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Die Krähennester am Friedhof in Unterhaching.

Krähen lassen sich nicht vertreiben

Dreck und Lärm rund um den Friedhof

Unterhaching - Es soll ein Ort der letzten Ruhe, der Besinnung und der Andacht sein. Momentan gleicht der Friedhof in Unterhaching aber eher einer Bühne für ein ohrenbetäubendes Krähenkonzert.

Wieder einmal. Es ist Brutzeit für die dort heimisch gewordenen Saatkrähen, einige Jungvögel sind schon geschlüpft. Ein Umstand, an den sich viele der Betroffenen gewöhnt haben. „Ich bin schon seit 15 Jahren hier“, sagte Dietmar Förster von der Friedhofsverwaltung, an der Situation aber „kann man nichts machen“.

Unter Artenschutz

 Die Saatkrähe stehe unter Artenschutz, wie Gertraud Schubert vom Bund Naturschutz in Unterhaching erklärt. Bis Mitte Juli wird das Konzert noch andauern, dann sind die Jungvögel groß genug um auszufliegen. „Sie kommen dann nur noch zum Schlafen zurück“, sagt Gertraud Schubert.

Viele Beschwerden

 Nichts desto trotz bereiten die Vögel den Besuchern des Friedhofs Kopfschmerzen. „Die Beschwerden der Bürger sind nicht weniger geworden“, wie Simon Hötzl, Pressesprecher der Gemeinde Unterhaching, bestätigt. Man stehe hier im Konflikt zwischen dem Naturschutz und den Belangen der Bürger. 

Verschmutzte Grabsteine

„Ja mei, da sind wir alle betroffen“, sagte eine Dame auf dem Friedhof sichtlich angefressen. Doch nicht nur die Lärmbelästigung stellt ein Problem dar. Die Verschmutzung durch die Krähen ist enorm, wie Dietmar Förster erklärt. Vor allem die Gräber im Schatten der Bäume, auf denen Nester gebaut wurden, seien betroffen. „Der Hauptweg sieht manchmal aus wie tapeziert“, sagte Förster. 

Keine Wirkung

Alle Maßnahmen, dem Nestbau der Vögel entgegen zu wirken, blieben bislang erfolglos. Weder das Verlegen der Brutstätten noch die Entfernung durch die Feuerwehr im Anfangsstadium zeigten Wirkung. „Der gewünschte Erfolg ist nicht eingetreten“, sagte Cornelia Fritz vom Umweltamt Unterhaching. Alle weiteren, möglichen Maßnahmen wurden vom Naturschutz nicht genehmigt, erklärte Hötzl: „Wir haben alles versucht. Momentan können wir nicht mehr tun.“ Auch Stürmen und Unwettern hielten die Nester laut Förster stand. 

"Bessere Baumeister als wir"

„Die sind wohl bessere Baumeister als wir.“ Ginge es nach Gertraud Schubert bräuchte es solche Maßnahmen nicht: „Die Natur hat es sowieso schon schwer genug.“ Die Krähen suchten nur verzweifelt nach einem Plätzchen für ihren Nachwuchs. Die Saatkrähen seien wichtiger Bestandteil der hiesigen Vogelvielfalt. 

Gute Bedingungen

Dass diese in den städtischen Bereichen deutlich größer ist als auf dem Land kann Schubert einfach erklären: „Hier gibt es Nahrung und die Vögel haben ihre Ruhe vor den Jägern.“ Außerdem dienen die Baum- und Heckenreihen, wie auf dem Unterhachinger Friedhof, als Lebensraum für die Saatkrähe. Bis Mitte Juli müssen die Besucher des Friedhofs also den Lärm noch dulden. Dann ist erst einmal Ruhe. Bis Oktober. Dann kommen nämlich die Saatkrähen aus Nord- und Osteuropa und machen es sich hier gemütlich.


Michael Hoffmann

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