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In der Kriegersiedlung gelten bald deutlich striktere Regeln für Häuslebauer.  

Klare Regeln für Häuslebauer in Unterhachinger Viertel

Kriegersiedlung „gnadenlos zugeballert“

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Unterhaching zieht die Daumenschrauben an: Künftig gibt‘s deutlich schärfere Regeln fürs Bauen in der Kriegersiedlung. Dort ist der Wildwuchs nämlich ausgeufert.

Unterhaching – Einen Versuch war es wert. Aber er ist gescheitert, nach nunmehr 21 Jahren. Oder, wie Unterhachings Bauamtsleiter Stefan Lauszat es drastisch ausdrückt: „Der Patient ist tot.“ Er meint den Bebauungsplan Nr. 103 A aus dem Jahr 2006.

Es geht um die sogenannte Kriegersiedlung westlich der Robert-Koch-Straße, in der ungefähr 2000 Menschen leben. Die Intention der Ortsplanung dort war es, einerseits angesichts der hohen Grundstückspreise eine Nachverdichtung zu ermöglichen, andererseits aber den Gartenstadtcharakter zu erhalten.

Dieser Vision der Gemeinde sind viele Grundstückseigentümer aber nicht gefolgt. „Es ist eine brutale Fehlentwicklung eingetreten“, erläuterte Lauszat im Bauausschuss. Die gewünschte Luftigkeit sei bloß im Bereich von Straßenkreuzungen und in Randbereichen erhalten geblieben. „Ansonsten aber wird alles gnadenlos zugeballert – mit der Folge, dass sich Nachbarn immer mehr auf die Pelle rücken und viele Straßen hoffnungslos zugeparkt sind. Die Nachverdichtung schaukelt sich viel schneller hoch als von uns gedacht, wir registrieren extreme Auswüchse.“

Und nun? Es gebe zwei Möglichkeiten. Erstens: Die Gemeinde lässt der unerwünschten Fehlentwicklung einfach freien Lauf. Zweitens: Die Gemeinde versucht, steuernd einzugreifen.

Am bisherigen Bebauungsplan – dem „toten Patienten“ – lasse sich „nicht mehr herumdoktern“, ergänzte Lauszat. Alles sei ausgereizt. Als einzige Möglichkeit, die Nachverdichtung zu stoppen, schlug er einen qualifizierten Bebauungsplan vor. Das sei dann, im Gegensatz zum normalen Bebauungsplan, „Bauleitplanung auf hohem Niveau, bei der wir den Anwohnern nicht alles werden recht machen können“. Heißt: Unterhaching zöge die Daumenschrauben an.

Der bisherige Bebauungsplan hatte lediglich untergeordnete Bauteile wie Hauseingangsüberdachungen und Terrassen reglementiert. Auch sollte die Stellplatzsatzung gelten, doch die sei vielfach ausgehebelt worden.

Ein qualifizierter Bebauungsplan greift viel tiefer in Bauvorhaben ein. Darin werden Bauräume, Grundflächenzahl (GRZ), Geschossflächenzahl (GFZ) und Art der baulichen Nutzung genau festgelegt. Personell bedeute dies für die Bauverwaltung einen erheblichen Mehraufwand. Allerdings, sagte Lauszat, habe man über viele Monate hinweg eine präzise Bestandsaufnahme für jedes Grundstück vorgenommen.

Der Bauausschuss votierte nach kurzer Debatte für die harte Linie, also den qualifizierten Bebauungsplan. „Wir wollen nicht jeden Gartenzwerg reglementieren“, sagte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD), „aber wenn es vor lauter Schwimmbädern und zweckentfremdeten Stellplätzen keine Gärten mehr gibt, stellt sich die Frage: Welches Bild erzeugen wir da?“ Nicht das der einstigen Gartenstadt. Auf den Umweltaspekt verwies Harald Nottmeyer (SPD): „So können wir die schleichende Flächenversiegelung stoppen.“ Nun kommt der qualifizierte Bebauungsplan – mit spürbaren Folgen: Weil die Ausarbeitung mehr personelle Ressourcen bindet, „bleiben Bauanträge halt erstmal liegen“, sagt Lauszat.

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