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Die Fahrt geht an Unterhaching vorbei: Der Bauausschuss hat einen Flixbus-Halt abgelehnt.  

Fünf Fernbus-Verbindungen sollte es geben

Kein Flixbus-Halt in Unterhaching

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Es wird keine Fernbus-Station in Unterhaching geben. Der Ausschuss hat‘s abgelehnt - wegen der MVV-Linien.

Unterhaching – Der Fernbusanbieter Flixbus würde als Drehpunkt für fünf Verbindungen gern einen Haltepunkt „München Süd“ etablieren, und zwar in Unterhaching. Dort sind die Entscheidungsträger im Rathaus hin- und hergerissen, finden die Idee grundsätzlich interessant. Trotzdem wurde der Antrag im Bauausschuss abgelehnt. Die giftgrünen Fernbusse müssen weiterhin einen Bogen um Unterhaching machen. Grund: Es mangele infrastrukturell an einer passenden Örtlichkeit für solch einen Haltepunkt.

„Wir sind Fernbusverbindungen gegenüber nicht abgeneigt, denn sie können den Individualverkehr entlasten“, betonte der Leiter des Ordnungsamts, Wolfgang Ziolkowski. Aber: Der von Flixbus favorisierte Haltestellen-Standort vor dem NH-Hotel an der Leipziger Straße neben der Feuerwehr eigne sich nicht und könne sogar „zu verkehrlichen Komplikationen führen“. Denn erstens, so Ziolkowski, gebe es dort keine Möglichkeit, Infrastruktur wie überdachte Sitz- und Unterstellmöglichkeiten sowie Toiletten und Waschräume für die Fahrgäste zu errichten. Zweitens wäre nur Platz für einen Flixbus, doch der dort reservierte Stellplatz werde dringend benötigt für vier ÖPNV-Buslinien.

Zumindest die WC-Argumentation hielt Gertraud Schubert (Grüne) für an den Haaren herbeigezogen. „Ich habe den Eindruck, Sie sind noch nie mit einem Flixbus gefahren“, entgegnete sie. Aus eigener Erfahrung berichtete sie, dass solche Fernbusse in der Regel maximal zehn Minuten in Bahnhofsnähe halten würden, WCs habe sie aber noch nirgendwo erlebt. Dass eine fehlende Überdachung bei Schlechtwetter aber schlecht sei, musste Schubert einräumen.

Vor allem aber ging es Ziolkowski darum, Engpässe zu Lasten der ÖPNV-Buslinien zu vermeiden, die auf den Standplatz angewiesen seien. Ein genauerer Blick auf den Flixbus-Antrag zeigt: Geplant sind fünf Linien (Kroatien – Zürich, Nürnberg – Florenz, Nürnberg – Klagenfurt, Kornwestheim – Königssee und München – Slowenien). Über den Tag verteilt, von 0.45 bis 22.50 Uhr, sind 13 Termine für Abfahrtszeitpunkte vorgesehen. Und Ziolkowski glaubt, dass dies nur der Anfang ist: „Wenn von ,Drehkreuz‘ die Rede ist, kann man sich ausmalen, dass aus fünf Linien 15 oder 20 werden.“

Auch Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) war skeptisch: „Wollen wir wirklich unser regionales Busangebot zugunsten einer Fernbushaltestelle einschränken?“

Um Flixbus entgegenzukommen, prüfte die Rathaus-Verwaltung weitere Alternativ-Standorte am Bahnhof, am Sportpark und an der Biberger Straße. Aber auch dort gebe es Kollisionen mit den ÖPNV-Linien. Die von Schubert in den Raum geworfene Idee, die Flixbusse am Friedhof halten zu lassen, schied ebenfalls aus – zu weit weg vom S-Bahnhof. Fazit: Unterhaching fühlt sich einem dauerhaften Mehrangebot durch Fernbuslinien nicht gewachsen.  

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