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Premiere für die Kulturtags-Chefin: Gemeinsam mit Katrin Neoral steht Stefanie Trinker (l.) erstmals mit der Formation „Die Halbtrockenen“ auf der Bühne.

Kulturtage St. Birgitta

40 000 Euro für soziale Zwecke

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Unterhaching - Vom Geheimtipp zum Publikumsmagneten in nur sieben Jahren: Die Kulturtage der Unterhachinger Pfarrei St. Birgitta sind ein Erfolgsprojekt, von Mal zu Mal noch besser.

„Spaß, Kultur und dabei Gutes tun“ lautete heuer das Motto im Pfarrzentrum in der Parkstraße.

Initiatorin Stephanie Trinker und ihr Team zeigten sich zufrieden. „Alle in der Pfarrei haben mit angepackt, jeder auf seine Weise“, strahlt die 32-jährige Kulturtags-Chefin. Selbst das Aufräumen zum Schluss ging „ratzfatz“. Und das, obwohl die Wetterkapriolen eine vernünftige Planung beinah unmöglich machten. Die Außenbühne kam kaum zum Einsatz, „die meisten Zuschauer hätten sonst im Regen stehen müssen“, berichtet Trinker. So wurde von Fall zu Fall improvisiert, meist zugunsten des Pfarrsaals. „Das hat teils ganz schön Nerven gekostet“, seufzt die 32-Jährige.

Rundum glücklich ist sie trotzdem. Viel Herzblut und Ideen stecken in dem dreitägigen Festival. Vier weitere Helfer gehören noch zum Organisationsteam, darüber hinaus gibt es Arbeitsgruppen. Trinker ist Steffis Mädchen- und Künstlername, seit der Hochzeit vor einem Jahr mit dem Keyboarder der „Halbtrockenen“ heißt sie Radke. Später wird sie selbst mit dem neuen Quartett der Münchner Sängerin Katrin Neoral auf der Bühne stehen. „Der Name Trinker ist bei den Halbtrockenen doch Programm“, ergänzt sie fröhlich.

Sie ist in Unterhaching aufgewachsen, wurde an St. Birgitta getauft und sang später im Kirchenchor. Heute ist sie eine gestandene Sängerin und gibt ihr Können selbst an Schüler weiter. Trotzdem plagt sie Lampenfieber. „Heute treten wir erstmals vor Publikum auf und zeigen unser neues Programm“, so die Erklärung. „Ich habe den Wein gern und der Wein hat mich auch gern“ lautete der Titel der süffigen kleinen Revue, die die „Halbtrockenen“ im vollbesetzten Pfarrsaal dann zur Verkostung offerieren.

Trinker und ihre Gesangskollegin lernten sich auf der Neuen Jazzschool München kennen. Von dort eingeladen hatte Trinker die Bläser-Combo NJS sowie die Formation „Disco Baby“. Junge Talente der Ausbildungsstätte, die bei den Kulturtagen für Furore sorgten. Mit „tollen Talenten und Mut zu leisen Tönen“, so die Veranstalterin, hatte das Festival für Alt und Jung etwas zu bieten. Gerade der Sonntag stand ganz im Zeichen der Familien. Zu den Höhepunkten zählte der Festgottesdienst an St. Birgitta, geleitet von Professor Theo Seidl, musikalisch umrahmt vom Jazz- und Pop-Chor des Pfarrverbands Unterhaching.

Gemütlich und traditionell schloss sich ein Frühschoppen an, den die Blaskapelle St. Korbinian bereits zum dritten Mal begleitete. „Wir freuen uns sehr, das sich auch die anderen Pfarreien des Verbands einbringen, das stärkt den Zusammenhalt“, freut sich Stephanie Trinker. Für alle Buben und Mädchen gab es lustige Kinderaktionen. Ein dickes Lob dann auch von Bürgermeister Wolfgang Panzer: „Eine tolle Veranstaltung, obwohl die Sonne teils in Strömen schien.“

Zudem dient die Veranstaltung einem guten Zweck. Mit Teilen des Erlöses vom vergangenen Jahr konnte die Gemeinde Responderfahrzeuge anschaffen, die gerade erst ihre Weihe hatten. Alle Künstler und Gruppen treten hier ohne Gage auf, darunter Al Mutti, die Dreiviertler, der Gospelchor des Pfarrverbands und die Sängerin Martina Weiß. „Der Auge & die Cosmic Circus Band“ und viele andere machten ebenfalls mit.

So auch das fünfköpfige Kreativteam St. Birgitta um Kirchenpflegerin Michaela Thurnes. Im Angebot: selbst herstellte Accessoires, Selbstgestricktes und sehr gefragte Blümchentaschen. „Wir haben sogar ein eigenes Label“, erzählt Thurnes stolz und zeigt auf ein gesticktes Schildchen. „Birgitta kreativ“ ist da zu lesen.

Insgesamt kamen bei den bisherigen sechs Kulturtagen 4000 Besucher und über 40 000 Euro für soziale Zwecke zusammen. Für die Veranstalterin der beste Grund weiterzumachen. Der Erlös heuer geht an den Trägerkreis Junge Flüchtlinge in München, der sich mit zwei Schulen – SchlaU und ISuS – für die Bildung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen einsetzt (www.schlau-schule.de) sowie an das Sozialprojekt „Unser täglich Brot“ im Hachinger Tal. Der Verein unterstützt Kinder aus Familien in sozial schwierigen Lebenslagen, übernimmt die Kosten für die Verpflegung in Mensen, Mittagsbetreuung oder Kosten, für die sonst niemand aufkommt.

Der Termin für die achten Kulturtage steht bereits fest: Sie sind vom 19. bis 21. Mai 2017 geplant.

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