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Bürgermeisterkandidatin der CSU Unterhaching: Renate Fichtinger (2.v.r.) mit (v.l.) Michael Stiller (CSU-Ortsvorsitzender), Sozialministerin Kerstin Schreyer und Richard Raiser (Fraktionschef). 

Neue CSU-Bürgermeisterkandidatin Renate Fichtinger rechnet mit Amtsinhaber Panzer ab

Attacke Richtung Rathaus

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Die neue Bürgermeisterkandidatin der CSU Unterhaching, Renate Fichtinger, mit 1,81 Metern Körpergröße eine stattliche Erscheinung,  trat ans Mikrofon, um sich vorzustellen: „Des is die Fichtingerin – griaß eich!“

Unterhaching– Renate Fichtinger (47) also heißt die geheimnisumwitterte politische Quereinsteigerin, die bei der Bürgermeisterwahl 2020 gegen Amtsinhaber Wolfgang Panzer (SPD) antreten und nach 30 Jahren für die CSU den Chefsessel im Rathaus zurückerobern will. Dass sie das schaffen kann, daran glauben die Christsozialen felsenfest: Die 47-Jährige nahm bei der Kandidatinnenkür 100 Prozent der Stimmen und minutenlange stehende Ovationen als Vertrauensvorschuss mit.

Unter dem Wahlkampf-Slogan „Die Zukunft beginnt jetzt!“ machte Renate Fichtinger bei ihrer Antrittsrede deutlich, was ihr vorschwebt. „Demokratie lebt vom Wechsel. Nach bald 30 Jahren unter SPD-Bürgermeistern sehe ich in Unterhaching eine gewisse Lähmung. Keine Kreativität, keine Bürgernähe, stattdessen Drohungen gegen die Menschen. Damit könnte langsam mal Schluss sein.“ Eine Frontalattacke auf Rathauschef Panzer, zu dem die CSU-Kandidatin „eine echte Alternative bieten will für einen Aufbruch“.

Bei ihren Inhalten nannte Renate Fichtinger als Schwerpunkte gute Kinderbetreuung, „damit Eltern sich das teure Leben hier leisten können“, sowie mehr Engagement für Senioren, die teils in Hochhäusern ohne Aufzüge vereinsamen würden. Und die Lebensqualität müsse gesteigert werden: „Unterhaching wird vom Verkehr zerquetscht. Was wir brauchen, sind visionäre Ideen zur Ortsentwicklungsplanung.“ Nicht nur mit ihrem bewusst eingesetzten bayerischen Dialekt betonte die verheiratete Mutter ihre Bodenständigkeit und Heimatverwurzelung. „Den Kitt“, sagte sie, „bilden die Vereine. Denen müssen wir auch mal zuhören, das kommt zu kurz. Alles, was die Gemeinde in ihre Vereine investiert, investiert sie in die eigene Zukunft.“ Außerdem kündigte sie an, nach drei Jahren eine „Halbzeitbilanz“ ziehen zu wollen. Ihr Fazit: „Unterhaching ist es wert, gut regiert zu werden – ich bin bereit.“

„Unverkrampft, liebenswert, bayrisch, traditionsbewusst“: So hatte der CSU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Richard Raiser, vorab eine „tolle Frau“ angekündigt. Das sah später, von Frau zu Frau, auch Sozialministerin Kerstin Schreyer so: „Taff und typisch weiblich, das ist genau die Kombination, die wir brauchen.“ Kerstin Schreyer lobte eine „phänomenale Vorstellung“, die Kandidatin vereine „Elan, Sachverstand und Menschlichkeit“. Für sie als Unterhachingerin sei es „purer Egoismus“, mit aller Macht den Wechsel an der Rathausspitze unterstützen, sagte die Ministerin als Mitglied des CSU-Ortsverbands: „Ich hätte gern, dass hier wieder vorausschauend geplant wird und Eltern sich nicht mit der Geburt eines Kindes dafür anmelden müssen, dass es mit 18 einen Hortplatz bekommt. Ich möchte, dass meine Heimatgemeinde wieder so regiert wird, wie es sein muss – nämlich gut.“

Wie Renate Fichtinger das Manko kompensieren kann, als bis dato kommunalpolitisch völlig unbekannte Quereinsteigerin Wählerstimmen zu gewinnen, dafür hatte der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn einen Tipp parat: „Die CSU Unterhaching muss schon bei der Europawahl Flagge zeigen und mit ihrer veritablen Kandidatin, die große Chancen hat, überall sichtbar sein – nutzen Sie diese perfekte Startrampe.“

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Die Gemeinderatsliste der CSU Unterhaching

Die Listenkandidaten

Die CSU Unterhaching hat ihre Kandidaten für die Kommunalwahl aufgestellt. Die Liste wird von Bürgermeisterkandidatin Renate Fichtinger (im blauen Kleid) angeführt. Weiterhin kandidieren: (hintere Reihe, v.l.): Catia Hilgart (Listenplatz 17), Markus Probst (Listenplatz 18), Klaus Weidlich (Listenplatz 16), Elisabeth Deindörfer(Listenplatz 30), Michael Durach (Listenplatz 13), Franz Felzmann (Listenplatz 6), Steffen Haag (Listenplatz 23), Stefan Drozkowski (Listenplatz 8) und Lorenz Kroll (Listenplatz 14), (2. Reihe, v.l.) Dr. Georg Gusbeth (Listenplatz 10), Michael Stiller (Listenplatz 5), Michaela Aschberger-Hedel (Listenplatz 21), Sebastian Geigenberger (Listenplatz 22), Renate Fichtinger(Listenplatz 1),Julia Probst (Listenplatz 12), Korbinian Rausch (Listenplatz 4), Silvia Rettenweber (Listenplatz 27), Kurt Heininger (Listenplatz 20), Anton Schrobenhauserjunior(Listenplatz 7) und Matthias Schmid (Listenplatz 11) sowie (vordere Reihe, v.l.) Richard Raiser (Listenplatz 9), Maria Primessnig (Listenplatz 26) und Josefina Koester (Listenplatz 3).

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