Ungemach von oben: Auf dem Unterhachinger Friedhof nisten eine Menge Saatkrähen in den Bäumen – sie verunreinigen die Gräber und attackieren bisweilen sogar Besucher.
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Ungemach von oben: Auf dem Unterhachinger Friedhof nisten eine Menge Saatkrähen in den Bäumen – sie verunreinigen die Gräber und attackieren bisweilen sogar Besucher.

Unterhaching hat mit Vergrämungsmaßnahmen nahezu keinen Erfolg

Krähenplage auf Friedhof spitzt sich zu

  • Martin Becker
    vonMartin Becker
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Die Saatkrähen am Unterhachinger Friedhof sind sehr laut und verunreinigen die Gräber. Die Gemeinde kämpft dagegen an, aber mehr oder weniger erfolglos.

Unterhaching – Ganz so schlimm wie in Alfred Hitchcocks Horrorfilm „Die Vögel“ ist es nicht, aber ein Besuch auf dem Unterhachinger Friedhof weckt Erinnerungen an den Kino-Klassiker von 1963. Schwarz gefiederte Saatkrähen sitzen überall auf den Bäumen, ihr Krächzen verängstigt so manchen Friedhofsbesucher. Denn die Saatkrähen lassen ihre Hinterlassenschaften von oben hinabregnen, egal ob auf Grabsteine oder Menschen. Wenn sie in der Brutzeit (April bis Juni) ihre Nester hegen, sind die Krähen besonders agil und fliegen auch mal eine Attacke, wie genervte Friedhofsbesucher berichten. Selbst bei Sonnenschein spannen Unterhachinger den Regenschirm auf, um sich vor den Krähen zu schützen.

Das Problem mit der Krähenplage ist nicht neu, seit Jahren kämpft die Gemeinde dagegen an – im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Und die sind, weil Saatkrähen unter Artenschutz stehen, unverändert eingeschränkt.

„Wir haben alle Vergrämungsmaßnahmen, die uns genehmigt wurden, durchgeführt“, sagt Rathaus-Sprecher Simon Hötzl auf Nachfrage des Münchner Merkur. Dazu zählten das Stören beim Nestbau, die Zerstörung von Nestern sowie das Zurückschneiden von Brutbäumen. Genützt hat es wenig: „Leider sind die temporären Beeinträchtigungen auf dem Friedhofsgelände fast wieder auf Höhe der Vorjahre“, räumt Hötzl ein. „Wir versuchen aktuell, abermals mit Grabsteinfolierungen und Sonderreinigungen die schlimmsten Auswirkungen abzufedern.“

Insgesamt sei die Lage am Friedhof „nur graduell besser geworden, die Population ist etwas kleiner“, sagt Hötzl. Aber: Es hätten sich nun Splitterkolonien gebildet in der Grünau und rund um die Kirche St. Korbinian. Die Gemeinde tüftelt nun an einem neuen Krähen-Konzept: „Wir wollen gezielt Großbäume außerhalb des Ortsgebiets pflanzen, um den Vögeln charmante neue Brutplätze anzubieten.“  

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