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Bleibt Christoph Göbel (l.) Landrat? Oder schafft es Grünen-Kandidat Christoph Nadler doch noch, die Mehrheit der Wähler für sich zu gewinnen? Die Entscheidung fällt am Sonntag. 

Kommunalwahl Bayern 

Landratswahl: Nur ein Christoph kann gewinnen

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Bleibt Christoph Göbel (CSU) Landrat? Oder kann Christoph Nadler doch noch am Amtsinhaber vorbeiziehen? Das entscheidet sich bei der Stichwahl am Sonntag. Der Wahlkampf jedenfalls war für beide Kandidaten wegen der Coronakrise ungewohnt. 

Landkreis– Bleibt Christoph Göbel (CSU) Landrat? Oder kann Christoph Nadler doch noch am Amtsinhaber vorbeiziehen? 44,5 Prozent der Stimmen konnte Göbel im ersten Wahlgang für sich verbuchen. Nadler kam auf 24,9 Prozent.

Vor der Stichwahl gilt es jetzt noch einmal Überzeugungsarbeit bei den Wählern zu leisten. Doch das ist während der Coronakrise mit Ausgangsbeschränkung und Kontaktverbot gar nicht so einfach. Ein klassischer Wahlkampf ist unmöglich.

Göbel: „Bin optimistisch, aber nicht leichtsinnig“

„Es ist jetzt natürlich ein außergewöhnlicher und ganz anderer Wahlkampf“, sagt der amtierende Landrat Christoph Göbel. Er versuche „aber schon die Bürger zu erreichen und auf den Termin der Stichwahl aufmerksam zu machen“ – etwa mit Plakaten, Anzeigen, Postwurfsendungen und Werbung „über die mobilen Endgeräte“. Für einen richtigen Wahlkampf habe er im Moment auch keine Zeit, sagt Göbel. „Von 5.30 Uhr in der Früh bis 2 Uhr Nachts“ beschäftige ihn die Coronakrise und damit noch viel mehr als etwa die Ereignisse rund um die Flüchtlingssituation 2015. Überhaupt keine Werbung zu machen, wäre nach Ansicht des Landrats aber dennoch „leichtsinnig“, da die Bürger derzeit noch vieles anderes im Kopf hätten als den Termin der Stichwahl. Für einen Erfolg sei er „optimistisch, aber nicht leichtsinnig“. Er verspüre hohe Zustimmung und freue sich über die Unterstützung von manch anderen Parteien. Und es käme auch darauf an, Wähler zu gewinnen, die sonst nicht unbedingt CSU wählen“, sagt Göbel. Er setze auf die seiner Ansicht nach erfolgreiche Bilanz seiner Amtszeit und werbe für sich als Anker für Stabilität und Verlässlichkeit. Dass die Stichwahl nur als Briefwahl durchgeführt wird, könnte die Wahlbeteiligung eventuell steigern, meint der Landrat.

Wahlkampf online und über Social Media

Auch Göbels Gegenkandidat Christoph Nadler (Grüne) hat aufgrund der aktuellen Corona-Situation seinen restlichen Wahlkampf umplanen müssen. „Wir hatten eine Reihe von Veranstaltungen mit prominenten Grünen-Politikern wie Anton Hofreiter und Robert Habeck geplant, was wir natürlich alles stornieren und den Wahlkampf insgesamt deutlich ändern mussten“, sagt Nadler. Der Schwerpunkt sei nun auf Social Media wie Facebook verlagert. Dazu kämen Flugblätter und ein Stichwahl-Plakat. Mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, und vielen anderen prominenten Grünen ist ein eigener Podcast in Planung. Das Coronavirus sei natürlich auch ein sehr dominierendes Thema, sagt Nadler. Die Auswirkungen wie die Umstellung auf Briefwahl seien schwierig einzuschätzen. „Das wäre wie im Nebel zu stochern.“

Nadler hofft auf einen Überraschungssieg

Der Landratskandidat freut sich über sein Ergebnis im ersten Wahlgang und das starke Ergebnis der Grünen bei der Kreistagswahl. „Die 25 Prozent Grünen-Wähler reichen aber natürlich nicht alleine“, sagt Nadler, der dennoch optimistisch ist, noch wesentlich mehr Wähler zu überzeugen und eine Mehrheit zu erreichen. Dabei komme es vor allem auch auf Nichtwähler und Aufmerksamkeit an.

„Natürlich ist Christoph Göbel der Favorit“, so Nadler. In der Stichwahl würden aber oft die Karten neu gemischt glaubt der Grünen-Kandidat und erinnert dabei an die Landratswahl vor zwölf Jahren, als Johanna Rumschöttel (SPD) gegen den als Favorit geltenden Heiner Janik (CSU) überraschend im zweiten Wahlgang gewonnen hatte.

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