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Kunstvolle Elemente zieren die Jugendstilvilla an der Biberger Straße – wenn nicht Lastwagen sie verdecken.

Laster verschandeln Denkmal

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Unterhaching - Wird der Denkmalschutz durch parkende Lastwagen beeinträchtigt? Darum geht es in Unterhaching.

Mal ein knalliges Pink, mal ein grelles Gelbgrün. So oder so, Hans Kassel ist genervt: Der Unterhachinger kümmert sich seit 1962 um den Erhalt der denkmalgeschützten Jugendstilvilla in der Biberger Straße 3 – und sieht diese nun durch vor dem Haus parkende Busse oder Lastzüge verschandelt. Mittlerweile hat sich sogar Landrat Christoph Göbel eingeschaltet. 

Denkmalschutz auf der einen, optische Ärgernisse auf der anderen Seite: Für Hans Kassel passt das nicht zusammen. Passanten hätten ihn schon öfters darauf angesprochen, dass an der Außenfassade das Relief, das die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies zeigt, nicht mehr zu erkennen sei. Auch innen bereitet dem 83-Jährigen der Denkmalschutz mit aufwändig zu erhaltenden Stuckatur-Zimmerdecken nahezu keine Freude mehr: „Dass ich regelmäßig auf einen dreiachsigen Kühlwagen mit buntschreiender, riesiger Reklame in Form von Wurst und Obst schauen muss, betrachte ich als massive Beeinträchtigung des Denkmalschutzes.“ Deshalb, so Kassel, könne er „unter den so geschaffenen Gegebenheiten keinen denkmalschutzwürdigen Tatbestand mehr erkennen“ und bittet die zuständigen Behörden deshalb, den Denkmalschutz aufzuheben. Die „enormen Erhaltungskosten“ könne er dann sinnvoller investieren, beispielsweise in Wärmeschutzmaßnahmen oder solartechnische Einrichtungen.

Für die Abteilung Denkmalschutz im Landratsamt kommt eine Streichung aus der Liste der Baudenkmäler aber nicht in Betracht. Begründung: Es gebe keine rechtliche Handhabe, das Parken der Fahrzeuge zu unterbinden. „Dass die Wahrnehmbarkeit des Baudenkmals eingeschränkt ist, führt nicht zum Verlust der Denkmaleigenschaft“, heißt es in einem Schreiben des Landratsamts. Und generell sei „die Bewahrung des baulichen Erbes eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“. 

Zwei Tage später meldete sich sogar Landrat Christoph Göbel persönlich mit einem Brief. Er verwies, „bei allem Verständnis für Ihre Belange“, auf den „Rahmen der geltenden Gesetze“, in diesem Fall Paragraf 12 Absatz 3 a der Straßenverkehrsordnung. Ein Parkverbot für derlei große Fahrzeuge sei hier nur möglich, wenn dies aus Sicherheitsgründen „zwingend erforderlich“ sei; ein Ortstermin mit Polizei und dem Staatlichen Bauamt Freising habe keine Verkehrsgefährdung erkennen lassen. Kurzum: Vorerst passiert gar nichts, aber „man werde die Situation in Abstimmung mit der Gemeinde Unterhaching im Auge behalten“. Hans Kassel hilft das wenig, er hat vielmehr die knallbunten Großfahrzeuge im Auge: „Die Wohnqualität ist gemindert, das macht keinen Spaß.

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