächzten Gebäude unter der Schneelast. Gemeinsam mit 30 örtlichen Kräften arbeiten sie bis in die Abendstunden. „Der südliche Landkreis war ja selbst betroffen. Deshalb haben wir von hier keine Kräfte mitgenommen“, sagt Kreisbrandinspektor Erwin Ettl.

160 zusätzliche Helfer für Unterhaching

Diese Einschätzung erwies sich als richtig. Allein in Unterhaching räumte die Feuerwehr 26 Dächer, 15 am Samstag und weitere elf am Sonntag. „Wir haben ältere Gebäude, deren Dächer für eine Schneelast von 75 Kilo ausgelegt sind. Da lagen am Freitag bis zu 150 Kilo drauf“, sagte Bürgermeister Wolfgang Panzer gegenüber dem Münchner Merkur. Deshalb kamen auch die verbliebenen Einsatzkräfte aus dem nördlichen Landkreis in den Süden und unterstützten ihre Kameraden. Auch das THW half bei den Räumarbeiten mit. 

Am Samstag waren in Unterhaching insgesamt 220 Kräfte im Einsatz, 160 davon aus anderen Gemeinden. Am Sonntag trafen sich um 9 Uhr noch einmal 200 Feuerwehrler, erneut mit 160 auswärtigen, um weitere Dächer zu räumen. Am späten Vormittag entspannte sich die Situation durch das Tauwetter. Die Feuerwehren waren nur noch in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich im Einsatz.

Die Schneeräum-Einsätze der Landkreis-Feuerwehren

In Großhelfendorf rückte die Feuerwehr Helfendorf am Samstag um 7 Uhr zum REWE aus. Das 1500 Quadratmeter große Dach musste abgeschaufelt werden. Dabei unterstützten das THW sowie einige Privatfirmen die Einsatzkräfte. Insgesamt schippten rund 70 Mann Schnee vom Dach. Nach rund sechs Stunden war das Dach schließlich von seiner Last befreit.

Baum fällt auf fahrendes Auto

Riesenglück hatte am Samstag in der Früh ein Glonner auf der Staatsstraße 2079 – und erlebte bei Harthausen den Albtraum jedes Autofahrers. Ein Baum knickte unter der Schneelast um und fiel zwischen Forstwirt und Schlag bei voller Fahrt auf den Ford Focus des 49-Jährigen. Dieser hatte um 5.20 Uhr offenbar einen Schutzengel als Beifahrer dabei: Er überstand den Unfall ohne Verletzungen. “Glück im Unglück, dass es sich um einen kleineren Baum handelte“, sagt ein Feuerwehr-Sprecher gegenüber unserer Zeitung.

Schnee- und Räumeinsätze im Landkreis wirkten sich auch auf geplante Aktionen aus. So hat die Feuerwehr Baierbrunn bereits im Vorfeld die für Samstag geplante Christbaumsammelaktion abgesagt, in Feldkirchen wurde diese auf einen der kommenden Samstage, 19. oder 26. Januar, verschoben.

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