Schluss mit Schlaglöcher-Piste: die Wilmannstraße wird erneuert.
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Schluss mit Schlaglöcher-Piste: die Wilmannstraße wird erneuert.

Diskussion um Sanierung der Wilmannstraße

Unterhachinger Grüne gegen „Basta-Politik“ bei Straßenausbau

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Nach der Kritik, die Grünen würden die dringend nötige Sanierung der Wilmannstraße in Unterhaching mit der Forderung nach vorheriger Bürgerbeteiligung verzögern hat sich Fraktionssprecher Stefan König im Gemeinderat abermals zu Wort gemeldet.

„Wir haben nie bestritten, dass der Gemeinderat über den Straßenausbau entscheidet“, sagte Stefan König bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats..„Aber wir wollen keine Basta-Politik, sondern mit größtmöglicher Transparenz die Akzeptanz unserer Politik bei den Anwohnern erhöhen.“ Seiner Auffassung nach hätte „ein simpler Brief“ mit der Bitte, innerhalb von zwei Wochen für eine der Varianten zu plädieren, genügt. So aber entstehe der Eindruck: „Wer zahlt, schafft an.“

Fakt ist, die Anwohner müssen gar nichts mehr bezahlen, seit 2018 die Straßenausbaubeitragssatzung gekippt wurde. Bis auf vier von acht anwesenden Grünen stimmte der Gemeinderat dafür, die seit 1955 niemals richtig sanierte Wilmannstraße mittels der 680 000 Euro teuren Schrammbord-Variante zu ertüchtigen.

Was die Grünen zusätzlich wissen wollte: Warum die jetzt favorisierte Variante vor Jahren als ungünstig deklariert worden war und warum die Sanierung der Wilmannstraße jetzt teurer komme als vor Jahren der Ausbau der viel größeren Andresenstraße.

Den Schwenk bei der Variante erklärte der Chef der Bauverwaltung, Stefan Lauszat, mit der unterschiedlichen Rechtslage. Bei der Andresenstraße wurden die Anwohner zur Kasse gebeten – der teureren Schrammbord-Variante hätten damals nicht alle zugestimmt. Bei der Wilmannstraße zahlt die Gemeinde, somit gebe es keine rechtliche Hürde. Was die Kostenfrage angeht, erläuterte der vom Rathaus beauftragte Planer Horst Schweikert: „Bei der Andresenstraße hatten wir stets darauf geachtet, so sparsam wie möglich zu arbeiten, konnten diese Prozesse aber erst während der Bauphase steuern.“ Bei seiner Kalkulation für die Wilmannstraße gehe er „vom ungünstigsten Fall aus“, im Zweifel werde die Sanierung aber günstiger als 680 000 Euro. Die Kostenansätze seien „die gleichen wie damals“, allerdings seien im Lauf der Jahre die Preise im Straßenausbau gestiegen.

Die Ausbau-Variante I ist jetzt also festgelegt, in diesen Tagen werden die Anwohner darüber schriftlich informiert. Etwas Spielraum bleibt noch bei den Parkplätzen, die künftig exakt abmarkiert werden sollen: „Die Anzahl ändert sich so gut wie nicht, die Anordnung gehen wir mit den Anwohnern durch“, versprach der Planer. Der Baubeginn soll schon heuer im Frühjahr erfolgen.

In einem gemeinsamen Antrag fordern CSU und Grüne für zukünftige Straßenbaumaßnahmen, vorab „eine Anliegerversammlung oder eine gleichwertige Bürgerbeteiligung durchzuführen“. Drei bis vier Monate vor solch einer Versammlung seien die Planungen dem Gemeinderat vorzulegen. Kommunalpolitische Entscheidungen dürften „nicht davon abhängen, ob diese durch Steuermittel oder Anwohner bezahlten werden“, argumentierte der CSU-Fraktionsvorsitzende Korbinian Rausch. Durch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung könnten „sinnvolle Anregungen und Wünsche eingearbeitet werden“.

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