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Dieses Team war das beste: (oben l.) Chiara Strecker und Tabea Landau sowie (unten v.l.) Pascal Mayser, Fabian Stemmer und Moritz Grasl.   

„Jugend trainiert für Olympia“

Unterhachinger um Gold gebracht

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Skandal: Die Sportler des Lise-Meitner-Gymnasiums waren klar als erste beim Staffellauf im Ziel. Trotzdem standen andere Gymnasiasten auf dem Treppchen ganz oben.

Unterhaching – Im Leistungssport Turnen kann Unterhaching nicht nur bei den erwachsenen Turnern aus dem Vollen schöpfen, auch der junge Nachwuchs glänzt durch überragendes Können. Regelmäßig nimmt Sportlehrerin Christine Franzlik mit ihren Zöglingen vom Lise-Meitner-Gymnasium beim Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin teil – mittlerweile schon zum sechsten Mal. Es hat sich ein Niveau herausgebildet, das in der gesamten Bundesrepublik Aufsehen erregt. Um so ärgerlicher ist es, wenn diese Motivation kurzzeitig unterbrochen wird durch fehlende Fairness.

Eigentlich hätte das Unterstufen-Team (5. bis 7. Klasse) mit Chiara Strecker, Tabea Landau, Pascal Mayser, Fabian Stemmer und Moritz Grasl 2017 Gold bekommen müssen in der Disziplin Geräteturnen. Doch am Ende stand das Otto-Hahn-Sportgymnasium aus Karlsruhe mit seinem Team oben auf dem Treppchen. Zu diesem Zeitpunkt, so Franzlik, war den Betreuern beider Teams nicht klar, dass die Zeiten beim Staffellauf am Ende des Wettkampfs vertauscht worden waren. „Man bekommt die Ergebnisse zwar an den einzelnen Gerätebahnen unverzüglich mitgeteilt, nicht aber bei der Pendelstaffel.“ Die Lehrer hatten keinen Einblick, ein Einspruch vor Ort ist nicht möglich.

„Kampfrichter wahrscheinlich überfordert“

Bei der Siegerehrung in der Max-Schmeling-Halle versammelten sich alle Mannschaften – die Hand- und Basket- und Volleyballer, Badminton- und Tischtennisspieler. Die Siegerlisten werden erst beim anschließenden Länderempfang für die Betreuer, Lehrer, Delegierten und Kampfrichter ausgehändigt. Da stand drin, dass die Unterhachinger zeitlich hinter der Karlsruher Mannschaft lagen, die den Staffelstab verloren hat und später ins Ziel gelaufen ist. „Da sind wir stutzig geworden.“ Christine Franzlik erklärt sich die Verwechslung der Zeiten folgendermaßen: „Es laufen fünf Mannschaften parallel, die Kampfrichter waren da wahrscheinlich überfordert.“ Normalerweise wird immer jemand abgestellt, der den Ziel-Einlauf fixiert. Er stellt fest, wer wann ins Ziel läuft. Die Feststellung gleichen die Richter dann mit den Zeiten ab. Diese Methode wurde hier aber nicht angewendet. So kam es zur Verwechslung.

Karlsruher geben Gold nicht her

Die Unterhachinger Betreuer setzten sich am Abend in der Unterkunft mit den Trainern aus Karlsruhe zusammen. Letztere bestätigten auch mündlich im Beisein einer Kampfrichterin, die beim Lauf dabei war, die Verwechslung der Zeiten. Die Medaillen aber wollten sie nicht mehr hergeben. Karlsruhe ist ein Sportgymnasium. Franzlik vermutet folgenden Grund dahinter: „Die Schule wird daran gemessen, welche Leistungen bei Olympia erreicht werden.“

Die erfolgreiche Sportlehrerin erhob umgehend Einspruch beim Deutschen Turnerverband, der allerdings keinen Erfolg hatte. Das Ärgerliche an der Geschichte: Die Unterhachinger hatten dreimal hintereinander Gold geholt und wollten die vierte Auszeichnung nahtlos anfügen. Jetzt hängen in den Kinderzimmern Silber- statt Goldmedaillen. Vor Ort wollten die Betreuer den Schülern übrigens das schöne Erlebnis in Berlin nicht verderben. Sie teilten ihnen die Wahrheit daher erst mit Verzögerung mit. Die fünf Schüler reagierten enttäuscht. Franzlik: „Aber man muss einen Schlussstich ziehen, darf dem nicht nachtrauern.“

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