Eine App zum Hachinger Bach haben Gertraud und Klaus-Peter Schubert sowie Harald Nottmeyer herausgebracht
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Eine App zum Hachinger Bach haben Gertraud und Klaus-Peter Schubert sowie Harald Nottmeyer herausgebracht

Neue App vermittelt interaktiv Wissenswertes und Spannendes über den Hachinger Bach

Hachinger Bach als App: Heimatkunde mit Bachratte Rudi

  • Martin Becker
    VonMartin Becker
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Eine App zum Hachinger Bach haben Gertraud und Klaus-Peter Schubert sowie Harald Nottmeyer herausgebracht - auch die Bachratte Rudi und der Biber Barnabas spielen dabei eine Rolle. 

Unterhaching – Das rein Technische? „Nicht so schlimm“, sagt Gertraud Schubert. Die Schwierigkeit lag eher darin, einen riesigen Fundus an Detailwissen für die digitale Welt neu zu strukturieren. „Storytelling“ nennt sich die Herausforderung, an die sich die 73-Jährige und ihr Mann Klaus-Peter (77) zusammen mit Harald Nottmeyer (63), dem Chef des Unterhachinger Heimatmuseums, gewagt haben.

Zielgruppe sind Familien und Kinder

„Wir mussten ein richtiges Drehbuch schreiben“, berichtet Gertraud Schubert. Eins über den Hachinger Bach – dessen 44 Kilometer Länge plus alles Wissenswerte drumherum gibt es nun im Hosentaschenformat: als App. Über drei Jahrzehnte lang hat das Ehepaar jeden erdenklichen Info-Schnipsel über den Hachinger Bach gesammelt, 2018 ein Buch herausgebracht sowie an der begehbaren Landkarte im Heimatmuseum mitgewirkt. All diese Bach-Infos flossen nun buchstäblich zusammen in einer App der Landesstelle für nicht-staatliche Museen. Damit, vorhandenes Text- und Bildmaterial digital zu verquicken, war es nicht getan.

Um die Kern-Zielgruppe, nämlich Familien mit Kindern, für den Hachinger Bach zu begeistern, kreierte das Trio kleine Hörspielbeiträge mit dem zugereisten Biber Barnabas und der alteingesessenen Bachratte Rudi, die – gesprochen von Hans-Karl Steinert und Michael Fromholzer – amüsant Anekdoten und Botschaften verbreiten. Um die Audio-Dateien richtig in Szene zu setzen, fotografierten die App-Macher den Biber und die Ratte als Stofftiere immer wieder an verschiedenen Stellen des Bachlaufs.

Vor allem Familien und junge Menschen sollen mit der App für den Hachinger Bach begeistert werden. 

Von der Quelle bis zum Ende

„Es gibt einiges zu entdecken“, sagt Gertraud Schubert über die App, die für Android-Smartphones schon eine Weile auf dem Markt und neuerdings auch als IOS-Version im Apple-Store erhältlich ist. Wandertipps von der Quelle am Aufhofener Weiher bis zum Ende am Ismaninger, Geschichtliches und Kulturelles, Infos zu den einzelnen Segmenten entlang der 44 Bach-Kilometer – die App ist vollgepackt mit heimatkundlichem Wissen. Das Praktische am digitalen Format ist: Es lässt sich, anders als ein Buch, immer wieder ändern. Eine interaktive Landkarte beispielsweise steht auf der Agenda, die Koordinaten dafür hat Klaus-Peter Schubert schon zusammengetragen und wartet nun auf die technische Umsetzbarkeit. „Wir arbeiten ständig an Erweiterungen“, verspricht Harald Nottmeyer. „Es ist eine lebendige App – so wie der Hachinger Bach.“

„Dieser Bach ist die Quelle für das ganze Leben im Hachinger Tal“

Viele Fragen werden schon jetzt beantwortet. Wie vor über 5500 Jahren das Hachinger Tal entstanden ist, warum der Bach versickert und wieder auftaucht, wie die Menschen an dieser uralten Lebensader leb(t)en, welche wunderschönen Naturplätze es in Großstadtnähe gibt. Und trotzdem, nicht allen konnte das Trio es recht machen. „Der Bund Naturschutz hätte sich längere Texte gewünscht, wurde uns mitgeteilt“, sagt Klaus-Peter Schubert. Worüber Harald Nottmeyer den Kopf schüttelt: „Im Heimatmuseum wiederum heißt es oft, die Texttafeln seien zu lang. Es ist ein Balanceakt.“ Er hält die App für „sehr ansprechend aufbereitet“.

Wer unter dem Stichwort „Hachinger Bach“ die App herunterlädt, kann sich prima vorab oder unterwegs informieren und tief eintauchen in die Historie dieses Gewässers. Beim Blick auf die sanften Wellen, an einer der Brücken am Rande des Landschaftsparks, gerät Harald Nottmeyer ins Schwärmen: „Dieser Bach ist die Quelle für das ganze Leben im Hachinger Tal. In einer versiegelten Welt verschafft der Hachinger Bach ein Gefühl der Entspannung und der Bodenerdung: Wasser beruhigt, es gibt zugleich Energie und Kraft.“ Das lernt auch der vorwitzige Biber Barnabas, der am liebsten ein paar Bäume fällen und neue Staudämme bauen würde, wovon Ratte Rudi ihm abrät.

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