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Geimpft und doch erkrankt: Bisher 745 Corona-Impfdurchbrüche im Landkreis München

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Von: Max Wochinger

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Es würden erheblich weniger Intensivbetten bereitstehen als bisher gedacht, sagte Landrat Göbel. (Symbolbild)
Es würden erheblich weniger Intensivbetten bereitstehen als bisher gedacht, sagte Landrat Göbel. (Symbolbild) © Waltraud Grubitzsch / dpa

Schwere Verläufe treten aber nur selten auf. Die Zahlen machen klar: Die Covid-Impfung wirkt gegen schwere Erkrankungen des Coronavirus.

Landkreis – Im Landkreis München gab es bisher 745 Impfdurchbrüche. Darunter waren 36 Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, teilte das Landratsamt am Montagabend mit. Die Zahlen sind auch Beweis dafür, dass die Covid-Impfung vor schweren Verläufen schützt.

Ein Impfdurchbruch liegt dann vor, wenn drei Punkte erfüllt sind: vollständiger Impfstatus, ein positiver PCR-Test und Symptome. Diese Impfdurchbrüche seien aber „sehr, sehr häufig“ auf bestehende multiple Immunschwächen zurückzuführen, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) bei einem Pressegespräch am Montag. Auch Hausärzte im Landkreis bescheinigen den Schutz vor schweren Erkrankungen durch eine Impfung.

7 Todesfälle nach Impfdurchbruch

Sieben Menschen, die sich trotz vollständigem Impfschutz mit dem Virus infizierten, sind laut Kreisverwaltung verstorben. Das Landratsamt betonte jedoch, dass die gestorbenen Personen an „mindestens“ einer schwerwiegenden Vorerkrankung litten.

In den vergangenen sieben Tagen mussten sieben Personen aus dem Landkreis München wegen einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt werden, sagte Landrat Göbel. Der Wert entspräche einer Hospitalisierungsinzidenz, gemessen pro 100 000 Einwohner, von 2,0. Für die Krankenhaus-Ampel spielt der Landkreiswert allerdings keine Rolle.

Erst wenn die bayernweiten Grenzwerte überschritten sind, treten neue Alltagsbeschränkungen in Kraft. In Bayern steht die Ampel aktuell auf Grün, 261 Intensivbetten seien bayernweit mit Covid-Patienten belegt, so die Kreisverwaltung.

Intensivbetten: „Aus meiner Sicht ist das sogar dramatisch“

Sorgen hat Göbel wegen der Verfügbarkeit von Intensivbetten in den Krankenhäusern. Wegen Personalproblemen würde diese sinken, berichtet er. Es würden erheblich weniger Intensivbetten bereitstehen als bisher gedacht. „Aus meiner Sicht ist das sogar dramatisch“, sagte er. Es drohe zwar keine „akute Nichtversorgung“ auf Intensivstationen, allerdings sei die Belastung des Pflegepersonals hoch. Deshalb einmal mehr der Appell von Göbel: Impfen, Impfen, Impfen.

Bisher haben sich im Landkreis München knapp 243 000 Menschen vollständig gegen Covid-19 immunisieren lassen, mehr als 8300 Personen haben bereits eine Auffrischimpfung hinter sich. Göbel geht davon aus, dass die Impfquote im Landkreis München „überdurchschnittlich hoch“ sei. Denn im Landkreis würden „stark aufgeklärte“ Menschen mit einem hohen Bildungsgrad leben, sagte er. Laut Robert-Koch-Institut sind in Bayern 63,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Nachfrage nach Tests deutlich abgesackt

Die Nachfrage nach Corona-Tests ist seit Anfang vergangener Woche indes deutlich abgesackt. Seit Montag, 11. Oktober, gilt die neue Testverordnung, Antigen- und PCR-Tests müssen in den meisten Fällen von Bürgern bezahlt werden. Gab es in der Woche von 4. bis 10. Oktober noch über 8200 PCR-Tests, gab es in der vergangenen Woche nur noch etwas mehr als 2720 Tests.

Weiterhin getestet werden Schülerinnen und Schüler. Positive Corona-Fälle gibt es aktuell in 63 Kindertagesstätten und Schulen im Landkreis. 96 Kinder und Jugendliche haben sich mit dem Virus infiziert, weitere 51 Personen befinden sich in Quarantäne. Die Zahl der Kinder in Quarantäne ist deutlich niedriger als noch im Frühjahr, weil sich nicht mehr ganze Klassen isolieren müssen.

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