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Die Schaukel gehört zum Standardrepertoire eines Spielplatzes. Verpflichtend ist das natürlich nicht. Auch nicht nach der jüngsten Aufstellung von Mindestanforderungen in Unterhaching.

Unterhaching legt Mindestanforderung für die Gestaltung von Spielplätzen fest

Schluss mit lieblos

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Eine Mini-Wippe, ein klitzekleiner Sandkasten, fertig: Bisweilen lieblos hingeknallt wirken Kinderspielplätze in Wohnanlagen. Das soll sich in Unterhaching nun ändern – mittels einer Kinderspielplatzsatzung, die Mindestanforderungen vorschreibt.

Unterhaching – Werden Gebäude mit vier oder mehr Wohnungen errichtet, so muss auch, das schreibt die Bayerische Bauordnung vor, ein „ausreichend großer Kinderspielplatz“ angelegt werden. Was im Einzelfall als „ausreichend“ definiert wird, ist Auslegungssache. Um halbherzige Lösungen von vornherein zu vermeiden, haben viele Kommunen Spielplatzsatzungen erlassen. Diesen Weg geht nun auch die Gemeinde Unterhaching.

Er sei kein Freund übermäßiger Reglementierungen, schickte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) im Bauausschuss vorweg. Aber: Es gehe immerhin um Kinder, um deren Entfaltung – und um deren Schutz.

Die Verwaltung hatte sich deshalb bayernweit Kinderspielplatzsatzungen angeschaut und auf diesem Sammelsurium die wichtigsten Kriterien herausgepflückt. Um es nicht zu kompliziert zu machen, verständigten die Kommunalpolitiker sich auf wenige Kernpunkte.

„Ich finde es gut, dass wir Normen festlegen. Viele Spielplätze in Wohnanlagen sind ja gar nicht mehr als solche zu erkennen, das ist unzumutbar“, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Richard Raiser. Sein Parteikollege Florian Riegel regte an, auf abdeckbare Mülleimer zu pochen, „damit Windeln nicht in der Regensuppe schwimmen“.

Eine Idee warf Gertraud Schubert (Grüne) in den Raum: der Satzung eine Präambel voranzustellen, die Unterhaching als „kinderfreundliche Kommune“ hervorhebt. In Regensburg ist die Satzung derart gestaltet.

Um das „Grundsatzproblem Sand“ sorgte sich Tanja Günther (CSU): Er sei oft zu bröselig zum Spielen und zudem mit Katzenkot verunreinigt. Dieter Senninger (SPD) entgegnete, man solle die Sandhygiene „der Veranwortung der Leute, die dort wohnen, überlassen“. Die Sandkästen der offiziellen Gemeinde-Spielplätze werden übrigens einmal pro Jahr gereinigt.

Den Vorschlag des FDP-Fraktionsvorsitzenden Bernard Maidment, über Mindeststandards hinauszugehen, sah Bürgermeister Panzer kritisch. Denn: „Das muss ja auch überprüft werden. Beispielsweise, wenn wir vorgeben, wie ein Spielhaus auszusehen hat.“ Er plädierte dafür, die Kinderspielplatzsatzung „möglichst einfach zu halten“.

Bis zur Gemeinderatssitzung am 28. Juni soll die Verwaltung nun eine Satzung entwerfen. Mit wenigen, griffigen Kernpunkten.

Diese Anforderungen

sollen in der Unterhachinger Kinderspielplatzsatzung stehen:

• 1,5 Quadratmeter Spielfläche je 25 Quadratmeter Wohnfläche, mindestens aber 60 Quadratmeter.

• Mindestausstattung je 60 Quadratmeter Spielplatzfläche: ein Sandspielplatz mit mindestens vier Quadratmetern, ein ortsfestes Spielgerät, eine ortsfeste Sitzmöglichkeit.

• Ungehinderter Zugang, ohne Inanspruchnahme der öffentlichen Verkehrsflächen

• Anordnung des Spielplatzes immer zur verkehrsabgewandten Seite des Grundstücks.

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