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Gebannter Blick auf die Wahlgrafiken: Der leidenschaftliche FDP-Kandidat Florian Riegel (vorn, 2.v.l.) gehört nicht mehr dem Gemeinderat an, Armin Konetschny (2.v.r.) indes darf noch hoffen, grüner Bürgermeister zu werden. Foto: Simon Hötzl

Gemeinderat

Grüne feiern die Doppel-Sensation

  • Martin Becker
    VonMartin Becker
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Die Grünen: Stärkste Fraktion im Gemeinderat und Chance auf Bürgermeisteramt. Florian Riegel (FDP) ist nicht mehr dabei.

Unterhaching – Ein zweiter Anlauf zum Klimanotstand bleibt wohl aus, aber eine „grüne Revolution“ wird künftig die Unterhachinger Kommunalpolitik prägen: Die Grünen, zuletzt nur noch zu dritt im Gemeinderat vertreten, bilden mit neun Sitzen jetzt die stärkste Fraktion vor CSU (acht Sitze), SPD (sieben Sitze), Freien Wählern (vier Sitze) und FDP (zwei Sitze). Außerdem haben die Grünen die Chance auf den Chefsessel im Rathaus: Mit winzigen drei Stimmen Vorsprung (2232:2229) gegenüber CSU-Kandidatin Renate Fichtinger erreichte Armin Konetschny die Stichwahl.

„Dass es unser Bürgermeisterkandidat in die Stichwahl geschafft hat, ist sensationell. Aber die noch größere Sensation ist unser Abschneiden bei der Gemeinderatswahl“, jubelt Claudia Köhler, die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Die Wähler hätten neben einem sehr intensiven Wahlkampf „honoriert, dass wir breit aufgestellt sind mit unseren Kompetenzen“. was das für Unterhaching bedeute? „Alles wird nachhaltiger“, sagt die Landtagsabgeordnete. „Wir orientieren uns an Sachthemen: soziale Gerechtigkeit, Ökologie, Mobilität.“ Einziger Wermutstropfen: Mit dem derzeitigen Gemeinderatsmitglied Hans Potschacher hat es der Prototyp des Ur-Grünen nicht geschafft. „Das ist schade“, gibt Claudia Köhler zu. Mit Blick auf die Bürgermeister-Stichwahl sagt sie: „Sollte Herr Panzer es schaffen, wird es für ihn schwerer.“

SPD verliert langjährige Kommunalpolitiker

Die SPD als Partei des amtierenden Bürgermeisters Wolfgang Panze, schrumpft im neuen Gemeinderat nämlich um vier auf sieben Sitze. Das bedeutet, dass die Sozialdemokraten langjährig aktive Kommunalpolitiker verlieren wie ihre derzeitige Frraktionsvorsitzende Waltraud Rensch und Monika Kormann-Lassas. „Das ist enttäuschend“, sagt die SPD-Ortsvorsitzende Sabine Schmierl, die erstmals in den Gemeinderat einzieht. Über ihr Team mit erfahrenen Kollegen sagt sie: „Nun sind wir eben die glorreichen Sieben.“

Zweitstärkste Kraft ist fortan die CSU, für deren Fraktion renommierte Kommunalpolitiker wie Vize-Bürgermeister Professor Alfons Hofstetter, Christian Dollinger und Georg Thurnes nicht mehr zur Wahl gestanden hatten. Aus zuletzt neun werden nur noch acht Sitze – „erwischt“ hat es Vize-Fraktionschef Korbinian Rausch. Ebenfalls nicht genug Stimmen als CSU-Kandidatin erhielt die ortsbekannte Lärmschutzaktivistin Catia Hilgart.

Bei den neu formierten Freien Wählern gab es keine Überraschungen: Neben Spitzenkandidatin Julia Mittermeier und FWU-Chef Alfons Hofstetter, dem Sohn des scheidenden Vize-Bürgermeisters, wirkten die Ex-Grünen Christine Helming und Gertraud Schubert als Zugpferde. Bittere Tränen weint indes die FDP, die einen Sitz verlor. Was bedeutet, dass für Florian Riegel, einen der redefreudigsten und polarisierendsten Kommunalpolitiker der vergangenen Jahre, kein Platz mehr ist im neuen Unterhachinger Gemeinderat. 

Der Bürgermeister:

Stichwahl zwischen Wolfgang Panzer (SPD) und Armin Konetschny (Grüne) 

Der Gemeinderat: 

SPD: 1. Wolfgang Panzer (6195 Stimmen), 2. Sabine Schmierl (3211), 3. Harald Nottmeyer (3126), 4. Peter Wöstenbrink (3027), 5. Peggy Schade (2936), 6. Andrä-Dieter Senninger (2777), 7. Sebastian Ruppert (2743)

CSU: 1. Richard Raiser (4446), 2. Renate Fichtinger (4228), 3. Michael Durach (4191), 4. Franz Felzmann (4093), 5, Anton Schrobenhauser (3719), 6. Stefan Zöllinger (3529), 7. Heike Schwarz (3058), 8. Josefina Köster (2877) 

Grüne: 1. Claudia Köhler (5649), 2. Armin Konetschny (4767), 3. Evi Karbauer (4190), 4. Claudia Töpfer (3414), 5. Beate Gsänger (3412), 6. Max Heiland (3275), 7. Johanna Zapf (3213), 8. Stefan König (3174), 9. Emil Salzeder (3051)

FDP: 1. Peter Hupfauer (3138), 2. Bernhard Maidment (1908)

FWU: 1. Julia Mittermeier (3536), 2. Christine Helming (3418), 3. Alfons Hofstetter (2857), 4. Gertraud Schubert (2241)

Die Ergebnisse.

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