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Bis zu 7000 Menschen strömen an heißen Sommertagen ins Unterhachinger Freibad. Dort muss dringend die Technik erneuert werden, um den Badebetrieb weiterhin zu gewährleisten.

Freibad Unterhaching

Mit neuer Technik gegen die Schließung

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Unterhaching - Im Sommer 2015 hätte das Freibad Unterhaching, das an Schönwettertagen bis zu 7000 Badegäste anlockt, um ein Haar geschlossen werden müssen. 

Grund für die Fast-Schließung: veraltete Technik. Die Gemeinde reagiert jetzt und saniert die Anlage, was auch die benachbarte Hachinga-Halle tangiert.

Die Abkürzung MSR steht für „Mess-, Steuer- und Regeltechnik“. Und zu regeln ist im Unterhachinger Freibad viel, von der Wassertemperatur über Sprudelanlagen bis zum Chlorgehalt. Neun MSR-Schaltschränke stehen in Unterhaching, dazu sieben weitere für Heizung, Lüftung und Sanitärtechnik. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt 15 bis 20 Jahre – die Unterhachinger Technik indes ist schon 32 Jahre alt. 

„Die Betriebssicherheit der Anlage ist nicht mehr gewährleistet“, schlägt Susanne Schweizer vom Bauamt Alarm. „Schon vergangenes Jahr wäre ein beinahe zur Schließung gekommen. Das kann uns heuer wieder passieren.“ Deshalb müsse jetzt dringend investiert werden: „Das Freibad ist schließlich das Herz von Unterhaching.“

Neben der MSR-Technik stehen auch Anlagen-Aggregate wie Badewasserumwälzpumpen auf der Sanierungs-Agenda der Kommune. Und noch ein Problem gibt es: einen 22 Jahren alten Computer, der 365 Tage im Jahr im 24-Stunden-Dauerbetrieb ist. An diesem Uralt-Rechner hängt nicht nur die MSR-Technik des Freibads, sondern er steuert auch die Heizungspumpen in der Hachinga-Halle. Ein Ausfall hätte also gravierende Folgen. 

Damit ist die Liste nötiger Erneuerungen aber noch nicht zu Ende. Den beliebten Wildwasserkanal im Spaß-Schwimmbecken treiben sogenannte Badewasserattraktionspumpen an – mit 30 Jahren Betriebsdauer haben auch sie den Zenit längst überschritten. 

„Wir brauchen einen Masterplan, um den laufenden Betrieb – ohne Schnickschnack – zu gewährleisten“, forderte Günther Stäblein im Bauausschuss. Schweizer entgegnete: „Wir machen sowieso nur das notwendige Minimum.“ 

Der Bauausschuss segnete ein entsprechendes Maßnahmenpaket einstimmig ab. Zwölf neue Controller werden in den bestehenden Schaltschränken ausgetauscht, zwei neue Touchpanels in der Schaltschrankfront eingebaut. Auch für den Einbau neuer Pumpen gaben die Kommunalpolitiker grünes Licht. Allein für dieses Jahr sind im Haushalt 240.000 Euro veranschlagt, insgesamt soll die Sanierung 630.000 Euro kosten. Als Zeitschiene sind zwei bis fünf Jahre angedacht. Damit das überörtlich beliebte Freibad weiterhin für Abkühlung an heißen Sommertagen sorgt.

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