Gemeinderat

Überraschende Wende bei Lidl und Aldi in Unterhaching

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Stopp für die Pläne von Lidl und Aldi in Unterhaching: Der Gemeinderat stellt sich unerwartet quer.

Unterhaching– Erstaunliche 90-Grad-Wende in der Unterhachinger Kommunalpolitik bezüglich der Erweiterung von Filialen der Discounter Lidl und Aldi: Nach dem knapp positivem Votum im Bauausschuss (7:5 Stimmen) stimmte der Gemeinderat mit 8:14 Stimmen jetzt unerwartet dagegen – ein Schulterschluss von Grünen und CSU sorgte für die Ablehnung. Angedacht war, dass Lidl seine Filiale am Grünwalder Weg modernisiert und Aldi am Kirchlandweg ebenso.

„Wir haben inzwischen eine Geschäftswüste in der Unterhachinger Ortsmitte“, wetterte Christine Helming (Grüne). „Alle fahren raus zu den Discountern, keiner kauf mehr im Zentrum ein. Das macht die Infrastruktur kaputt.“ Als sich der parteilose Florian Riegel, der CSU-Fraktion verbunden, zustimmend äußerte („Deine Worte freuen uns“), hielt Helming dagegen: Speziell die CSU habe doch einst die Discounter gefördert. „Man ist nie davor gefeit, noch dazuzulernen“, sagte Riegel.

So oder so, weder Lidl noch Aldi dürfen ihre Päne umsetzen. Der Portfolio-Manager von Lidl, Carsten Hering, der im Bauausschuss die durchaus nachhaltigen Pläne seiner Firma vorgestellt hatte, sagte auf Nachfrage des Münchner Merkur zum überraschenden Negativ-Votum dies: „Das ist natürlich alles andere als schön, denn wir waren teiloptimistisch. Für uns ist damit der ,worst case‘ eingetreten, und dass Mitbewerber Aldi ebenfalls gescheitert ist, ist kein echter Trost.“

Wie geht es nun weiter mit der aus Lidl-Sicht modernisierungsbedürftigen Filiale am Grünwalder Weg? „Wir werden das Vorhaben nicht beerdigen. Und wir werden Unterhaching auch nicht verlassen“, sagt Hering. Generell sei der Konzern aber bemüht, die moderate Umstrukturierung – die Außenwirkung wäre mininal gewesen – bis 2022 umzusetzen. Insofern hoffe man nach der Kommunalwahl 2020 auf eine neue politische Meinungsfindung. Auch Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) hatte das Scheitern der Pläne im Gemeinderat mit offenkundigem Erstaunen registriert. 

Rubriklistenbild: © dpa / Oliver Berg

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