Nicht gerade zimperlich geht es im Landkreis-Derby zu: Hier wird Sophie Geray (vorn), mit acht Toren beste HT-Werferin, von der Ismaningerin Verena Weber bedrängt.
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Nicht gerade zimperlich geht es im Landkreis-Derby zu: Hier wird Sophie Geray (vorn), mit acht Toren beste HT-Werferin, von der Ismaningerin Verena Weber bedrängt.

HANDBALL - Mit einer Trotzreaktion biegt HT-Team das Landkreis-Duell gegen Ismaning um

Handball-Derby: Jetzt-erst-recht-Stimmung nach Roter Karte

  • Umberto Savignano
    VonUmberto Savignano
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Zum Saisonstart in der Bayernliga haben die Hachinger-Tal-Handballerinnen von HT München den TSV Ismaning im Landkreis-Derby 24:23 (12:13) besiegt.

Taufkirchen/Unterhaching – Es war mehr als nur ein Auftaktspiel, dieses 24:23 (12:13) der Handballerinnen von HT München gegen den TSV Ismaning. Es war nach elf Monaten Wettkampfpause ein Abend voll überbordender Emotionen, zumindest für die Gewinnerinnen. Besser hätte sich Oliver Götsch den Neubeginn jedenfalls gar nicht vorstellen können: „Die Freude über den Sieg und den gelungenen Start in die Saison ist riesig“, strahlte der HT-Coach.

Vor dem Anpfiff verspürten noch die Angehörigen beider Lager, ihre Fans eingeschlossen, Glücksgefühle. „Bei allen war die große Vorfreude zu spüren, dass es endlich wieder losgeht. Die Atmosphäre, die Lautstärke, die Musik, das ganze Event hat einem schon gefehlt“, so Götsch. „Meine Mädels waren konzentriert, bestens gelaunt, fokussiert und bereit. Wir sind ja nicht als Favorit ins Spiel gegangen, hatten aber unsere Hausaufgaben gemacht und uns super vorbereitet. So sind wir schon mit Selbstvertrauen zum Aufwärmen gekommen.“ Und es gelang, die Hochstimmung mit aufs Feld zu nehmen: „Mit Anpfiff waren wir da.“

Selbst den frühen Rückschlag durch die Rote Karte für Hannah Frühbeis (3.), steckte die Truppe aus dem Hachinger Tal weg. „Das war eine vertretbare, aber sehr harte Entscheidung, die uns zwang, von unserem ursprünglichen Plan abzuweichen. Das brachte uns aber nicht aus dem Konzept, im Gegenteil, es kam eine Jetzt-erst-recht-Stimmung auf“, sagte Götsch.

Dank dieser Trotzreaktion drehten die Gastgeberinnen den 1:3-Rückstand über 4:3 auf 10:7. „Da hatten wir für 15 Minuten das Momentum auf unserer Seite. Kurz vor der Halbzeit sind wir aber wieder etwas von unserem Weg abgekommen.“ Ismaning traf nun fünfmal in Folge zum 10:12, mit 12:13 ging es in die Pause.

Danach blieb es ein enges Duell, das stetig zwischen einem Unentschieden und einer knappen Gäste-Führung hin und her pendelte. Es gelang dem TSV aber nicht, sich entscheidend abzusetzen. Götsch sah „ein ausgeglichenes, hochwertiges und spannendes Handballspiel“, in dem seiner Mannschaft am Ende noch der große Überraschungscoup gegen einen der Meisterschaftsfavoriten gelang. „Kurz vor Schluss, beim 23:23, haben wir im Time Out die Marschroute für die letzten 90 Sekunden vorgegeben: lange den Ball halten, Tor erzielen, in der Abwehr fighten und das Spiel gewinnen. Die Mannschaft hat das genauso so umgesetzt“, freute sich der Trainer über den Siegtreffer zum 24:23, der zugleich die einzige Führung seines Teams im zweiten Durchgang war. „Ismaning war ein Top-Gegner, der uns alles abverlangt hat. Wir hatten am Ende das Fünkchen Glück und haben eine richtige Entscheidung mehr getroffen“, bilanzierte der mehr als zufriedene Götsch: „Alle haben ihren Beitrag zum Sieg geleistet, es war eine perfekte Teamleistung.“

HT München: Gaigl/Nizzardo; S. Geray (8/5), Christoforis (3), A. Geray (3), Lachner (3), Menrath (2), Demmel (1), Frühbeis (1), Marcekova (1), Sebold (1), Thomas (1), Gmeiner, Buchberger

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