Trainer Niklas Kropp (r.) beobachtet das Freilufttraining der U16-Basketballer des TSV Unterhaching auf dem Gelände der Grund- und Mittelschule am Sportpark.
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Trainer Niklas Kropp (r.) beobachtet das Freilufttraining der U16-Basketballer des TSV Unterhaching auf dem Gelände der Grund- und Mittelschule am Sportpark.

Zu Besuch beim Freiluft-Training des TSV Unterhaching

Pässe sind beim Handball vorerst verboten

  • vonChristian Amberg
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Es sieht eher nach Leichtathletik oder Krafttraining aus, ist aber Ballsport: Beim TSV Unterhaching haben die Team-Sportarten mit dem Training im Corona-Modus begonnen.

Unterhaching – Dass die Lichter nach über zwei Monaten Zwangspause wieder angeknipst werden, wäre ein schönes Bild. Stimmt aber nicht ganz. Die Lichter in den Unterhachinger Sporthallen bleiben weiterhin aus, unter freiem Himmel hat der TSV Unterhaching dagegen am Montag den Sportbetrieb wieder aufgenommen. Die Gemeinde erlaubt unter strengen Regeln wieder Übungseinheiten – und die Stundenpläne für die Sportstätten im Ort sind bei einem der größten Breitensportverein Bayerns mit knapp 4000 Mitgliedern schon voll belegt.

Montag, 17 Uhr, Stadion an der Grünauer Allee. In die drei Bereiche Laufbahn, Rasenplatz und Allwetterplatz sind die Zonen hier eingeteilt und überall herrscht Betrieb. Reduziert auf kleine Gruppen und mit den bekannten Vorschriften wie individuelle An- und Abreise sowie Umziehen und Duschen zu Hause haben sich der Leichtathletik-Nachwuchs und die weibliche Handball-A-Jugend zum ersten Mal wieder zum Training eingefunden.

Gregor Christoforis, Abteilungsleiter der Handballer, die zusammen mit der Sparte in Taufkirchen inzwischen als HT München gemeinsame Sache machen, war von der Trainingsbeteiligung durchaus überrascht: „Es sind mehr gekommen als gedacht. Man merkt einfach, dass sich die Spielerinnen endlich mal wieder sehen und gemeinsam etwas machen wollten. Auch wenn es mit Handball natürlich erst einmal wenig zu tun hat.“

Eigene Bälle müssen mitgebracht werden, selbst das Passen ist allerdings verboten. So beschränkt sich das Training in Gruppen auf maximal fünf Personen inklusive Trainer, zwei Meter Abstand muss eingehalten werden, Kontakt ist verboten, Zuschauer ebenso. Das Training ist vorerst auf Kondition, Kraft und Koordination beschränkt. „Aber immerhin“, sagt Christoforis, „sind wir mal wieder zu Hause raus und zusammen.“ Auf dem riesigen Rasenplatz macht nur ein kleines Grüppchen Gymnastik, nebenan auf der Laufbahn wuselt eine Handvoll Kinder.

Basketballer dürfen immerhin dribbeln

Zur gleichen Zeit an der Grund- und Mittelschule im Sportpark: Basketball-Trainer Niklas Kropp gibt Kommandos für das Aufwärmprogramm seiner U16-Jungs. Laut müssen sie nicht sein, hier verteilen sich nur zwei Vierergruppen auf dem Allwetterplatz neben der Schulturnhalle. Auch die Basketballer mussten ihre Bälle selbst mitbringen, dürfen sie aber immerhin benutzen. „Wir können wenigstens dribbeln und auf die Körbe werfen“, sagt der Trainer, „in unserem Sport geht da schon was.“ Aber auch hier heißt es: Hauptsache wieder gemeinsam trainieren.

Als der TSV Unterhaching am Montag bekannt gab, dass das Sportprogramm zumindest im Freien wieder aufgenommen wird, kam das Wort „endlich“ in der Mitteilung etliche Male vor. „Wir sind froh, dass wir unseren Mitgliedern endlich wieder einige Kurse anbieten können“, sagt TSV-Geschäftsführer Mihai Paduretu, „und alle sind froh, wieder ihrem Lieblingssport nachgehen zu können. Zum Teil gab es schon Wartezeiten für die Plätze.“ Deren Einteilung ist eine durchaus komplizierte Angelegenheit. Klar, wenn auch Indoor-Sportarten plötzlich draußen Platz brauchen. Nicht nur die Trainer müssen in Corona-Zeiten kreativ sein, auch die Planer.

Nun haben aber die Abteilungen Leichtathletik, Handball, Badminton, Tischtennis und Taekwondo sowie die zahlreichen Gesundheitssportgruppen ihre Zeitfenster in der Grünau zugeteilt bekommen, die Basketballer an der Schule. Weil der Platz für alle natürlich nicht reicht, wird auch am Rodelberg und im Perlacher Forst trainiert. Die Judo-Abteilung hatte das Online-Training schon durch kreative Einheiten auf Kinderspielplätzen ergänzt, jetzt trifft man sich in Kleingruppen auch mal am Trimm-dich-Pfad in Taufkirchen oder Harlaching. Als offizielle Trainingsstätte für die Taekwondo-Abteilung aufgeführt ist sogar der Fahrrad-Unterstellplatz an der Sportarena am Utzweg – Corona-Not macht erfinderisch.

Vom Normalbetrieb ist das alles weit entfernt, und wie lange noch improvisiert werden muss völlig offen. „Wir freuen uns momentan über das gute Wetter“, sagt Geschäftsführer Paduretu. Handball-Abteilungsleiter Christoforis hofft, dass zumindest in den Sommerferien wieder richtig gespielt werden darf: „Handball ohne Zweikampf, Pässe und Tore ist eigentlich kein Handball, sondern Bewegungstherapie.“ Immerhin das ist wieder möglich – in Unterhaching kehrt das Leben auf die verwaisten Sportanlagen zurück. Endlich. CHRISTIAN AMBERG

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