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Einen Luftbildplan der Autobahndirektion für einen Lärmschutzwall an der A 995 präsentiert Catia Hilgart. 

A995 und A8

Fünf Varianten gegen Autobahnlärm

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Fünf Varianten zum Lärmschutz an A995 und A8 werden am Mittwoch vorgestellt. Derweil gibt es noch eine Idee. Dabei könnte die zweite Stammstrecke den Unterhachingern helfen. 

Unterhaching – Darauf haben viele Unterhachinger gewartet: Das Lärmschutzgutachten, im Sommer 2017 in Auftrag gegeben, wird in der Gemeinderatssitzung am heutigen Mittwoch (18 Uhr, Rathaus) öffentlich vorgestellt. Das soll als Grundlage für kommunalpolitische Entscheidungen dienen.

Details zum Gutachten mag Rathaus-Sprecher Simon Hötzl vorab nicht verraten, nur soviel sagt er: „Es wird fünf Varianten für Abschirmeinrichtungen geben: Wälle, Wände, Kombinationen aus beidem. Für jedes Fallbeispiel wird anhand einer Rasterkarte aufgezeigt, welche Lärmminderung wo im Gemeindegebiet ankäme. Untersucht wurde auch die Frage, wie nah man mit einem Lärmschutzwall an die Autobahn heranrücken müsste.“

Jenseits der Theorie hat sich die Unterhachingerin Catia Hilgart mit ihrer Lärmschutzinitiative (insgesamt über 700 Unterschriften) schon um praktische Fragen gekümmert. Denn die 54-Jährige zweifelt an der Sinnhaftigkeit der interkommunalen „Aktion 80/80“ der Gemeinden Taufkirchen und Unterhaching, die besseren Lärmschutz mit einem entsprechenden Rund-um-die-Uhr-Tempolimit auf beiden Autobahnen erreichen wollen. „Ein solches Tempolimit wird es niemals geben“, glaubt Hilgart nach einer Reihe von persönlichen Gesprächen, unter anderem mit Innenministerium, Autobahndirektion Südbayern und Landrat Christoph Göbel.

Nach Hilgarts Einschätzung würde „80/80“ ohnehin nicht funktionieren. Sie glaubt, dass allein ein Wall an der A 995 die Anwohner vor Lärm schützen kann. Bei der Autobahndirektion Südbayern hat sie in Erfahrung gebracht, dass schon ein Planentwurf existiert für einen fünf Meter hohen und 1,4 Kilometer langen Wall. „Das wäre die beste Lösung.“

Hilgart geht sogar noch einen Schritt weiter und hat bei Ilse Aigner, in deren Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr das Lärmschutzthema neuerdings angesiedelt ist, angefragt: „Ließe sich die Erde vom Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München nicht kostengünstig für einen Lärmschutzwall verwenden? Das wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“ Dann könne man den Wall sogar sieben statt fünf Meter hoch bauen. Ihr Vorschlag an Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD): „Freistaat und Bund bauen einen Wall, die Gemeinde setzt eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand obendrauf.“

Obwohl sie über 700 lärmgeplagte Bürger hinter sich weiß, spürt Catia Hilgart für ihren Geschmack arg wenig Entgegenkommen aus dem Rathaus und speziell von Bürgermeister Panzer. Aus diesem Grund hat sie sich nun entschlossen, der Kommunalpolitik unmittelbar frischen Wind zu verschaffen: Die 54-Jährige ist in die CSU eingetreten, spielt sogar mit dem Gedanken an eine Gemeinderatskandidatur bei der Kommunalwahl 2020. Um aktiv mitzugestalten: „Wir brauchen dringend Hilfe. Der Lärm wird immer schlimmer.“  

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