Grund- und Mittelschule am Sportpark

Hausmeister macht die Schotten dicht

Unterhaching - Die Grund- und Mittelschule am Sportpark in Unterhaching hat sein Sicherheitskonzept überarbeitet. Ab sofort kommt nicht mehr jeder zu jeder Zeit ins Gebäude.

Überpünktliche Schüler werden womöglich mal vor verschlossenen Türen stehen – die Langschläfer aber auch: Seit Anfang Dezember ist das Gebäude der Grund- und Mittelschule am Sportpark in Unterhaching in der Regel abgesperrt. Um 7.40 Uhr öffnet der Hausmeister die Türen und kontrolliert danach eine Viertelstunde lang den Eingang, ehe der Schlüssel um 7.55 Uhr wieder umgedreht wird – fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn.

Hintergrund dieser Neuerung ist das Sicherheitskonzept der Einrichtung. Dieses habe man zu Schuljahresbeginn – so wie jedes Jahr – auf den Prüfstand gestellt und aktualisiert, sagt Rektorin Christa Grasl . Wie stets sei dies in Abstimmung mit Feuerwehr, Polizei, Hausmeister und Schulleitung geschehen; das Sicherheitskonzept lege man dem Schulamt vor.

„Bei 770 Schülern kann man sich vorstellen, welche Menge an Leuten sich jeden Tag in unserem Schulhaus bewegt“, sagt Christa Grasl. „Mit dem neuen Sicherheitskonzept wollen wir besser im Blick haben, wer sich im Gebäude befindet.“ Dies soll zum einem durch das Absperren der Eingangstür gewährleistet werden. Haben Schüler Unterricht oder einen Kurs am Nachmittag, so werden die Eingangstüren zehn Minuten vor Beginn der Veranstaltung geöffnet – von Hausmeister, Lehrer oder Sekretariat.

Zum anderen bittet die Schule in einem Schreiben die Eltern darum, sich schon am Eingangstor des Schulhofs von ihren Kindern zu verabschieden. Dort sollen sie nach dem Unterricht auch in Empfang genommen werden – und nicht etwa im Schulgebäude. Haben Eltern einen Sprechstundentermin, klingeln sie im Sekretariat und melden sich an. „Erwachsene, die sich im Schulhaus bewegen, haben ja keinen Zettel an der Stirn, auf dem steht: Eltern“, erklärt die Rektorin, die betont: „Es hat bislang keine Vorfälle gegeben, und wir riegeln das Schulhaus auch nicht ab. Wir wollen nur besser kontrollieren, wer sich dort aufhält.“

Dass Schulhäuser abgeschlossen werden und Besucher im Bedarfsfall klingeln müssen, sei im Landkreis weit verbreitet, sagt Schulamtsleiterin Evelyn Sehling-Gebranzig. Ihre Behörde gebe hierzu keine Empfehlung ab, „da man immer auf die Gegebenheiten vor Ort schauen muss“. Befinde sich beispielsweise das Hausmeisterbüro oder das Sekretariat direkt am Eingang, könne man auch auf diesem Wege kontrollieren, wer das Gebäude betrete. Wie dies im Einzelfall geregelt ist, steht im jeweiligen Sicherheitskonzept, das jede Schule vorlegen und jährlich aktualisiert muss, erklärt Sehling-Gebranzig .

An der zweiten Unterhachinger Grundschule an der Jahnstraße wird das Gebäude seit Jahren verschlossen, erzählt Rektorin Ursula Löwe. Hier sperre der Hausmeister bereits um 7.15 Uhr auf, weil einige der 410 Kinder in der Schule frühstücken. Bis zum Unterrichtsbeginn übernimmt dann ein Lehrer sie sogenannte Morgenaufsicht im Eingangsbereich; um 8.15 Uhr sperrt der Hausmeister die Türen wieder zu. Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, können sich in einem Vorraum vor der Eingangstüre von ihnen verabschieden und sie dort auch wieder abholen. „Inzwischen funktioniert das sehr gut“, sagt Rektorin Ursula Löwe.

Auch an der Schule am Sportpark habe man mit den neuen Sicherheitsvorkehrungen bislang positive Erfahrungen gemacht, berichtet Rektorin Christa Grasl: „Wir merken, dass deutlich weniger Erwachsene im Schulhaus sind.“ Zwar sei der organisatorische Aufwand für Hausmeister und Sekretariat größer, sagt Grasl. „Aber wir sind froh, dass wir das gemacht haben“.

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