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Sein Spitzname ist „Danger“: Für Gefahr sorgt das Unterhachinger Handball-Urgestein Johannes Borschel künftig beim Drittligisten TuS Fürstenfeldbruck – mit 36 Jahren will der Top-Torjäger und Kreisläufer der Extraklasse, zuletzt Interimstrainer, nochmal höherklassig spielen.

HT München

Handball-Urgestein Johannes „Danger“ Borschel verlässt Haching

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Aus der Feier zum sportlichen Erfolg wurde plötzlich auch eine Abschiedsparty. Vereins-Urgestein Johannes Borschel bejubelte als Interimstrainer der HT-München-Handballer den Bayernliga-Klassenerhalt – und gab seinen Abschied vom Verein nach 16 Jahren bekannt.

Unterhaching – Borschel, der die HT-Männer in den jüngsten vier Saisonspielen als Coach betreut hat, will es nach auskuriertem Kreuzbandriss noch einmal als Aktiver auf dem Feld wissen. Allerdings nicht mehr in Unterhaching. Den Routinier zieht es nach insgesamt 16 Jahren beim TSV Unterhaching und dem Nachfolgeklub HT München zum TuS Fürstenfeldbruck und damit eine Spielklasse höher.

„Ich bin jetzt 36, es ist der richtige Zeitpunkt. Ich hab’s mir verdient, jetzt auch mal auf mich zu schauen“, findet der langjährige Unterhachinger Top-Torjäger und Kreisläufer der Extraklasse, der in den vergangenen Jahren immer wieder Angebote von Zweit- und Drittligisten ausgeschlagen hatte. „Ich war nie weg aus Haching. Jetzt bekomme ich in der 3. Liga so eine Riesenchance, die möchte ich ergreifen“, sagt er, „dafür spiele ich noch zu gerne Handball.“

Der TuS Fürstenfeldbruck, bei dem als Teammanager der frühere Unterhachinger Spieler und Trainersohn Marco Müller verantwortlich für die Mannschaft ist, soll Borschel mit seiner Erfahrung und Durchschlagskraft am Kreis eine echte Verstärkung werden – ganz so, wie es sein Spitzname „Danger“ seit vielen Jahren ausdrückt. „Drittliga-Erfahrung haben die“, sagt Borschel, „ich bringe dafür andere Dinge mit. Was habe ich zu verlieren?“ Das im Dezember verletzte Knie jedenfalls hält, somit beginnt im reifen Alter ein neues Abenteuer. Unterhaching respektive dem Nachfolgeverein HT bleibt er als C-Jugend-Trainer auch weiterhin erhalten.

Dass er sich mit einem Erfolg verabschiedet, wenn auch nicht als Spieler, sondern als verantwortlicher Trainer, macht die Sache etwas leichter. Durch das nie gefährdete 30:20 (16:10) im letzten Saisonspiel gegen Absteiger Eichenau machten die HT-Männer in Sachen Klassenerhalt vor erneut großartiger Kulisse in der Hachinga-Halle endgültig den Deckel drauf und beendeten die Saison sogar auf Platz neun.

„Ich war mir hundertprozentig sicher, dass wir zum Abschluss ein Feuerwerk abbrennen werden, aber wir haben es auch anzünden müssen. Das haben wir zum Glück am Anfang auch gleich gemacht“, sagte Borschel erleichtert über den letzten Auftritt der HTler in einer Saison, die nach der Winterpause völlig unerwartet zu einer mächtigen Zitterpartie geworden war. Wie schon am Mittwoch, als mit dem Sieg im Nachholspiel gegen Landshut der Grundstein für das positive Ende gelegt wurde, war Borschel vor allem stolz auf seine Spieler: „Wir haben die Abwehr auf 6-0 umgestellt, sind gnadenlos ins Tempospiel gegangen. Das haben wir uns erarbeitet, und genau das zeichnet das Team aus, dass es zu hundert Prozent alles umsetzt. Jetzt gehen wir mit 6:2 Punkten aus der Saison raus, also haben wir viele Sachen gut gemacht.“

Als „Schönheitsfehler“ bezeichnete Borschel den Abstieg der Herren II aus der Landesliga, die Mannschaft, die er eigentlich in dieser Saison als Trainer betreut hatte. Damit rutschten auch die Herren III und IV jeweils eine Spielklasse nach unten, zwischen dem Bayernliga-Team und der Zweiten klafft nun eine ganze Liga große Lücke. „Das ist nicht optimal, aber wenn du sechs Herren-Mannschaften am Start hast, ist auch mal ein Abstieg dabei. Und die Tabelle lügt nicht, es hat eben sportlich nicht gereicht. Dafür kann das Saisonziel nächste Saison nicht klarer sein, wieder aufzusteigen.“

Eine weitere gute Nachricht aus der Hachinga-Halle: Die ganztägige Registrierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) war ein größerer Erfolg als erwartet. Am Abend hatten sich rund 100 neue potenzielle Stammzellenspender gegen Blutkrebs registrieren lassen.

HT München: S. Allmendinger/Braun – Simon, Wagner (1), Behm (1), Elmer (8), Schäfer (2), Hermann (4), Dauhrer (4), Kottmeir (1), Newel, Lötterle (1), Heinle (5), Kropp (3).

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